Target eröffnet 9 Prozent niedriger

Gestern nach dem Mittagessen war ich gerade mit einem guten Freund unterwegs um ein Grundstück näher zu betrachten, welches im Internet angeboten wird. Plötzlich bekam ich eine E-Mail auf mein Handy, dass mein Depotwert heute wieder etwas mehr gefallen ist. Ein kurzer Blick auf den VIX lässt mich einen kühlen Kopf bewahren. Alles in Ordnung. Also nur ein Kurssturz einer gehaltenen Aktie. Target ist gestern zur Börseneröffnung um 9 Prozent gefallen. Heute möchte ich allen meinen Lesern, die ebenfalls in der Target-Aktie long sind, Mut machen.

Warum ist Target gestern gefallen?

Dies hat nichts mit dem Unternehmen direkt zu tun. Der Internet-Gigant Amazon hatte gestern veröffentlicht, dass die Bio-Kette Whole-Foods von Amazon übernommen wird. Das schickte nahezu den gesamten Einzelhandels-Sektor auf Talfahrt:

  • Kroger
  • Walmart
  • Target
  • Costco
  • Supervalu
  • Sprouts Farmer Market
  • United Natural Foods
  • und ein paar weitere

All diese Unternehmen sind nach der gestrigen Meldung weit gefallen. Es herrscht die Furcht vor einer zu großen Marktmacht durch Amazon. Aber auch wenn solche Kurssprünge auftreten, sollten wir uns nicht allzu sehr von einer Panik leiten lassen. Jemand der mit solchen Ereignissen nicht umgehen kann hat an der Börse nichts verloren.

Wir investieren langfristig mit kurzfristig sehr guten Gewinnen

Ich kann es nur immer und immer wieder predigen. Wenn man sich von Beginn an an die Regel hält, nur Short Puts auf Aktien zu schreiben, welche man langfristig halten würde, ist alles in Ordnung. Als Investor gibt es rein gar nichts was man jetzt tun sollte. Wieso auch verkaufen? Target macht immer noch gute Gewinne und die Dividende wurde um 3 Prozent gesteigert. Es ist das 46te Jahr in Folge, in dem das Unternehmen die Dividende erhöht. Die Steigerung sind natürlich nicht so hoch, wie noch zu Zeiten stärkeren Wachstums.

Dennoch: Target befindet sich in einem Kampf und das Unternehmen sollte von Investoren weiterhin genauer beobachtet werden. Für mich stellt der Kurssturz allerdings noch kein Verkaufssignal dar. Eher würde ich in die andere Richtung denken, aber das wie immer nur meine Meinung.

Wenn du der Meinung bist, dass Target langfristig den Wandel hin zum digitalen Zeitalter meistern kann, ergibt sich jetzt gerade vielleicht eine riesige Chance. Wie schon oben geschrieben, gibt es hier einen Dividendenaristokraten mit einer Dividenden-Rendite von 4,7 Prozent. Die Dividende wurde das 46te Jahr in Folge gesteigert, es wird noch immer gutes Geld verdient. Die Chance ist vielleicht zu vergleichen mit einer großen Chance die vor 2 Jahren stattgefunden hat. Für jeden der dies damals verpasst hat, könnte heute der Zeitpunkt sein dies nachzuholen.

Ich erinnere gerne an das Ende vom Jahre 2015, wo Wal-Mart ziemlich in Bedrängnis geraten ist. Der Kurs ist auch weit eingebrochen. Investoren die damals ihren ganzen Mut zusammengenommen haben, konnten sich mittlerweile schon über satte Kurs-Gewinne freuen. Ich kaufe gerne Dividendenaristokraten auf einem niedrigen Kurs-Level. Leider habe ich schon einige Anteile von Target im Depot, sonst würde ich jetzt zugreifen. Dies ist  aber wie immer KEINE Kaufempfehlung! Die Risiken muss im Endeffekt jeder selbst tragen.

Was werde ich also tun?

Durch die ansteigende Volatilität habe ich gestern noch ein paar Calls mit 7 Tagen Laufzeit (und dieses Mal einem Delta von 0,20) auf Target verkauft, da die Prämie somit höher ausgefallen ist. Steigt die Aktie nächste Woche allerdings wieder, muss ich höchst wahrscheinlich trotzdem rollen. Aber darum handeln wir ja Optionen: Weil wir adjustieren können so oft wir wollen. Ansonsten mache ich das gleiche, was ich immer tue. Ich warte und lasse mich dafür bezahlen, in Form von Dividenden und Optionsprämien. Ich handle was ich sehe und nicht was ich glaube.

Grundsätzlich würde ich mich mental nicht fertig machen, wenn so etwas wie gestern passiert. Geh rational an das Thema heran, beobachte das Unternehmen, aber lass dich nicht vom täglichen Auf und Ab an den Börsen verrückt machen.

Vergesst nie, dass wir mit unserem Ansatz langfristig einen Cashflow aufbauen wollen. Kurzfristige, heftige Kursänderungen sollten zwar unsere Aufmerksamkeit wecken, aber uns nicht aus unserem Konzept bringen.

Weiterhin viel Erfolg!

mfG Chri

 

Bildquelle: http://www.ibeacon.com

28 Kommentare

  • Hallo Chri,

    Wie du schon erwähnt hattest langfristiges investieren siegt meistens! Ich muss sagen das mein Depot praktisch nichts gespürt hat, da ich keine wirklichen Retailer im Depot besitzte.

    Im Gegenteil die Kurs sind nach oben, wobei mich das langfristig erstmal nicht interessiert 🙂

    Gruss
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      freue mich fuer dich, wenn es nach oben geht, aber wie du schon gesagt hast: davon kann man sich noch nichts kaufen 😉

      MfG Chri

  • Das mit dem Durchhalten, wenn es mal gegen die Erwartung geht, das ist so eine Sache.

    Verfolgt man eine Strategie bei der Kursverläufe nur nebensächlich sind – Einkommen zB – so interessiert ein Rückgang nicht. Konsequenterweise stellt sich auch die Frage des Durchhaltens nicht. Wenn doch, dann dann hat es vielleicht etwas am eigenen Plan. Man lebt ihn evtl. doch nicht so konsequent, wie man eigentlich will. Ganz hart formuliert kann man sich die Frage stellen, ob man sich nicht selbst anlügt mit seinem Plan. Die Antwort kann sicher interessant sein.

    Auf der anderen Seite, wenn Kursverläufe doch sehr wichtig für einen sind, kann man schon Gefahr laufen, sich eine Entwicklung schönzureden. Schönreden dann, wenn die Entwicklung einem eigentlich gar nicht passt, voll gegen den Strich geht, und man die Sache neutral betrachtet nie und nimmer gut heißen würde. Man hält sich dann an Dingen fest, die nichts als die eigene Phantasie sind, fernab jeder Realität.

    Warum ich das schreibe: Ich habe es zu oft miterlebt.

    Mit dabei um 2009 herum, als der Immo-Crash voll einschlug und eine Wirtschaftskrise heraufbeschworen wurde. Vorher ca. 2007 als es einen Crash im Edelmetallmarkt gab. Die damaligen Durchhalteparolen unter den „Investoren“ (es waren eher Spekulanten die hofften, ohne Aufwand schnell an Geld zu kommen) die gingen auf keine Kuhhaut, wie man bei uns am Land in Österreich so schön sagt. Verschwörungstheorie, die scheinbar immer wieder einen fixen Platz in der Community der Edelmetall-Fans gehabt haben, die machten die Lage um nichts besser.

    Nicht selber miterlebt mit Geld, sondern nur peripher aus dem Abseits, habe ich den Dot-Com-Crash um das Jahr 2000 herum. Leute haben Haus und Hof verwettet um durchzuhalten.

    Sehr eindrucksvoll für mich die Geschichte von jemanden, der mit seinen Buch- und Realgewinnen bereits ein großes Haus geplant hatte. Die Bauarbeiten waren im Laufen.

    Die ständigen Berichte und Erfolge am damals neuen Markt beflügelten die Herzen vieler Kleinanleger die glaubten, so zu einem Vermögen zu kommen. Durch Aufkommen des Internets war es sogar erstmals möglich, von zuhause aus direkt an den Börsen mitzumischen. Jeden Tag ein neuer Trade. Zur sicher mit horrenden Gebühren wenn man dies über die üblichen Hausbanken und Telebanking abwickelte, das ist aber eine andere Geschichte.

    Die Gewinne schindelerregend. Wenn der Mark nur eine Richtung kennt – steil nach oben – ist es auch sehr schwer am Ende des Tages keinen Gewinn (Buchgewinn, real, klein, groß) eingefahren zu haben.

    Dann kam der Crash. Und die Person, die mit dem Trading einen Hausbau finanzieren wollte, von der weiß ich nicht so recht. Am Grundstück auf dem mit dem Bau begonnen wurde, stand fast 10 Jahre später noch immer ein Rohbau. Weitere Infos: Mir sind sie unbekannt.

    Die Aktie der Deutschen Telekom notiert jetzt, Mitte 2017, bei ca. 15 Euro. Nach dem High im Jahr 2000 bei mehr als 100 Euro.

    Ich denke man sieht, wie gefährlich es ist, blind das Durchhaltevermögen hochzuhalten und einen Schwur nach dem anderen darauf zu legen. Wenn man doch auch von der Kursentwicklung abhängig ist nicht sagt: Ich will die Dividenden, das Geld kann meinetwegen im Mülleimer landen.

    Deinen Blog, Chri, und den Ansatz wie du Einkommen generieren magst, den finde ich erfrischend. Das hat schon was Gutes.

    Einzelhandel, da weiß ich nicht so recht um ehrlich zu sein. Zwar kann ich mir nicht vorstellen, dass er ganz verschwindet, aber wer weiß schon, wie und wie stark Veränderungen nicht kommen können.

    Schon eher denkt mein Bauch da ein REITs, die ihre Kohle mit Immobilien machen, die vom Einzelhandel genutzt werden. Da ist man doch weiter weg von der Front, und ob es jetzt mehr vom Händler weg X, hin zum Händler Y geht, was wirklich vor Ort bei den Leuten gut läuft, da scheint man mir wesentlich flexibler zu sein.

    Ich halte aber auch nichts von Werten wie beispielsweise Tesla, das muss ich auch sagen. Eine solche Anlage wäre für mich nichts wie Spekulation. Kein Geschäftsmodell das funktioniert, seit Jahrzehnten läuft, Gewinne erzielt, und regelmäßig (steigende) Dividenden abwirft.

    Wahrscheinlich kommt es auf die Mischung drauf an. Und die Gabe, sich bei seinen Entscheidungen und Anlagen der Zeit anzupassen. Wenn notwendig, immer wieder und über die Zeit.

    Zu große Klumpen in einer Position, oder sich eine Entscheidung schönzureden weil es gegen einen gelaufen ist: Das ist nicht unbedingt etwas Gutes.

    Ich möchte jedenfalls sagen: Nur weiter so mit klugen Gedanken und Entscheidungen.

    Und wer weiß: Vielleicht rät dir gegen Ende des Jahrs ja dein Steuerberater, den einen oder anderen Buchverlust klein zu realisieren, sofern sich eine Möglichkeit bietet, ihn mit einem Topf von Gewinnen auszugleichen.

    • Hallo Cor,

      bin da komplett bei dir. Man darf sich hier nichts schoen reden. Und ich denke das tue ich auch nicht. Wie schon gesagt: ich sehe mir die entwicklungen an. Wendet es sich zum schlechten, wird die position mit verlust geschlossen.

      Ich denke ich habe es mittlerweile schon drauf, dass ich mich in keine aktien verliebe 🙂 aber warum sollte ich verkaufen, wenn sich das unternehmen nicht so entwickelt wie man es durch den kurs annehmen wuerde.

      Ob wir am ende des jahres verluste realisieren sollten oder nicht wird sich zeigen 🙂

      Ich schaetze deine Meinung sehr. Aber ich versuche nicht blind das durchhaltevermoegen hoch zu halten. Wie schon gesagt: alles was ich tue ist auf das Unternehmen zu schauen, und nicht auf den Kurs.

      Danke fuers kommentieren 🙂
      MfG Chri

      • Hi Chri,

        danke für deine Antwort!

        Ich weiß nicht, ob es auch sicher angekommen ist so wie von mir gewollt, deshalb schreibe ich es hier nochmal extra:

        Wenn ich hier Kritik schreibe, dann ist die nicht an dich gerichtet, und auch nicht an deine Strategie die du verfolgst.

        Deine Entscheidungen, die Strategie, und wie du das alles hier veröffentlichst und eine Community daran teilhaben lässt, das finde ich sogar sehr gut. Ich hab darüber noch nicht so intensiv nachgedacht, denke aber, dass wir in den wesentlichen Punkten genau auf einer Welle sind.

        Schreibe ich hier Warnungen, dann sind diese ganz allgemein und einfach so geschrieben. In der Hoffnung, damit möglichst viele Leute zu erreichen. Als zusätzliche Sichtweise. Denn, nur viele Sichten sind es, die eigene Entscheidungen erst richtig abrunden und am Ende festigen. Es werden dann gute eigene Entscheidungen.

        Viel zu oft schon habe ich erlebt, dass Leute engstirnigen Gedanken und Vorstellungen aufgesessen sind was Geldanlage betrifft. Das Ergebnis reichte, sich innerlich reich zu träumen, darüber hinaus endete es aber in einer Katastrophe. Und das finde ich sehr schade.

        Dir jedenfalls noch gutes Gelingen! Deine Beiträge inspirieren mich immer mehr, mit welchen Themen ich mich künftig noch genauer beschäftigen möchte.

    • Interessantes Statement, dem ich in vielen Punkten meinen Zuspruch gebe!

      Allerdings bin ich der Meinung, dass die Kurse an den Börsen großteils von Gier und Angst bestimmt werden.

      Die Dot-Com-Blase ist das beste Beispiel für die Gier-getriebenen Kurse. Meines Wissens waren da Neu-Emmissionen zu Kursen mit KGV über 100 überzeichnet -> Das sagt doch alles, wenn man noch einen Funken normalen Verstand besitzt. Jedes Friseur-Mädel hatte sich damals ja plötzlich mit Börsengeschäften beschäftigt.

      Gegenteilig Angst-getrieben (oder übertrieben) der Crash nach der Pleite der Lehmann-Brüder.
      Wie sich glücklicherweise im nachhinein herausstellte, hing die Weltwirtschaft nicht an ein paar Spekulanten-Spinnern, die in irgendwelchen Bank-Hochhäusern sitzen und sich, wenn man ganz ehrlich ist, nicht mal den Kaffee selber kochen können.

      Auch die 9%-Minus bei TGT Angst-Getrieben. Oder was hat sich nach der Amazon-Neuigkeit fundamental geändert? Passende Angebote von TGT werden angenommen wie vor der Amazon-Neuigkeit. Nicht-Passende Angebote von TGT werden nicht angenommen, ebenfalls wie vor der Amazon-Neuigkeit. Nichts, was 9%-Minus rechtfertigen würde!

      Persönlich sehe ich Immos etwas zweifelhaft. Die angeführte, 10jährige Bauruine ist hierfür das beste Beispiel.

      Optionen haben sicher Vor-/ und Nachteile, die man kennen und beherzigen sollte. Dann ist meiner Meinung nach eine (langfristige) positive Strategie entwickelbar. Chri macht hier meiner Meinung nach eine sehr gute (Öffentlichkeits)arbeit.

      Mit gesundem Menschenverstand sollte dies alles positiv entwickelbar bleiben.

      Lg aus Bayern

  • So ähnlich dürften auch die Buchhändler gedacht / gehofft haben. Retail ist im Sterben und Dividendensteigerungen bei Wegfall des Burggrabens sind eine Kontraindikation…

    Einzig dass Amazon in die Offline-Welt drängt gibt etwas Hoffnung. Aber die Kurse der Retailer werden nie wieder steigen – außer durch Notenbank-Druckerpressen. Fundamental ist es das Finale, nicht das Intro…

    Sorry 🙁

    • Hallo SmartTrader,

      Alles ist möglich, wir können es beide nicht wissen, das sind alles nur Spekulationen. Die Dividendensteigerungen werden immer geringer, was in diesem Fall gut ist meines Erachtens. Bei Coca-Cola fand ich die Steigerung schon etwas zu hoch, wenn man sich die Gewinnzahlen ansieht. Ich schätze es bei Unternehmen nicht, wenn das Payout-Ratio stark ansteigt.

      Du magst recht haben, dass der Retail Sektor wie wir ihn bis jetzt hatten sterben wird, aber auch diese Unternehmen werden alles daran setzen in der digitalen Welt Fuß zu fassen, aber wie schon geschrieben, wir können es nicht wissen.

      Danke für deinen Kommentar übrigens, freue mich in der Zukunft auf weitere von dir!
      mfG Chri

  • In der Regel wie ja nichts so heiß gegessen, wie gekocht wird.
    Amazon muss sich erstmal behaupten und nicht alles was sie angefangen haben oder für Kunden sinnvoll fanden und den Markt gedrückt haben, erwies sich als gut. Manches wurde vom Kunden auch abgelehnt.

    Ich sehe das ziemlich entspannt.

    • Hallo Mahtchello,

      jop, das sehe ich genauso. Momentan bin ich noch total entspannt, beobachte aber weiter.

      MfG Chri

  • @Cor: Interessanter Kommentar! Ich bin schon gespannt auf die vielen neuen privaten Händler / Investoren die noch kürzer als ich im Markt aktiv sind (seit 2012) wenn der Markt mal wirklich dreht. Allerdings glaube auch ich selbst langsam nichtmehr daran 🙂

  • Hallo Chri,

    ein interessanter Post. In der Tat habe ich bei der dem kleinen Kurssturz zuerst an dich gedacht, da mir die 500 Stück von Target bei deiner überschaubaren Depotgröße damals ins Auge fielen (ich schätze Target auf 1/3 deines Depotwerts). Wie ich dir schon geschrieben habe, sehe ich im Stillhaltergeschäft einen Konflikt zwischen Cash-Flow (inbsesondere Optionsprämien) und Rendite (langfristige Kursgewinne + langfristig steigende Dividenden).

    Target ist die Extremposition, weil sie stark übergewichtet ist. Was allgemein zutrifft, ist das die meisten Positionen deines Depots aus Sorgenkindern bestehen wie General Mills und IBM. Selbst P&G stagniert seit längerem. Die hast du sicherlich alle über Puts eingebucht bekommen.

    Und genau das meine ich mit dem Widerspruch zwischen Cash-Flow und Rendite. Ich denke, dass dein Depot ohne Optionen besser diversifiziert und mit weniger Problemaktien bestückt wäre, als es nun der Fall ist. Wie ich schon geschrieben habe ist bei diesem Vorgehen irgendwann das Pulver oder muss man, um nachzuladen, Buchverluste realisieren.

    Ich bin selbst am austaxieren, wie ich am besten mit diesem Widerspruch umgehe. Mit den Optionen bin ich aktuell im Minus.

    Gruß!

    Torsten

    • Hallo Torsten,

      wie schon in der Mail sehe ich das genauso. Es gibt nicht den heiligen Gral der privaten Finanzen. So versuche ich mir durch meine Strategie aber einen stetig steigenden cashflow zu erzeugen, was bis jetzt eigentlich gut funktioniert.

      So ganz habe ich auch noch nicht die perfekte Strategie, aber ich lerne taeglich hinzu.

      MfG Chri

  • Du magst mit TGT vielleicht Glück haben, aber es ist für den langfristigen Kapitalaufbau nicht effizient mehr als 20-25% deines Kapitals in ein einziges Unternehmen zu investieren. TGT sieht zwar von den Zahlen her günstig aus, aber wenn das Unternehmen in 10-15 Jahren bankrott ist, ist es trotzdem teuer. Die 46 jährige Historie von Dividendenzahlungen hilft da auch nur bedingt, es gab schon genügend andere Unternehmen die ihren Aristokratenstatus verloren haben. Der Retailmarkt in den USA wird durch ALDI,LIDL auf der Billigseite und Amazon auf der Premiumseite gerade heftig in Beschuss genommen und es kann durchaus sein das TGT das nicht überlebt. Nichtsdestotrotz habe ich auch eine kleine Position in TGT, aber die ist so klein das es nicht weh tut.

    Hast Du schonmal drüber nachgedacht das es besser sein könnte statt Aktien zuweisen zu lassen, die Put Position zu rollen und dabei die Anzahl der Kontrakte zu minimieren und den Strike zu reduzieren? (und dabei evtl. die Laufzeit verlängern?)
    Auf dem Wege wird das gebundene Kapital in dem Unternehmen reduziert und Du kannst das freigewordene Kapital in tiefere Put-strikes investieren. Hier ist das sehr gut beschrieben: https://www.fullyinformed.com/put-selling-rolling-control-assignment-part1/

    Ich muss zugeben das mich Dein Blog dazu motiviert hat, es selber zu probieren und habe die ersten 4 Short-Put-Positionen letzte Woche eröffnet. Ich werde allerdings meine gebacktestete Dividend-Growth-Strategie als Basis für die Aktienauswahl benutzen. (geöffnete Positionen waren in HP,EAT,OHI and GWW, bei TGT war ich gestern zu langsam und der 45$ Strike war zuweit weg um damit genug Premium zu erzeugen, hätte wohl auf 2 Monate ausweichen sollen.)
    Die geschriebenen Put Optionen haben eine Laufzeit von 4-5 Wochen, bei 25% Restpremium in den ersten 2-3 Wochen oder 10% in der 3-4 Woche werden Gewinne automatisch per Buyorder eingetütet, bei Verlust werde ich die oben beschriebene Taktik des Runter und Raus-Rollens durchführen. Als optimale Positionsgröße sehe ich aktuell 25% des Kapitals, da ich plane nie mehr als 125% des vorhandenen Kapitals zu benutzen. (Also 5 geöffnete Positionen)

    Wenn Du möchtest reporte ich meine eingenommenen Prämien für den Communityreport am Ende des Monats.

    • Krümel,

      ich gebe dir recht. Mit Target ist etwas schief gelaufen, dass habe ich in einem Beitrag auch schon erwähnt, und versuche ich in Zukunft zu vermeiden.

      Zum Rollen: Ich kann auf alle erdenklichen Arten rollen, aber habe mich bewusst dagegen entschieden. Dennoch sollte ich die Strategie noch weiter anpassen. 😉 Niemand ist perfekt und wir lernen jeden Tag hinzu.

      Was mich gerade sehr erfreut ist die Tatsache, dass du dich nun auch damit beschäftigst. Viele geben einfach ihren Senf dazu ohne es jemals ausprobiert zu haben. Du nicht. Dafür hast du meinen größten Respekt!

      Sehr gerne nehme ich dich in den Community Beitrag mit auf, du müsstest mir nur immer rechtzeitig bescheid geben.

      Herzlich Willkommen im Optionshandel! Wenn es nichts für dich sein sollte, ist es auch okey, aber du hast es dann wenigstens probiert und kannst somit von eigenen Erfahrungen berichten.

      mfG Chri

      • Ja der Optionshandel hat schon gewisse Vorzüge. Kleinere Drawdowns als direkte Aktienanlage, keine Fremdwährungsabhängigkeit und kostenlose Leverage. Man performt zwar in einem puren Bullenmarkt etwas schlechter, aber in Seitwärts- oder Bärenmärkten outperformt man deutlich. (Zumindest theoretisch)
        Mit ein wenig Disziplin sollte das in einer deutlich höheren Performance enden. Ich habe auf dem Wege jetzt auch den USD-Anteil meines Aktienportfolios gehedget. (Tip: Puts auf FXE verkaufen) Ist zwar kein perfekter Hedge, aber ich denke ich kriege so ca. 5-6% Zins falls der €/$ sich nicht bewegt oder leicht steigt/fällt. Steigt er schnell habe ich weiterhin leichte Währungsverluste. Fällt der USD verliere ich nichts, da der Währungsanteil meines Aktiendepots ja dann zulegt. Normalerweise würde der perfekte Hedge ca. 2.5-3% kosten pro Jahr (0.3-0.5% negativer Zins auf €, ca. 2-2.5% für Margin in USD), der imperfekte Optionshedge bringt 5-6% Zins. Bin sogar am überlegen den Cash für die Margin komplett in USD zu hinterlegen und auf dem Wege zu hedgen.

        • Ja, in einem puren Bullenmarkt wäre es natürlich besser einfach Aktien zu kaufen und darauf zu hoffen, dass es weiter hinauf geht. Aber da ich niemals wissen kann wie es weiter geht, habe ich mich für diesen Weg entschieden. Wie schon öfters erwähnt, es gibt nicht die perfekte Anlagestrategie, irgendwo muss man immer Abstriche machen.
          Mit Währungs-Hedges hab ich mich ehrlich gesagt noch gar nicht befasst, muss ich mir mal reinziehen bei Gelegenheit. Danke für deine Infos dazu! 🙂

          mfG Chri

    • Danke für den link, Krümel !

      • Hab mir den Typen von der Homepage jetzt auch mal angesehen. Die Strategie ist teilweise das was ich hier versuche. Short Puts und Covered Calls auf dividenden aktien. der macht das erfolgreich seit 40 jahren. Das bringt ja eine ordentlichen Batzen Motivation 🙂

        mfG Chri

  • Habe letzte Woche neue Calls auf TGT verkauft und Puts bei 45 Dollar geschrieben. Damit würde mein Preis für die Aktie dann bei rund 52 Dollar notieren, wenn die Puts verfallen oder bei knapp 49 Dollar wenn TGT noch weiter fällt. Bei der aktuellen Dividende würde ich mir damit im „worst case“ eine Rendite von 5 % sichern. Das ist für ein solches Unternehmen schon sehr angenehm!

    VG, Rico

    • Hallo Rico,

      Jop, das sehe ich genauso! Wie Tom Sosnoff immer zu sagen pflegt: You have to lower your coast basis 🙂
      Hab auch schon daran gedacht noch weitere Puts zu verkaufen, allerdings rolle ich die weg, wenn es noch weiter runter geht. Keinen Bock auf mehr Anteile 🙂

      mfG Chri

  • Herrlich, euch so beim zocken zu sehen.

    Euch Glück zu wünschen, bringt wenig – denn ihr werdet untergehen, wie Tausende vor euch.

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