3 Möglichkeiten mit einem kleinen Konto laufende Prämien zu generieren

Ich versuche mich regelmäßig in die Köpfe meiner Leser hinein zu versetzen. Ich möchte herausfinden, wie ich hier einen Mehrwert für euch bieten kann. Manchmal fällt mir das echt nicht leicht. Es gibt Tage da sprühe ich nur so vor Ideen, und dann gibt es wieder Wochen, da fällt mir gar nichts ein das ich euch bieten könnte.

Ich denke aber es gibt viele Leute, die sich anfangs nicht trauen viel Geld ins Depot zu legen oder es eventuell gar nicht können, da sie eben momentan zuwenig liquide Mittel zur Verfügung haben.

Deshalb will ich euch heute 3 Möglichkeiten vorstellen wie auch ihr Optionen handeln könnt, wenn euer Konto noch nicht so groß ist, dass ihr 100 Stück der Big-Player kaufen könnt.

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Möglichkeit 1 – Sucht euch einen billigen ETF

Exchange Traded Funds – Börsengehandelte Investmentfonds stellen eine gute Alternative zu Einzelaktien dar. Der große Vorteil von diesen Papieren ist, dass es keine Quartalszahlen-Termine gibt. Somit musst du dich auch nicht vor bösen Kurssprüngen fürchten. Es gibt ein paar ETF welche fleissig Dividende ausschütten und recht billig sind. Hier sollten ein paar Short Puts etwas Einkommen ermöglichen. 🙂

Keine Angst die ETFs sind passive Investmentfonds. Sie werden nicht aktiv gemanagt, deshalb fällt der Großteil aller Gebühren weg. Der Stillhalter handelt auch öfters ein paar ETFs, soweit ich weiß. Vielleicht kann er euch ein paar Tipps geben welche gut handelbar sind und zu einem kleinen Konto passen.

Möglichkeit 2 – Versucht euch doch an Vertical Spreads

Was sind Vertical Spreads? Bei diesen Spreads geht es eigentlich nur darum eine zusätzliche Option als Absicherung zu kaufen. Verkaufst du also einen Put auf die Apple-Aktie bei einem Strike-Preis von 103 Dollar und sie rutscht darunter müsstest du am Ende der Laufzeit 100 Aktien zum Gesamt-Preis von 10.300 Dollar kaufen.

Um das zu verhindern könntest du beim gleichen Laufzeitende von Beginn an einen Put kaufen. Dieser sollte unter dem Strike des verkauften Puts liegen, damit du nicht draufzahlst. Du kaufst also einen Put beim 102er Strike-Preis und bist somit abgesichert. Rutscht die Aktie auch auf 90 Dollar hast du immer nur den Verlust zwischen den beiden Strikes. In diesem Beispiel wäre dein maximaler Verlust bei 100 Euro.

Ich selbst bin kein Fan von Vertical Spreads, da die gekaufte Option immer einen Teil der eingenommenen Prämie schrumpfen lässt. Für ein kleines Konto kann diese Strategie allerdings gut funktionieren wenn man ein paar Dinge beachtet:

Arbeite nicht gegen einen intakten Trend

Handle keine Puts wenn die Richtung der Aktie klar nach unten zeigt und handle keine Calls wenn die Richtung der Aktie klar nach oben zeigt. Das ist einfach zu merken und dies sollte den Großteil aller Trades in einen Gewinner verwandeln. Voraussetzung dafür ist, dass du nicht direkt am Geld handelst sondern einen Sicherheitsabstand zum aktuellen Kurs einhältst.

Vorsicht vor Quartalszahlen!

Achte auf die Earnings! Wenn du von vornherein nur Aktien wählst, deren Quartalstermine nicht im Zeitraum deiner Laufzeit liegen, wird dir das einiges an Kopfzerbrechen ersparen. Um nachzusehen wann die Veröffentlichung ansteht nutze ich EarningsWhisphers. Ganz oben kannst du bei „Ticker“ das Aktienkürzel eingeben. Dies ist natürlich kostenlos.

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Nutze das Delta für dich

Mit einem größeren Konto kann das Delta auch nützlich sein, jedoch stellt es für meine Strategie keine Notwendigkeit dar. Für kleine Konten unter 10.000 Euro wird es aber umso wichtiger, da hier mit den Wahrscheinlichkeiten gehandelt werden kann. In meinem Beitrag über die Optionskette habe ich damals das Delta erklärt, falls du es dir noch einmal durchlesen möchtest.

Handle einfach Optionen mit einer hohen Gewinn-Wahrscheinlichkeit. Ein Delta von 0,20 gibt dir eine 80%ige Gewinn-Wahrscheinlichkeit deines Trades. Natürlich wird es Verlierer auch geben, aber die Gewinner werden überwiegen.

Möglichkeit 3 – Lernt Rollen!

Dies ist womöglich der wichtigste Teil des Optionshandels. Ich kann es nicht oft genug wiederholen. Bist du in der Lage jede erdenkliche Situation mittels Rollen zu entschärfen, kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

Wenn man sich mit diversen Roll-Taktiken auseinander gesetzt hat, kann man auch größere Aktien mittels nackte Optionen handeln. Auch hier könnte man das Delta verwenden und nur Optionen mit hoher Gewinn-Wahrscheinlichkeit verkaufen. Dreht sich die Aktie in deine Richtung, könntest du den Strike einfach versetzen oder die Option ein Monat später auslaufen lassen. Alles wird plötzlich möglich.

Rollen sollte nicht an der Tagesordnung stehen, da das bedeuten würde, dass deine Einstiege nicht gut durchdacht sind, aber eine gerollte Option hin und wieder kann deinen Erfahrungsschatz erheblich steigern. Diese Erfahrungen werden dir ein Leben lang monatliche Einnahmen durch die Börse verschaffen.

Zusammenfassung

  • Suche dir billige ETFs
  • Handle Spreads
  • Achte auf das Delta
  • Achte auf die Earnings
  • Arbeite nicht gegen einen intakten Trend
  • Lerne rollen

Am besten wirst du natürlich, wenn du all diese Punkte zusammen fügst und somit noch mehr Erfahrungen sammelst. Diese kleinen Tipps stellen Möglichkeiten dar, wie man ein kleines Konto handeln könnte. Auch ein großes Konto könnte man so handeln, das würde jedoch mehr Stress bedeuten. Mit einem größeren Depot müssten viel mehr Optionen gehandelt werden um auf die gleiche Rendite zu kommen, deshalb beschränke ich mich auf eine andere Strategie.

Wenn du auch Optionen handeln möchtest brauchst du einen zuverlässigen Online-Broker, der dir den Zugang zu den Terminbörsen ermöglicht. Hier kannst du die gratis Infomappe meines Brokers anfordern oder direkt ein Depot eröffnen!

Im kostenlosen Trade-Newsletter geht es einzig und alleine um den Verkauf von Cash-Secured-Puts und Covered-Calls.

Ich habe auch vor keine Verluste hinzunehmen, wenn es nicht unbedingt notwendig ist, deshalb rolle ich nur in den seltensten Fällen.

Ich hoffe ich konnte euch in eurem Tun bestärken und mit etwas Rat zur Seite stehen! Bei Fragen bin ich wie gewohnt über die Kommentar-Funktion, eines der beiden Kontaktformulare oder über diverse Social Media Plattformen erreichbar.

Viel Erfolg!

mfG Chri

16 Kommentare

  • Hallo Chri,

    danke für diesen Beitrag. Ich habe Optionen immer noch im Hinterkopf, traue mich aber im Moment noch nicht, ein echtes Konto zu eröffnen, da ich bereits dabei Angst habe, etwas falsch zu machen. Bei IB (wo ich nicht direkt mein Konto machen würde) gibt es diveres Einstellmöglichkeiten, die man für das Konto fest vorgeben muss und die sich auch nicht ändern lassen.

    Das Thema fasziniert mich aber weiterhin und ich werde mich da bestimmt auch mal heranwagen.

    Schöne Grüße

    Tanja

    • Hallo Tanja,

      Welche Einstellmöglichkeiten meinst du? Vielleicht kann ich dir dabei etwas behilflich sein?
      Welchen Broker hast du im Sinn wenn ich fragen darf? Ist ja immer interessant zu vergleichen 🙂

      Auch mich fasizinieren immer wieder Teile des Optionshandels. Mein Steuerberater meinte erst vor kurzem: Mit genügend Kapital kann man sich hier eine eigene Gelddruckmaschine bauen 😉

      Danke fürs kommentieren!
      mfG Chri

  • Ciao Chris,

    Nice post, covers one of the major fears that I had when I started trading: the size of the total amount that I had to put away in my account to sell a put on a stock that has an high price number.

    In time I have learnt that by rolling and managing the trade size doesn’t matter all that much, but I would not recommend anyone to trade on margin, especially at the beginning.

    I’ll be looking for more of these training posts! They are nice to refresh some basic concepts! 🙂

    ciaociao

    Stal

    • Ciao Stal,

      Yeah, they are a few differences in trading on margin instead of trading without margin. At the beginnig I wouldnt recommend to trade on margin, but I think if a trader gets more experienced it is a good way to increase the return on investment.

      thanks for you kind words!

      Ciao
      Chri

  • Gutes Thema. Ich würde hier den Poor Man Covered Call ergänzen und Naked Puts auf günstige Aktien wie die Deutsche Telekom zum Beispiel. Da Kosten 100 Aktien nur 1400 Euro, das kann sich jeder Leisten. Ansonsten würde ich lieber weniger Optionen handeln als zu viele. Mit Hebel kann man ja mit Puts auch bis zu 20k investieren bei einem 10k Konto. Damit lässt sich schon einiges an Kapital bewegen!

    Ansonsten gibt es noch Strategien wie den Butterfly, der mit deutlich weniger Kapital auskommt. Als Einsteiger tut man sich damit zwar etwas schwer, aber er bietet eine sehr gute Möglichkeit mit wenig Kapital zu handeln.

    VG Rico

    • Hallo Rico,

      Klar, naked Puts auf kleinpreisige Aktien geht immer. Das habe ich einmal vorausgesetzt. Allerdings ist die Auswahl der handelbaren Aktien hier stark begrenzt.
      Den Poor Man Covered Call habe ich nicht für meine Strategien geplant, da er ja ein diagonal debit spread ist. Ich glaube für Anfänger im Optionshandel ist das einfach noch zu viel. Vielleicht behandle ich das Thema einmal in einem eigenen Beitrag. Danke auf jeden Fall für den Hinweis!

      Bezüglich der Anzahl der Optionen hast du meiner Meinung nach teilweise recht. Natürlich muss man es sich eingestehen, wenn man eine bestimme Grenze erreicht. Aber wenn man sich an Money und Risk-Management hält bin ich der Meinung sollte man vor allem als Anfänger viele Optionen handeln mit einer sehr hohen Gewinn-Wahrscheinlichkeit.

      Danke fürs kommentieren!
      mfG Chri

  • A good lesson… Reminds me a lot about my first trades… Jumping the first time is the hardest.

    • hey ATL,

      yeah, in the beginning its a bit scary, but everybody can learn the trading concepts in a short time.
      thanks for stopping by!

  • Hi chri,

    Mich würde mal interessieren wie viele Optionen man mit einem kleinen Konto so verkaufen kann. Ich hab meinen Account vor drei Wochen eröffnet, aktuell nur die Mindesteinlage bei IB, also 3000. ich Taste mich langsam ran, aktuell ewl 3114, margin 1120 und available Funds 2000. wie sehr kann man mit einem kleinen Konto da noch etwas ausreizen bzw. würdest du hier noch etwas ausreizen? Bei einem deiner Beiträge habe ich mal einen Screenshot von deinem Depot gesehen, da war available funds bei 14500. ist das bei dir immer so hoch oder wie handhabst du das?

    danke!

    • Hallo Dominik,

      Zu meinen Anfängen habe ich immer versucht die margin anforderung auf zwei drittel meines Cash-Bestandes zu halten.
      Die available Funds berechnen sich aus deinen Margin-Anforderungen und dem Netto-Liquidationswert, soweit ich weiß. Um genaueres darüber zu erfahren, müsstest du beim Support nachfragen.

      Da mein Netto-Liquidationswert in der Zwischenzeit angestiegen ist, habe ich höhere available funds. Aktuell stehe ich da bei 26.000 oder so, obwohl ich schon Aktien im Wert von 30.000 auf Margin gekauft habe. Werden mir diese wieder ausgebucht erhöht sich mein verfügbares Guthaben wieder.

      Wenn ich beim nächsten Telefonat mit dem Support daran denke frage ich da mal nach, in wie weit man das ausreizen könnte ohne Gefahr zum Margin Call zu laufen, okey?

      Interessante Frage übrigens!
      Danke fürs kommentieren!

      mfG Chri

  • Hi Chri,

    wie immer, wieder ein toller Artikel von dir 😉 Die dritte Möglichkeit, die du erwähnt hast ist meiner Meinung nach nicht nur für ein kleines Konto sehr wichtig, sondern auch für ein großes. Denn auch in einem großen Konto möchte ich kein großes Risiko auf mich nehmen. Für mich ist daher dass Rollen eines der wichtigsten Werkzeuge in Optionshandel.
    Natürlich bin ich deinem Vorschlag nachgekommen und habe einen Artikel über EFTs und Optionen geschrieben.

    Lg Michael

    • Hallo Michael,

      Danke für dein Lob! Es ist nicht nur für dich das wichtigste Werkzeug. Ich würde sagen es ist für jeden das wichtigste Werkzeug.
      In einem größeren Konto kannst du aber so handeln, dass kein Rollen notwendig wird. 🙂
      Danke für deinen Beitrag dazu! Werd ihn mir gleich durchlesen!

      mfG Chri

  • Hi Chris,
    Cooler Blog von dir, trifft auch meinen Handlungsbereich und mein Interesse.
    Ich plane auch einen eigenen Blog, bin aber noch in der frühen Planungsphase. 😉
    Dein Blog motiviert mich, weiter so.

    Viel Erfolg und alles Gute!
    Tim

  • Hallo
    super Seite! Respekt.
    Eine Frage zu dem Beispiel mit dem Vertical Spread.
    Was passiert wenn der Preis der Aktie am Ausübungstag nun z.B. genau in der MItte bei 102,50 Dollar ist.
    Heißt ich habe die Prämie des Short Put bekommen. Die 100 Aktien zu 103 Dollar aber eingebucht. Plus den Gewinn aus dem gekauften Put. Korrekt?
    Wie kann ich mein Break-Even zwischen dem Gewinn aus dem gekaufen Put und dem Verlust aus den eingebuchten Aktien berechnen?

    • Hallo Marc,

      Ja, das ist korrekt, wenn du so handeln möchtest, müsstest du den kompletten Spread dann am Verfallstag wieder schließen.
      Der Break-Even-Point wäre in deinem Beispiel genau beim Ausübungspreis abzüglich der vereinnahmten Prämie, die du ja komplett behalten hast, wenn du den Short Put auslaufen lässt. Für den gekauften Put wirst du keinen Gewinn mehr verbuchen können, da es keinen Zeitwert und keinen intrinsischen Wert mehr gibt. Der gekauft Put ist ja out of the money, da dürfte eigentlich so gut wie kein Wert mehr vorhanden sein, wenn ich mir das jetzt so überlege.

      mfG Chri

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