Konstante kleine Gewinne

Höchste Eisenbahn für einen neuen Beitrag. Nein, ich habe den Blog nicht vergessen. 😉 In einem Kommentar im letzten Beitrag habe ich geschrieben, dass es für einen Investor wichtig ist, in jeder Marktphase Geld zu verdienen. Ich sage nicht, dass jeder Monat super laufen muss, nur dass ein Investor darauf angewiesen ist Geld zu verdienen. Solange er nebenbei noch andere Einkommensströme besitzt, wie zum Beispiel einen Teilzeit-Job oder ähnliches, ist es mehr oder weniger egal. Da ich allerdings glaube, dass investiert wird um eines Tages vielleicht davon leben zu können, muss weiterhin Geld fließen. Egal ob es immer Höhere Hochs gibt, oder ob gerade der Markt weltweit zusammen bricht.

Meine Aufgabe als Investor ist es mich von all diesen Dingen unabhängig zu machen. Ich muss Überlegungen anstellen, wie ich in jeder Situation Kapital schütze und mehr heraus holen kann. Dabei geht Kapital schützen immer vor weiteren Gewinnen machen. Der Grund ist einfach: Wenn du 50% deines Investments verloren hast musst du wieder 100% Gewinn machen um auf dem alten Niveau zu sein. Das ist zwar nicht unmöglich aber dennoch keine einfache Aufgabe.

Trades schließen

Konstant Gewinne zu machen, bedeutet aber auch Trades zu schließen, wenn es notwendig ist. Früher habe ich öfters offene Positionen absichtlich laufen lassen, und mich sozusagen in eine Abhängigkeit begeben. Eigentlich ist das kein Problem, da ich Optionen nur mehr auf Aktien schreibe, die ich haben wollen würde. Heute nach einigen Büchern mehr, die ich gelesen habe, denke ich da trotzdem etwas anders.

Aktuell halte ich es für das Beste, dass ich Trades schließe, wenn es notwendig ist, auch wenn es heißt, dass ich nur einen sehr kleinen Teil des maximalen Gewinns realisiere. Teilweise ist es mir sogar recht wenn ich eine Position mit Verlust schließe, um dann später wieder weiter unten in die Aktie einzusteigen.

Nehmen wir trotzdem an, wir realisieren die meiste Zeit kleine Gewinne. Das ist es was ein Depot anwachsen lässt. Egal wie klein die Gewinne sind, solange es Gewinne sind, wird das Depot wachsen. Ziel ist es also aus jeder Position mit einem Gewinn (sei er noch so klein) heraus zu kommen. Sehe ich also, dass eine Aktie dreht, werde ich die Position schließen, vielleicht auch nur mit ein paar Cents Gewinn. Dies halte ich aber für immer noch besser, als die Position später eventuell mit einem großem Verlust schließen zu müssen.

So werde ich zwar nicht mit jeder Aktie vorgehen, da es für mich einen Unterschied macht, ob ich in der Nähe des Allzeit-Hochs oder in der Nähe des Jahres-Tiefs Puts verkaufe. Ich möchte dieses Verhaltensmuster aber immer öfter in meine Vorgehensweise implementieren. Wenn ich also einen hoch profitablen Dividenden-Aristokraten zu einem sehr billigen Preis bekomme, würde ich mich hier lieber ausüben lassen, aber dies ist im aktuellen Umfeld eher nicht gegeben. Die nächste Korrektur lässt hoffentlich nicht mehr all zu lange auf sich warten.

Wann schließe ich solche Trades?

Wie in meinem letzten gelesenen Buch erläutert wird, helfen ein paar gleitende Durchschnitte dabei, das Gesamtbild im Chart besser beurteilen zu können. Ich war immer ein Gegner von Chart-Technik, aber mittlerweile sehe ich auch ein paar Vorteile darin.

Ich versuche mit dem Verkauf von Short Puts solange zu warten, bis der kürzere gleitende Durchschnitt den längeren gleitenden Durchschnitt durchbricht. Dies hat mir alleine in den letzten Wochen viel Kopfzerbrechen erspart. Wie das ganze im genauen funktioniert möchte ich demnächst in einem eigenen Beitrag erklären. Ich beobachte einige Aktien mithilfe dieser Trendfolgeindikatoren.  Oft hätte ich Puts geschrieben, wobei die Aktie noch deutlich Luft nach unten gehabt hätte. Alleine diese sehr simple Methode hat mir also schon drei bis viermal einen Verlust (oder zumindest eine Einbuchung) erspart.

Umgekehrt versuche ich die Trades zu schließen, wenn der kürzere gleitende Durchschnitt den längeren nach unten durchbricht. Dabei denke ich aber wieder langfristig. Das Risiko, dass die Aktie weiter fällt ist gegeben. Somit warte ich dann einfach ab, und beobachte den Chart über die nächsten Tage. Sieht es danach aus, dass die Aktie wieder ansteigt überlege ich mir wieder einzusteigen. Langfristiges Denken sehe ich gerade im Optionshandel als sehr wichtig an. Ein einzelner Trade sagt nichts über Erfolg oder Misserfolg an der Börse aus. Wie schon gesagt: Konstante Gewinne vergrößern das Depot.

Ein Einstieg weiter unten in der Aktie

Junge Menschen und der Zinses-Zins

Viele Leute sagen, dass man gerade als junger Mensch noch größere Risiken eingehen kann. Dem stimme ich nur bedingt zu. Ja, man kann einen Teil in spekulativere Anlagen wie Kryptowährungen stecken. Dann aber auch wirklich nur Geld welches man verlieren könnte, ohne dass es weh tut.

Im Aktienbereich bin ich auch der Meinung, dass man das Kapital so gut es geht schützen sollte. Jeder realisierte Verlust wirkt dem Zinses-Zins entgegen. Da mache ich lieber weniger Gewinne, dafür konstant über Jahrzehnte. „Weniger“ ist in meinen Augen relativ  zu betrachten. Im Vergleich zu klassischen Sparprodukten schneide ich noch immer sehr gut ab.

Ein junger Investor hat zwar theoretisch Zeit Verluste aus zu sitzen, nur fehlen ihm dann wichtige Jahre, in denen das Kapital durch den Zinses-Zins vermehrt wird. Gerade die Zeit ist es, was jungen Investoren im Endeffekt eine wahnsinnig gute Zukunft bringen wird. Die Zeit und der Zinses-Zins sind meines Erachtens noch immer die mächtigsten Verbündeten im Vermögensaufbau.

Ich denke zwar daran, dass ich mir selbst eine sehr gute Zukunft erschaffen möchte, aber ich denke auch an die nächsten Generationen. Für mich ist es wichtig, dass ich eines Tages meinen Kindern und Enkeln etwas weitergeben kann, in Form von Rat und Tat. Für mich ergibt es wenig Sinn einmal durch den Kursanstieg einer glücklich gewählten Aktie ein gutes Polster aufgebaut zu haben, wenn es sich nicht reproduzieren lässt. Ich möchte eine Vorgehensweise nutzen, die auch in 200-300 Jahren meiner Familie noch einen Nutzen bringt.

Konstante Gewinne

Mein Ziel sind also konstante Gewinne, die über die Monate und Jahre verzinst werden, unabhängig davon, wie die Wirtschaft gerade aussieht. Kein Crash und kein Allzeit-Hoch sollte mich aus dem Konzept bringen. Momentan hadere ich noch immer ein klein wenig mit dem hoch gelaufenen Aktienmarkt. Allerdings habe ich bemerkt, dass ich auch weiterhin auf meine Lieblingskandidaten Puts schreiben kann. Aktuell versuche ich mich mit den Strikes etwas weiter vom Kurs zu entfernen. Ich mache zwar prozentuell nicht mehr soviel Plus wie noch 2016, aber ich fühle mich so viel sicherer. 🙂

Wenn der Aktienmarkt wieder einmal runter kommt lasse ich es wieder richtig krachen. Da werde ich auch wieder mehr At-The-Money Puts verkaufen, die richtig Geld einbringen.

Zum Schluss noch allgemeinere Themen:

Auch in anderen Bereichen meines Plans zur finanziellen Unabhängigkeit geht es steil bergauf. Neben der Sanierung der Wohnung beschäftige ich mich auch noch mit etwas mit dem Forex-Markt. Ich arbeite mit einer Firma zusammen, und langsam scheint die Sache richtig erfolgreich zu werden. Ich wollte auf meinem Blog bis jetzt nicht wirklich Infos dazu heraus rücken, da ich mir lieber erst meine Meinung dazu bilde, und nur Dinge weiterempfehle, die ich auch für gut befinde. Es wird in der Zukunft einen weiteren Themen-Bereich „Forex“ hier am Blog geben. Derzeit bin ich aber noch mehr als ausgelastet und komme praktisch nicht einmal zum Schreiben neuer Artikel hier.

Das ändert sich alles wenn die Wohnung endlich fertig wird, und ich mich dann in meinen eigenen 4 Wänden hoffentlich voll auf meine Projekte konzentrieren kann. Ich arbeite aktuell auch mit mehreren Menschen zusammen, die mir dabei helfen eher früher als später komplett selbstständig zu sein. Ich habe mir vorgenommen bis zu meinem Geburtstag im Mai auf eigenen Beinen zu stehen, auch wenn es vielleicht ein sehr hoch gestecktes Ziel ist.

Ich habe mehrere finanzielle Standbeine in Aussicht, werde diese am Blog auch nach und nach veröffentlichen. Vielleicht auch meinen kompletten Plan heraus rücken, aber das wird ein verdammt langer Beitrag werden. 😉

Ich entschuldige mich dafür, dass ich noch immer nicht den Jahresrückblick geschrieben habe. Die Ziele für 2018 fehlen auch noch. Das werde ich alles aufarbeiten, wenn ich wieder mehr Zeit zum schreiben habe. Momentan habe ich ungefähr 38 Artikel im Kopf, die ich noch schreiben möchte, die dich auf ein neues Level bringen werden.

Kurze Frage zum Schluss: Was haltet ihr generell davon Trade-Ideen in einer Telegram-Gruppe auszusenden? Newsletter ist gut und schön, aber zu langsam meiner Meinung nach.

Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

mfG Chri

12 Kommentare

  • Haha, Du hast die Artikel nicht wirklich im Kopf sondern irgendwo niedergeschrieben oder?

    Ich mag lange wie auch kurze Artikel, solange sie lesbar sind, im Sinne von unterhaltsam, packend und/oder lehrreich. Also her mit dem Masterplan, bin gespannt.

    • Hehe,

      Die Überschriften für die Texte habe ich in meinen Notizen ja, den Text dazu habe ich im Kopf 😉
      Ja, wie gesagt: ich würde sie auch gerne schon alle schreiben, aber dazu hat der Tag zuwenig Stunden und die Woche zuwenig Tage 😉

      mfG Chri

  • Na das nenne ich mal vorausschauend denken. 200 – 300 Jahre! Ned schlecht ;-).
    By the way – was ist eine Telegram-Gruppe? Sowas wie eine Whatsapp-Gruppe?

    lg
    Hari

    • Hallo Hari,

      Ja, wenn man einen langen Zeithorizont hat, geht man etwas entspannter an die ganze Sache heran denke ich, und kann trotzdem erfolgreich sein. 🙂
      Telegram ist ähnlich wie Whatsapp, aber es gibt bessere Möglichkeiten für den Admin meiner Meinung nach. 🙂
      Wenn ich das so mache, würde ich auch gerne 2-3 zusätzliche Admins die Rechte geben alles zu tun. Dann kann man sich die Arbeit auch etwas aufteilen. Bei knapp 500 Newsletter-Abonnenten könnte es verwirrend werden wenn viele Leute gleichzeitig schreiben.

      mfG Chri

      • Hi Chri,

        ja, da kannst absolut entspannt an die Sache rangehen. Und eine Statue im Familiengarten kriegst dann sicher auch ;-).
        Klingt ja nicht schlecht die Telegram-Gschicht. Ist bis jetzt völlig an mir vorbeigegangen. Man lernt nie aus…

        lg
        Hari

  • Take all the time you need.

    Telegram could work fine. I followed someone on telegram and is a little faster and requires less text I think k

  • Hallo Chri,

    da schließe ich mich an, Telegramm Style wäre genial, oft muss man schnell in einen Trade einsteigen, je länger es dauert, bis die Idee ankommt, desto schlechter wird die lukrative Chance!

    Viele Grüße
    Stefan

    • Hallo Stefan,

      Es könnte theoretisch so kommen ja, aber es könnte auch so kommen, dass der Trade einen Tag später vielleicht noch lukrativer wird.
      Auf jeden Fall gefällt mir die Idee mit Telegram immer besser, je länger ich drüber nachdenke.
      Ich könnte auch ziemlich schnell die nachricht hinaus bringen, wenn ich rolle oder andere Adjustierungen vornehme.

      mfG Chri

  • Hallo Chri,

    konstant kleine Gewinne einfahren und so das Depot nach und nach zu vergrößern klingt nach einem soliden, realistischen Weg. Alles was „schnelles“ Geld in großen Summen verspricht ist oft unseriös oder es hat mit einer großen Portion Glück oder sehr riskanten Spekulation (welche zumindest in Teilen dann auch vom Glück abhängt) zu tun.
    So wie du das mit deinem Optionshandel angehst, wirst du langfristig und planbar!! Erfolg haben.

    Das mehr oder weniger „Planbare“ ist auch einer der Pluspunkte, die ich an der DividendGrowthStrategie so attraktiv finde. – It’s slow and steady winning the race!!!
    Und die DGI Strategie funktioniert auch in jeder Marktphase, wobei es in Bärenmärkten schon einfacher ist…
    Multiple ways to a million:
    -if the market goes up and up, i get richer
    -if the market goes sideways, i collect my dividends
    -if the market goes down, i grab shares of world class companies at a huge discount
    (grob wiedergegeben von G. Schneider, Autor bei Seekingalpha)

    Viele Grüße,
    DividendSolutions

    • Hallo DS,

      Das war immer mein Plan, und er funktioniert ja auch nicht schlecht. Leichte Optimierungen wird es immer geben.
      Die Dividend Growth Strategy habe ich auch immer als sehr gut befunden. deshalb stütze ich meinen Handel auch auf Dividenden-Aktien.
      Damals hatte ich ja auch Dividenden-Aktien gekauft und liegen gelassen, nur gings mir trotzdem etwas zu langsam.
      Ich denke ich habe meinen Weg gefunden. Brauche nur noch mehr Kohle im Depot.

      Das Zitat ist klasse!

      mfG Chri

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