Rollen meiner Bayer-Puts

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Hallo,

Heute melde ich mich einmal mit einer etwas schlechteren Nachricht. Im Endeffekt wird es wieder egal sein, aber ich werde dieses Monat eventuell sogar schlechter aussteigen, als noch im September. Ich habe zwei Puts auf die Bayer AG laufen. Beide sind weit im Geld, was mich prinzipiell nicht stört. Was mich aber stört ist, dass die Puts morgen beide auslaufen.

Das heißt für mich, entweder ich rolle beide Optionen, oder ich rolle einen und lasse mich bei einem ausüben. Die Dividende wird erst wieder nächstes Jahr ausgeschüttet.

Soeben habe ich aus den Puts zwei Strangles gemacht, wobei sich aber das Laufzeitende der Puts und Calls natürlich nicht gleichen.  Momentan laufende Optionen:

  • 1 Put mit Strike 92 – Laufzeitende 13.10.2016
  • 1 Put mit Strike 94 – Laufzeitende 13.10.2016
  • 2 Calls mit Strike 94 – Laufzeitende 04.11.2016

Im nächsten Schritt versuche ich einen der beiden Puts mit einer angemessenen Prämie auf den 04.11.2016 zu verlegen.

Dafür bekomme ich 418 Euro Prämie. Den 92er Put auf Bayer habe ich für den 04.11.2016 verkauft.

Für den 92er Put, der morgen ausläuft habe ich 108 Euro Prämie bekommen. Diesen habe ich soeben zu 360 Euro zurückgekauft. Das macht einen kurzfristigen Verlust von 252 Euro (108€ -360€)

Der neue Put hat mir aber eine Prämie von 418 eingebracht, somit steige ich eigentlich mit einem Gewinn von 166 Euro aus. Ob ich im November noch einmal rollen muss werden wir sehen.

Durch die beiden Calls habe ich weitere Prämieneinnahmen von 70 Euro verbuchen können. Den 94er Put lasse ich einfach auslaufen, da ich genug freie Mittel zur Verfügung habe. Sollte die Aktie bis zur naechsten Dividende nicht über meinen Einstiegspunkt kommen, lasse ich mir diese auszahlen.

bayer-aktienkurs

In der Zwischenzeit verkaufe ich wieder Calls auf die eingebuchten Aktien, so wie ich es mit BMW die ganze Zeit mache. BMW befand sich nie lange über dem Einstiegspreis, aber bescherte mir durch Covered Calls bis jetzt jeden Monat 3 stellige Einnahmen. Ein gewaltiger Vorteil im Vergleich zu normalen Buy-and-Hold Investment-Ansätzen.

Zusammenfassung

Um es noch einmal zusammenzufassen. Zuerst hatte ich einen Put auf 92 und einen Put auf 94. Den 94er Put lasse ich auslaufen und kaufe morgen die Aktien. Den 92er Put habe ich 3 Wochen weitergerollt und mir eine höhere Prämie bezahlen lassen als ich Verlust gemacht habe. Zusätzlich habe ich 2 Calls mit dem selben Datum des Puts auf die Bayer AG verkauft. Dies bringt mir weitere 70 Euro Einnahmen. Einer der beiden Calls ist seit Beginn an Covered durch die 100 Anteile, die ich morgen kaufe.

Der zweite Call bildet mit dem verkauften Put einen Strangle. Das bedeutet, dass ich in einer Richtung immer Gewinn machen werde. Steigt die Aktie gewinnt der Put, fällt die Aktie, gewinnt der Call.

  • 1 Put mit Strike 92 – Laufzeitende 04.11.2016
  • 2 Calls mit Strike 94 – Laufzeitende 04.11.2016
  • Ausübung des 94er Puts und Kauf der Aktien

Einziges Manko an der ganzen Aktion: durch den gerollten Put habe ich eine Option mit negativen Vorzeichen im Oktober-Einkommen. Falls es noch stark nach unten geht, könnte ich mich auch dazu entscheiden weitere Puts auf andere Aktien zu rollen. Dies würde mir ein gesamtes Negatives Vorzeichen im Oktober bescheren. Mal sehen wie es sich entwickelt. Im Endeffekt steigen wir immer mit Gewinn aus, auch wenn es mal einen Monat länger dauert.

Tut mir leid, dass es aktuell nicht soviele neue Trades im Newsletter gibt. Ich bin ganze Zeit mit dem Aufbau der zweiten Homepage beschäftigt, da habe ich aktuell nicht so oft den Kopf frei zum Handeln. Natürlich sollte ich das trotzdem nicht vernachlässigen, da ich die Einnahmen aus dem Optionshandel irgendwie trotzdem gerne hätte. Naja, sehen wir wie es weiter geht.

mfG Chri

8 Kommentare

  • Ich finde es klasse das du auch darüber berichtest, wenn es nicht so gut läuft und zeigst wie man da möglicherweise noch etwas drehen kann.

    Ich hätte da noch eine kleine persönliche Frage. Wie ich sehe handelst du auf deutsche Werte die Optionen. Sind die liquide genug, sodass man da seine Optionen immer sicher verkaufen kann bzw. welche kaufen kann? Ich bin bei dem Thema völliger anfänger und besitze nur theoretisches Wissen, aber fast kein praktisches.

    • Hallo Martin,

      Danke für die Blumen! Es gehört dazu, dass es manchmal nicht so gut läuft. Niemand kann voraussagen wie sich der Aktienmarkt entwickelt, deshalb ist es wichtig zu wissen wie wir aus jeder Situation herauskommen ohne gröbere Verluste zu machen. Wenn man sich mit Roll-Strategien intensiv beschäftigt kann eigentlich nichts schief gehen. Dies würde ich dir ans Herz legen, wenn du beginnen möchtest Optionen zu handeln.

      Zu deiner Frage: Eigentlich handle ich lieber auf amerikanische Aktien die Optionen. Aber ich finde aus Gründen der Risikostreuung sind europäische Aktien auch ab und zu mal gut zu handeln. Ich beschränke mich hier aber wirklich auf die großen Unternehmen des DAX. Die Aktien sind hier noch immer liquide genug um hier raus und reinzuspringen. Bei kleineren Unternehmen wird es hier schwieriger, da haben die amerikanischen Unternehmen ganz klar die Nase vorne, da sie einfach viel bekannter sind, und dadurch auch mehr gehandelt werden.

      Ich danke dir fürs vorbeikommen!
      mfG Chri

  • Ciao Chris,

    I am rolling two options this month, still manage to do that with a profit so as long as the AR% doesn’t fall too much I prefer to play it safe. I am still evaluating things but as you noticed from the facebook group I have also started to trade near the money like you do. If you cannot roll on a profit, what do you do? Roll anyway or take the stock?
    Ciao ciao
    Stal

    • Ciao Stal,

      Play it safe is a good idea 🙂
      it depends on my available funds. If I have enough free margin to buy the stocks I will buy it, because most of the time I am trading stocks I want to own anyway. If I have to roll, there is a way to roll on a profit, trust me 🙂
      You can roll further away, or to another strike, or you can make a strangle or something else.

      thanks for stopping by 🙂

  • Hi Chri,

    Schöner Artikel! Natürlich läuft es nicht immer so wie man es gerne hätte, sonst würde es jeder machen. Gewiss ist ein Verlust nicht schön, aber auch nichts schlimmes. Es ist bloß ein Trade von vielen. Wichtig ist nur, dass man die Verluste begrenzt. Und das hast du ja im Griff, wenn man dein Ergebnisse sieht 😉 Weiter so!

    Lg Michael

    • Hallo Michael,

      Jap, da hast du auch wieder recht. Ein Verlust ist nichts Schlimmes, das stimmt. Solange im Endeffekt etwas positives heraus kommt ist doch alles in Ordnung. Auch wenn ich bis Jahresende keine Gewinne mehr machen sollte und am Ende jedes Monat eine schwarz 0 herauskommen würde, wär ich mehr als zufrieden mit diesem Jahr.

      Danke fürs kommentieren!
      mfG Chri

  • Alexander Sperling

    Hi Chris,
    da ich noch recht neu in der Materie bin, habe ich noch ein paar Verständnisfragen zu Deinem Rollen:
    1.) Die hohen Einnahmen aus dem Verkauf des neuen Puts zum 4.11.2016 beruhen darauf, dass er bereits im Geld ist, oder?
    2.) Die Aussage zum Strangle habe ich nicht verstanden: „Der zweite Call bildet mit dem verkauften Put einen Strangle. Das bedeutet, dass ich in einer Richtung immer Gewinn machen werde. Steigt die Aktie gewinnt der Put, fällt die Aktie, gewinnt der Call.“ Ich war der Meinung, ein Strangle hat ein überschaubares Gewinnpotenzial (nämlich die Summe der vereinnahmten Prämien, dem in beide Richtungen hohe Verlustpotenziale entgegen stehen (theoretisch unendlich bei stark steigenden Kursen sowie in Höhe des Strikes bei stark fallenden Kursen). hab eich da eventuell etwas falsch verstanden? Falls nicht, ist das nicht eine sehr „aggressive“ Vorgehensweise?

    Viele Grüße
    Alexander

    • Hallo Alexander,

      Zu deinen Fragen:
      1) Ja, du hast vollkommen recht, mit dem rollen des Puts hab ich mir nur etwas mehr Zeit verschafft. Die hohe Prämie kommt daher, dass die Option bereits im Geld ist.
      2) Der Call verliert an Wert wenn die Aktie fällt und ich kann ihn somit mit Gewinn zurückkaufen. Wenn die Aktie steigt verliert der Put an Wert und ich kann ihn mit Gewinn zurückkaufen. Solange er den Strike der anderen Option nicht erreicht mache ich natürlich in beide Richtungen Gewinn. Steigt die Aktie allerdings über den Call kann ich diesen wieder rollen, und habe aber mit dem Put einen Gewinn erzielt. Fällt die Aktie unter den Strike des Put kann ich durch den Call einen Gewinn realisieren, und rolle entweder den Put weiter oder kaufe die Aktien.

      So oder so, die Aktie kann nur in eine Richtung gehen, deshalb habe ich mit beiden Seiten Gewinnpotential. Allerdings habe ich auch auf beiden Seiten Verlustpotential, wie du schon richtig geschrieben hast. Nämlich nach oben hin unbegrenzt und nach unten hin in Höhe des Strikes.

      Hier ist es eben wichtig zu wissen, wie man sich beim Rollen verhält. Wie ich immer sage: Wenn du das Rollen beherrschst, kann dir im Grunde genommen nichts passieren. Das einzige Szenario welches hier einen großen Verlust hervorbringen würde, wäre wenn die gehandelte Aktie auf 0 gehen würde.

      Konnte ich es verständlich genug erklären?

      Wie immer ist dies nur meine Meinung 🙂
      Danke fürs kommentieren!

      mfG Chri

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