Short Put Option

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Dieses Thema enthält 6 Antworten und 4 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Finanzmixerin vor 5 Tagen, 15 Stunden.

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  • #2693

    Finanzmixerin
    Teilnehmer

    Ich weiß nicht, ob ich die einfache Strategie des Short Put richtig verstanden habe:
    Ich verkaufe eine Put Option. So viel ist klar.

    Und ich verpflichte mich, die Aktien zu kaufen, auch wenn der Kurs gesunken ist.

    Zu welchem Strike-Preis kaufe ich denn nun die Puts. In der Regel doch zu einem höheren Preis als den aktuellen Aktienkurs?

    Habe ich das richtig verstanden?

    #2694

    Michl
    Teilnehmer

    Hallo Tanja,
    na da will ich mal versuchen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen:
    Der Verkauf der Option ist dir ja klar – ich sehe das immer als den Verkauf einer Versicherung, dafür erhält man eine Prämie $X.
    Wie bei jeder Versicherung gibt es dann auch einen „Schadensfall“. Dieser tritt ein, wenn der Kurs der Aktie unter den genannten Strike fällt. In diesem Fall, also nur wenn der Kurs unter den Strike fällt, musst du die Aktie zum erwähnten Strike kaufen.

    Als Beispiel: Du verkaufst einen Put auf AT&T (aktueller Kurs $33.xx) mit Laufzeit bis 08. Dezember und einem Strike von $32.
    Dafür bekommst du $33 Prämie. Sollte die Aktie nun im genannten Zeitraum bis 08. Dez unter $32 fallen musst du, sofern du ausgeübt wirst, 100 Aktien zu je $32 kaufen.
    Wie sich der Kurs danach entwickelt ist dann wieder eine andere Geschichte…

    Ist es so etwas einfacher nachzuvollziehen?

    Grüße,
    Michl

    #2695

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Finanzmixerin,

    die Grundlage hat Michl ja schon super erklärt. Ein Satz verwirrt mich jetzt noch etwas in Deinem Posting. Du schreibst:

    „Zu welchem Strike-Preis kaufe ich denn nun die Puts. In der Regel doch zu einem höheren Preis als den aktuellen Aktienkurs?“

    Also ein normaler Put-KÄUFER (Absicherung) wird sein Strike eher unter dem aktuellen Kurs wählen. Genauso wie ein normaler Put-VERKÄUFER (Trading).

    Also wenn die Aktie 100 Dollar kostet und ich einen Put mit einem Strike von 95 Dollar KAUFE habe ich mich gegen Kursstürze über 5 Dollar versichert und mein Risiko entsprechend begrenzt. Sinkt der Kurs unter 95 Dollar bekomme ich die Aktien auf jeden Fall zum Strike-Preis los.

    Wenn ich als Trader einen Put, also die Versicherung verkaufe ist ja mein Ziel die Optionspräme zu kassieren ohne das der Gegenpart von seinem Recht der Ausübung gebrauch macht. Ich wette also drauf das der Kurs über dem Strike-Preis ist.

    Ich habe gelernt das die Chancen am besten stehen wenn die Restlaufzeit der Option etwa 45 Tage beträgt und der Abstand des Strikes vom aktuellen Kurs etwa eine Standardabweichung beträgt. Das entspricht einem Delta von ganz grob 17.

    Ich kann aber nur davor warnen ohne ein ausreichendes Basiswissen in dieses Geschäft einzusteigen. Die Mechanik der Optionen und wie die Preise bei bestimmten Entwicklungen reagieren sollte man zumindest grundsätzlich verstanden haben. Sonst kann man da in kurzer Zeit viel Geld vernichten. Ist der Kurs mal am Strike angekommen nimmt der Preis der Option rasant an Fahrt auf, denn für jeden Dollar den der Kurs unter den Strike fällt wird die Option 100 Dollar mehr wert.

    Bischen anders kann die Sache aussehen wenn man die Aktien auch nehmen würde, wie es Chri ja macht. Dann kann es je nach Situation auch sinnvoll sein einen Put zu verkaufen der bereits im Geld ist.

    Bye
    Opti

    #2704

    Finanzmixerin
    Teilnehmer

    Hallo ihr beiden,

    vielen Dank für eure Erklärungen, die einiges klarer machen.

    @opti: Ich möchte die Short Puts ebenso dafür nutzen, um ggf. Aktien zu kaufen. Also ich kaufe einen Short Put auf eine Aktie, die ich sowieso haben möchte, kassiere die Prämie, und sehe, ob ich ausgeübt werde.

    In der Tat bedarf es bei mir noch viel Wissensaneignung.
    Noch steige ich nicht so recht durch.

    Danke und viele Grüße
    Tanja

    #2705

    Matthias Schneider
    Teilnehmer

    Tanja,

    nicht KAUFEN sondern VERKAUFEN bedeutet short Put.
    „Short“ ist immer verkauft. Man kann einen Put (also eine Verkaufsoption) oder einen Call (Kaufoption) verkaufen (short) oder kaufen (long).
    Der Stillhaltergemeinde geht es in erster Linie um den Verkauf (short), um die Prämie zu verdienen, die der Käufer der Option zahlen muss.

    Also;
    short Put = 1 Put verkauft (man hat eine Minusposition im Depot; -1)
    short Call = 1 Call verkauft (ebenfalls Minusposition im Depot; -1)

    long Put = 1 Put gekauft (man hat eine Plusposition im Depot; 1)
    long Call = 1 Call gekauft (dito; 1)

    Zunächst musst Du erst prüfen, ob Du überhaupt eine Handelsberechtigung bei Deinem Broker hast, und ob der Broker es überhaupt die Möglichkeit bietet. Bei deutschen Brokern sieht das eher mau aus. Man ist dafür eigentlich immer bei einem IB-Ableger wie Captrader, Banx, Lynx…

    Sollte das soweit funktionieren, dann solltest Du unbedingt klein anfangen. Ich kann nur raten, mit kleinen Werten das zu probieren. Denn was ist der „worst case“? Dass der Wert sehr stark fällt (schlimmstenfalls auf Null) wenn Du den Put verkauft hast. Der Käufer des Put kann dann die 100 Aktien zum Strike an Dich loswerden. Darum sollten die 100 Aktien nicht sehr teuer sein. Selbst ein sehr starker Abschlag kann ruinös sein. Heute fällt z.B. Priceline über 1% oder über 250 USD!!! Wer da mit einem short Put drin ist, der hat erstmal fertig. Man verliert praktisch nur bei 250 USD Preisabschlag 100 x 250 USD = 25.000 USD
    Halleluja…
    Darum also nur kleine Werte am Anfang, solange man kein schier unerschöpflich großes Konto hat. Wenn man eine Cisco meinetwegen nimmt, dann geht man eine Verbindlichkeit von „nur“ ca. 3.450 USD ein. Wenn dann der Kurs ungewünscht um 10% absackt, dann muss man sie eben teurer nehmen als man sie am Markt bekäme, aber was soll’s, wenn man bereit gewesen wäre sie auch vorher zum höheren Kurs selbst zu kaufen. Dann hat man sie eben mit Minus im Depot und wartet auf bessere Zeiten.

    Aber man hätte ja niemals 100 Priceline gekauft/kaufen können! Darum, nur short Put mit Werten, von denen man sich auch die 100 Stück leisten kann. Man kann nicht damit rechnen, dass man den Put schnell genug wieder eindecken kann in so einem Fall.

    Es gibt viele warnende Beispiele. Selbst der Profi Jens Rabe hat einen Verlust von über 33.000 erlitten gerade!

    Niemals teure Aktien nehmen! Da trifft die Warnung: „It is like picking pennies from a railway track.“ Man kann 7…8…9 Mal gefahrlos das Kleingeld von der Schiene sammeln, aber dann wird man beim 10. Mal überfahren wie heute bei Priceline.

    Immer das worst case Risiko zu zahlen in der Lage sein. Das ist fürs Überleben notwendig.

    Alles Gute
    MS

    #2707

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Finanzmixerin,

    ich hätte da mal einen Tipp. Jens Rabe verkauft für 5 Euro seinen Basiskurs:
    https://www.digistore24.com/product/114563

    Das sind 10 Stunden Videomaterial mit dem gesamten Basiswissen zu Optionen und dem Optionshandel. Was man nicht bekommt, Strategien wie man das dann profitabel handelt. DAS bekommt man dann natürlich nur für deutlich mehr Geld. Aber nachdem Du ja bereits eine Strategie für Dich ausgesucht hast, dürfte das ja nicht das Problem sein.

    Mir hat der Basiskurs absolut geholfen ein grundlegendes Verständnis für das ganze Thema zu bekommen. Dir scheinen wirklich noch die absoluten Grundlagen zu fehlen, ich denke 5 Euro wären dann da gut investiert. Und nur zu Sicherheit, ich kenne Jens Rabe weder persönlich, noch profitiere ich von seinen Geschäften.

    Und jetzt gibt es noch zwei Sachen die man als blutiger Anfänger evtl. nicht auf dem Zettel hat, aber unbedingt vorher klären sollte, bevor man mit Euphorie ins Thema einsteigt. Matthias hat beides eigentlich auch schon erwähnt. Ich fasse nochmal zusammen.

    1. Optionen beziehen sich immer auf 100 Aktien. Ist Dein Depot groß genug, das Du unter Berücksichtigung einer vernünftigen Diversifikation jeweils 100 Aktien von einer Sorte eingebucht bekommen möchtest?

    Beispiel:
    Du schreibst eine McDonalds Option, diese bezieht sich auf 100 Aktien. Kurs aktuell 170 Dollar. Bedeutet bei einer Ausübung bekommst Du Aktien für 17.000 Dollar eingebucht. Sagen wir mal ein Depot sollte mindestens 10 Werte umfassen, müsstest Du um solche Aktien berücksichtigen zu können ein Depot im Bereich von 150.000 – 200.000 Dollar haben. Willst Du nun noch die Chance haben günstiger Nachzukaufen, weil der Kurs doch nicht optimal war, entsprechend das doppelte oder so.

    Sollte also Dein Depot deutlich kleiner sein, muss Dir klar sein das Du nur einen Teil der verfügbaren Werte über Optionen ins Depot holen kannst.

    2. Kläre vorher ob Du ein Margin-Konto und die Berechtigung für Leerverkäufe (short) von Aktien-Optionen bei Deinem Broker bekommst. Die bereits genannten üblichen Verdächtigen Captrader, Banx Broker und Lynx haben da gewisse Schwellen eingezogen (bzw. das sind Behörendenvorgaben). Du musst ein gewisses Mindesteinkommen beziehen oder ein gewisses Mindestvermögen haben. Sonst bekommt man unter Umständen keine Handelszulassung.

    Bye
    Opti

    #2709

    Finanzmixerin
    Teilnehmer

    Danke euch.

    Das mit der 100er-Stückelung war mir klar. Danke dennoch 🙂
    Ich will wirklich nur einfachste Optionsstrategien ausführen. Und habe zur Sicherheit zunächst ein Cash-Konto.

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