Leserfrage: Ist diese Options-Strategie nützlich?

Ich habe gerade per Mail eine interessante Frage von einem Leser bekommen. In diesem Beitrag möchte ich versuchen die Antwort zu geben.

Hallo Christopher,

gratuliere zu deinem Blog. Er ist sehr schlüssig und es macht Spass ihn zu lesen.

Ich bin auf einer Strategie gestoßen (und mal die Wechselkursrisiko außen vor zu lassen), kann mir aber keinen Reim machen, ob und wie das läuft:

Kauf Put Jan 2018 bei Strike 35 auf Coca Cola (KO). Das verursacht kosten über ca. 300 Euro als Versicherung. Daraufhin wöchentlich einen Call verkaufen über 35 Euro, nach 10 Wochen ist Versicherung gezahlt, bleiben noch ca. 35mal einen Call zu verkaufen. Jahresrendite (zzgl. Dividende) liegt bei über 40%.

Wo liegt der Haken? Wenn die Spreads deutlich anziehen, wenn die Vola steigt? Ich verstehe es nicht…

Du kannst die Anfrage auch gerne im Blog übernehmen, ich will sie nicht einfach in irgendeinen Artikel unterbringen, um den Inhalt nicht durcheinander zu bringen.

Viele Grüße
Der Leser (wusste nicht ob es in Ordnung ist den Namen zu nennen)

An dieser Stelle gleich einmal einen herzlichen Dank für diese Mail und vor allem für deine einleitenden Worte zu meinem Blog. Freut mich, dass es dir hier gefällt. 🙂

Widmen wir uns also deiner Frage

Um das ganze etwas anschaulicher zu gestalten habe ich mir erlaubt eine kleine Skizze dazu anzufertigen. Wo der rote Strich da bei „5 Tage“ herkommt ist mir gerade ein Rätsel, aber das ist jetzt egal. Der waagrechte Strich oben symbolisiert den verkauften Call, der waagrechte Strich unten den gekauften Put.

Du kaufst dir den Put als Absicherung. Hier wird aber nur der Kurs abgesichert, wenn er unter die 35er Marke geht. Was hier ohnehin ziemlich unwahrscheinlich erscheint. Aber passieren kann es natürlich trotzdem, dass er unter 35 Dollar fällt, deshalb ist der Grundgedanke in Ordnung.

Was hier leider nicht zusammen passt ist der Kauf eines Puts und der Verkauf eines Calls. Auf der Put Seite kannst du nicht mehr verlieren als die bezahlte Prämie. Aber wer sichert den Call ab?

Zur Erinnerung: Verkaufst du einen Call, musst du die Aktien liefern, wenn der Kurs bis am Ende der Laufzeit über deinem Strike-Preis notiert, oder der Optionskäufer vorher ausübt.

Das heißt: Der Put sichert zwar den Kurs nach unten hin ab, aber er sichert nicht deinen Call. Der Call hat ein theoretisch unbegrenztes Verlustrisiko, solange du die Aktien nicht besitzt. Würdest du sie allerdings schon besitzen, wäre dies eine Möglichkeit für eine Strategie. Leider frisst dir die Absicherung in Form der gezahlten Prämie für den Put Rendite weg.

Ich denke aber du wolltest auf eine andere Strategie hinaus. Ich weiß es natürlich nicht, aber ich gehe davon aus, du möchtest eine Strategie haben, die funktioniert ohne die Aktien besitzen zu müssen.

Der Covered Call funktioniert auch ohne Aktien

Wenn ich deine Frage also richtig interpretiert habe, möchtest du eine abgesicherte Strategie anwenden, ohne die Aktien dafür zu kaufen. Ich kann dich beruhigen. Diese Strategie gibt es. Es wird hier zwar auch eine Option gekauft und eine verkauft, allerdings müssen dies gleiche Optionen sein.

Wir sprechen hier von einem Poor Men’s Covered Call. Beim Poor Men’s Covered Call wird ein lang laufender Call gekauft (wie dein Beispiel für Jänner 2018) und ein kurz laufender Call verkauft (zum Beispiel auf Wochen-oder Monats-Ebene).

Der gekaufte Call (Long Call) sichert deinen verkauften Call (Short Call) nach oben hin ab. Du kannst nicht mehr verlieren als die bezahlte Prämie. Die Prämie des Short Calls schmälert natürlich jedes mal deinen Verlust von Beginn, bis er irgendwann im Gewinn endet (durch den permanenten Verkauf von Call-Optionen)

Achten solltest du natürlich darauf, wenn der Aktienkurs über deinen Strike-Preis des Short Calls steigt, denn dann muss auch der Long Call geschlossen werden.

Wenn der Aktienkurs fällt hast du jedoch nichts zu befürchten. Du kannst die Prämie des Short Calls realisieren, und verkaufst den nächsten Call. Da du keine Aktien besitzt hast du hier also auch kein Verlustrisiko nach unten. Dafür hast du aber eben von Beginn an einen Verlust durch die gezahlte Prämie des Long Calls gemacht. Diesen gilt es durch Short Calls in einen Gewinn zu verwandeln.

Um diese Strategie bis ins Detail zu beschreiben bräuchten wir wohl einen eigenen Beitrag. Glücklicherweise gibt es diesen Beitrag schon, allerdings hab den nicht ich geschrieben, sondern mein geschätzter Blogger- und Optionshandels-Kollege Martin. Wenn du also mehr über diese Strategie wissen möchtest, kann ich dir empfehlen seinen Beitrag über den Poor Men’s Covered Call zu lesen.

Zusammenfassung

Wenn du eine Short Option absichern möchtest, musst du dies immer mit der gleichartigen Long-Option machen. Ein Put sichert keinen Call und ein Call sichert keinen Put.

Ein Long Call kann einen Short Call sichern, und ein Long Put kann einen Short Put sichern.

Deinen Grundgedanken finde ich eigentlich sehr gut, da Aktien mehr Margin blocken als eine gekaufte Option. Aus diesem Grund lässt sich langfristig wohl auch mehr Rendite heraus holen.

Würde mich freuen, wenn du dich noch einmal meldest und mir ein Feedback zu diesem Text gibst. Ich hoffe ein paar andere Leser konnte heute auch wieder etwas für sich mitnehmen. Danke nochmal für die Frage!

Möchtest du auch Optionen handeln? Wenn du noch an der Seitenlinie stehst und dir ein vernünftiger Broker fehlt, kann ich dir meinen mit bestem Gewissen weiterempfehlen. 

mfG Chri

16 Kommentare

  • Hallo!

    Das sind allesamt gute Überlegungen im einleitenden Mail, und super sind die erweiterenden Hintergrundinfos von. Ich denke so sieht man, welche Mölichkeiten und Betrachtungsweisen bei der Idee ins Spiel kommen.

    Selbst wenn man nur sieht, dass die Materie wahnsinnig komplex ist, vielleicht sogar im Moment zu komplex für einen selbst, ist einem schon damit geholfen 😉

    Ich möchte noch ergänzend auf den Punkt bringen, warum obige Strategie nicht funktioniert.

    1. Gebühren
    Diese alleine fressen einen schon auf. Thema erledigt. Weiter bräuchte man gar nicht zu denken.

    Um bei den Introducing Brokern von IB zu bleiben hier im deutschsprachigen Raum, kostet ein Optionskontrakt auf amerikanische Werte immer USD 3,50. Bei dem Gegenwert den die zu schreibenden Call-Optionen ausmachen, fressen alleine diese Gebühren einen Großteil der Einnahmen auf. Spreads noch gar nicht mit eingerechnet.

    Selbst wenn man direkt zu Interactive Brokers wechselt (Kommission pro Kontrakt nur mehr USD 0,70 und damit ein Fünftel) rechnet es sich nicht. Man hätte sodann USD 10,- Mindesgebühr pro Monat zu zahlen, was gelegentlichen Handel erst recht nochmals teurer macht.

    2. Kursbewegungen

    Coca Cola braucht im Beispiel oben nur 5 % von heute auf morgen steigen. Das ist durchaus realistisch. Der geschriebenen Call ist dann so teuer, dass du ihn nur mit großem Verlust wieder zurückkaufen kannst. Oder aber du wirst ausgeübt und verkaufst zwangsweise 100 Stück Aktien. Das ist dann ein Leerverkauf, der sofort in einem saftigen Verlust für dich mündet.

    Werden inzwischen Dividenden fällig (Coca Cola bezahlt 4x im Jahr) kannst du als Leerverkäufer die Dividende auch noch aus deinem eigenen Cash-Bestand bezahlen. Das ist dann eine „in lieu“ Dividende. Cash, das du anstelle von Coca Cola im Ausmaß der Dividende aus deiner Tasche bezahlst.

    Das passiert wenn der Kurs von Coca Cola mal steigen sollte.

    Wenn nicht, und das ist wirklich nur ein Idealfall, sieht es so aus:
    Im Jänner 2018, bei gleichem Kurs wie heute, ist den Put wertlos verfallen (dein Geld dafür ist in der Tonne), und die Einnahmen durch die Calls machen weniger aus als du für den Put bezahlt hast.

    Ein Verlustgeschäft.

    Gebühren noch nicht eingerechnet. Mit diesen: ein großes Verlustgeschäft.

    Wenn du so vorgehen möchtest, Prämieneinnahmen bei nicht zu heftigen Kursbewegungen zu haben, so ist vielleicht der kombinierte Verkauf einer Call- und Put-Option, beide aus dem Geld, zielführender. Absichern kannst du diese Positionen mit dem Kauf einer Call- und Put-Option die nochmals weiter aus dem Geld liegen.

    Kommen keine zu heftigen Bewegungen, bringt das vielleicht ein paar Euro im Monat.

    • Hallo Cor,

      Interessant: Dass man die Dividenden bei einem Leerverkauf selbst zahlen muss wusste ich nicht, klingt aber nachvollziehbar.

      mfG Chri

  • Ich glaube er hat die Aktien schon im Depot, sichert sie mit dem Put bis 2018 ab und verkauft Covered Calls auf die Aktie.
    Das ist eine Strategie, die auf jeden Fall möglich ist, aber wie so oft hängt der Erfolg davon ab, wie sich am Ende der Kurs entwickelt. Sind die CCs zu nah am Geld, fliegt die Aktie früh raus und er kann die Verluste des Puts nur schwer kompensieren. Fällt die Aktie, sind immer noch 8 Dollar Verlust bis zur Absicherung auszugleichen.

    Der Poor Mans Covered Call ist im Endeffekt ja genau die gleiche Strategie, nur dass man durch den Kauf des Calls zusätzlich noch auf die Dividenden der Aktie verzichtet. Dafür ist der Verlust aber auch hier entsprechend begrenzt.

    VG, Rico

    • Danke für den Hinweis,

      mit den Aktien im Depot ist die Sache mit dem Put natürlich eine andere.

      Wirklich profitabel scheint sie mir aber dennoch nicht zu sein. Es müsste wahrscheinlich schon ein größeres, vergleichsweise plötzliches Ereignis wie der Crash um 2008 herum passieren, damit sich die Absicherung lohnt.

      Bei einem nur moderaten Rückgang oder einer Seitwärtsbewegung, beides über längere Zeit, dürfte nicht wirklich etwas daraus zu holen sein. Recht sicher kommt am Ende ein wertloser Verfall, wenn man die Absicherung so lange hält.

      Vielleicht schafft man es die vergleichsweise teuere Absicherung mit den geschriebenen Calls (teilweise) zu finanzieren.

      Ich hab mich schon öfter gefragt, aber nie gedanklich zu Ende gedacht, was wohl günstiger als Absicherung ist.

      Ein Put-Kontrakt den man kauft, oder (mehrere) Put-Spreads (long Put aus dem Geld, short Put noch weiter aus dem Geld).

      Weiß hier jemand mehr?

      • Gute Frage. Ich denke nicht, dass es im Endeffekt so viel Unterschied macht, da du ja die für die Bear Put Spreads auch jedes Mal die Prämie zahlst. Diese summieren sich auch auf. Was noch dazu kommt:
        Wenn die Aktie fällt brauchst du den Long Put um den Short Put zu sichern. Eventuelle Aktienpakete die du im Depot hast wären dann wieder nicht gesichert. Oder seh ich da etwas falsch?

        mfG Chri

        • Der Short Put wäre in dem Fall jedenfalls durch den Long Put gesichert, da der Long Put immer vor dem Short Put schon im Geld ist.

          Mit dem Long Put sichert man sich ab, mit dem Short Put beschneidet man die Sicherung nach einem bestimmten Bereich wieder.

          Die Gedanken dahinter sind:
          * Preis des Long Puts auf einen Bruchteil reduzieren (da der Short Put den Großteil der Prämie wieder rein bringt)
          * Da der Spread dadurch sehr billig wird, kann man ihn näher am aktuellen Preis ansetzen. Vorteil: Je näher der Strike am Preis liegt, umso größer ist das Delta und damit der Wertgewinn bei einem Preisrückgang.

          Beispiel:

          Kurs des Basiswerts: € 100,-

          Anstelle einen Put mit Strike € 50,- zu kaufen, kauft man:

          5x Long Put Strike € 70,-
          5x Short Put Strike € 50,-

          Theoretisch ist man nur für den Preisrückgang bis zu € 50,- abgesichert. Fällt der Wert tiefer, fällt der Short Put ins Geld und frisst ab dem Moment alle weiteren Zuwächse des Long Puts auf.

          Wegen des höheren Strikes der Long Puts fällt der Wertzuwachs bei einem Kursrückgang aber höher aus als bei nur einem Long Put mit Strike € 50,-

          Und wer weiß, vielleicht steigen die Spreads bei einem Rücksetzer insgesamt stärker als ein einzelner Long Put mit niedrigerem Strike, und das alles bei gleichen Kosten für die Absicherung.

          Die Aktien sind jedenfalls nicht gefährdet.
          Wird man zum Laufzeitende bei den Short Puts ausgeübt (sprich, diese sind im Geld), sind die Long Puts auch automatisch im Geld und bedienen die Short Puts.

          Und wird man zwischenzeitlich bei einem Short Put ausgeübt, freut man sich über das gute Geschäft das man automatisch hat indem man selber einen Long Put ausübt, oder das Underlying einfach zum Basispreis mit gutem Gewinn gleich verkauft.

  • When the reader has the KO shares, then this could make sense. Have calls to fund the insurance.

    that being said, when you are in KO for the long run, why need insurance. When you have KO for the dividend, then this is the only thing tat matters. A put does not protect you here.

  • Hallo Chri,

    erst einmal besten Dank für deine sehr ausführliche Beschreibung und die Kommentare von Euch in der Community.

    Ich habe es verstanden, was Ihr geschrieben habt. Das Thema ist sehr vielschichtig und man muss sich am besten ein Bild machen, wie die Strategie aussieht (mathematisch also auf der x-Achse den Kurs des Underlyings, auf der y-Achse der Gewinn-Verlust-Verlauf). Das hilft mir zumindest in der Regel. Aber hier versagte das bei mir, deshalb danke ich euch sehr für eure Hilfe.

    Ob man die Aktien nun im Depot haben möchte oder nicht, war nicht so wichtig. Es geht eher darum, eine Rendite zu erzielen, ohne dafür ein großes Risiko einzugehen. Wenn man bedenkt, dass statistisch gesehen 90% der Privatanleger Verluste erzielen, weiß man ja, dass es umso wichtiger ist, eine klares, definiertes Setup zu fahren. Wichtig ist aus meiner Erfahrung, ein Konzept zu haben, das auch in Phasen der Marktkorrektur stabil ist und „nur“ zu Verlusten führt, die einen nicht ernsthaft beschädigen.

    Interessant wäre einmal die Frage, ob man ein Backtesting machen kann bei Optionen. Ein Backtesting zeigt, was historisch betrachtet aus eine Strategie geworden ist. Das ist vor allen dann wichtig, wenn die Märkte stark einbrechen und somit die Volatilität deutlich ansteigt. Ich habe den M-DAX-Futures gehandelt und dort waren manchmal Spreads von weit über 2% zu sehen. Wenn man da eine Position im Verlust glattstellen, also schließen muss, addieren sich die Verluste zu immensen Summen.

    Viele Grüße
    HiCo

    • Hallo HiCo,

      Sehr gerne!
      Was meinst du mit Backtesting? Du könntest zumindest in einem Paper-Trade-Account diese Strategie längere Zeit ausprobieren. Aber ob man dafür historische Daten heranziehen kann? Ich denke ja, es funktioniert irgendwie, aber nur mit viel Aufwand, da die Prämien und so weiter berücksichtig werden müssen.

      Ich bin auch noch immer dabei meine Strategie so zu verfeinern, dass ich auch in längeren Korrekturphasen Geld verdiene, bin aber momentan noch nicht zu einem zufriedenstellendem Ergebnis gekommen.

      mfG Chri

      • Mit Backtesting kann man als Trader rückwirkend sehen, wie es in ungemütlichen Zeiten zugegangen wäre, wenn also die Volatilität sich von einem Tag verdoppelt (oder mehr), z.B. wie am 11.9.2001 oder als die Finanzkrise in den USA begann. Man nutzt also historische Daten. Manchmal kann man diese historische Daten kaufen (sicher weiß ich das beim DAX), aber ob bei Optionen, weiss ich leider nicht.

        Die Frage ist, ob Interactive Brokers oder ein anderer diese Daten anbietet. Denn dann wüssten wir alle, was passiert, wenn der Dax einmal 1000 Punkte an einem Tag in den Keller rauscht. Erinnert sich noch jemand an den „Flash Crash“, als ein Trader eine falsche Order eingab und der Dow Jones in kurzer Zeit deutlich absackte? Hier wäre es einfach mal interessant zu sehen, wie robust die Aktien-Optionen hier sind oder ob die Spreads, also Kauf- und Verkaufskurse von der Börse so schlecht gestellt werden, dass dies einen „Margin Call“ (die Positionen werden automatisch geschlossen, um die Verluste zu begrenzen) auslöst.

        Denn wer so einen kleinen oder großen Crash ohne zu große Verluste hinter sich bringt, hat die Feuertaufe bestanden.

        Es geht letztlich darum, die Handelsstrategie so zu verfeinern, dass man vom Zinseszinseffekt – wie Ihr das oft macht- eine Unabhängigkeit bekommt, um sich damit nach und nach ein Grundeinkommen sichert.

        Wenn irgendjemand die gestellten Kurse für Aktien-Optionen von dem Flash-Crash-Handelstag findet, ließe sich das einmal „backtesten“, was mit dem jetztigen Optionen Depot passieren würde.

        Viele Grüße
        HiCo

  • Ich frage mich gerade, ob historische Daten bzw. Backtesting bei Optionen wirklich großen Sinn machen.

    Sogar bei DAX-Werten gibt es in Kontrakten manchmal nur wenige gestellte Kurse (Transaktionen) pro Tag oder überhaupt keinen Handel. Aussagekräftiger wären hier schon Bid und Ask, obwohl natürlich auch das nicht die Preise sein müssen zu denen dann tatsächlich gehandelt wird.

    Wegen eines Flash Crashs würde ich mir keine Sorgen machen. Solche Ereignisse ziehen in der Regel groß angelegte Mechanismen zur künftigen Absicherung mit sich, allenfalls werden Orders mit ausreißenden Preisen vom Marktplatz abgelehnt oder der Handel wird überhaupt ausgesetzt wenn seltsame Kursbewegungen stattfinden.

    Das Schöne an Optionen ist, das maximale Risiko schon vorher zu kennen bzw. es als fixen Bestandteil mit einbauen zu können in eine Strategie.

    • Ich denke auch, dass es schwierig wird bei Optionen so einen Backtest durchzuführen.
      Ich habe vor einiger Zeit bei Interactive Brokers nachgefragt, ob ihr Risk Navigator eventuell die Margin-Veränderungen während eines Crash anzeigt. die Ernüchternde Antwort: Nach dem Wissensstand von mehreren Support-Mitarbeiter gibt es so ein Tool nicht….

      Gerade wenn wir vom Handel mit Margin sprechen wird es bei Optionen richtig komplex. Die zugrunde liegenden Berechnungsmethoden für die Margin-Anforderungen sind zwar schön und gut, aber es wird meines Wissens nicht die Volatilität mit einbezogen.
      Am Hochpunkt 2008 stand der VIX bei 90. Jetzt dümpeln wir irgendwo bei 10 herum. Aber was man auch sieht: Das ganze passiert nicht von heute auf morgen. Der VIX baut sich nur langsam auf. Daraus könnte man sich selbst eine Regeln zurecht legen, ab welchem Wert man keinen Short Puts mehr handelt.

      mfG Chri

  • Toller Beitrag. Habe viel mitgenommen. Da merkt man wieder das man nie auslernt. Gerade an der Börse nicht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Klaas

    • Hallo Klaas,

      Seh ich genau so. Gerade durch Gespräche mit Gleichgesinnten ergibt sich meist ein hervorragender Lernerfolg.

      mfG Chri

  • Hallo Chris,

    ich mache auch gerade etwas Papertrading. Um meine Verluste am Anfang zu begrenzen, habe ich mich für den „Bull Put Spread“ entschieden.

    z. B. heute ver-/gekauft: Cisco ($31,68) am 07.07.17 SP32 für $+0,82 und LP für $-0,14
    => bei Verfall: $+0,68 ; Break-Even: $31,32; max. Verlust: $1,32
    (natürlich alles 100x, weil 1 Kontrakt = 100 Aktien)

    Ich musste den SP InTheMoney verkaufen, damit das Gewinn/Verlust-Verhältnis nicht ganz schlecht ist (=0,515). Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit/Delta dementsprechenden hoch.

    Mache ich irgendetwas falsch? Die Prämien sind immer so gering, deswegen muss ich halt mit dem SP ins Geld gehen, damit das Verhältnis nicht zu schlecht ist. Damit steigt aber das Risiko und B/E. Was mache ich falsch? Die Vola müsste bei 13% liegen, ist das zu gering? Der Zeitwert mit über einem Monat sollte doch reichen oder?

    Bin mir noch unsicher.
    SoBa

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.