Warum passives Einkommen für mich nicht zwangsläufig zur finanziellen Freiheit gehört

Überall liest man von passiven Einkommen, und dass alle danach streben, da Geld herein kommen soll, ohne seine Zeit dafür zu opfern. Auch ich wollte lange Zeit einfach so einen großen passiven Einkommensstrom wie möglich aufbauen. Mittlerweile denke ich etwas anders, aber dazu mehr im Text unten.

Dieser Beitrag ist Teil einer Blogparade von Freaky Finance. Sieh dir dazu auch die kostenlosen Beiträge zum Thema „passives Einkommen und finanzielle Freiheit“ beim Vermögens-Akademie-Kongress an.

Mein erstes passives Einkommen

Passives Einkommen bedeutet für mich Geld zu verdienen ohne meine Zeit dafür aufzuwenden. Damals als ich gerade meine Ausbildung in der höheren technischen Lehranstalt abgeschlossen hatte, habe ich begonnen mich für passives Einkommen zu interessieren. Ich wollte nicht bis an mein Lebensende meine kostbare Zeit gegen Geld tauschen. So bin ich dann auf das Investieren in Dividenden-Aktien gekommen.

Auch ich wollte an den Gewinnen mir bekannter Unternehmen profitieren. Somit habe ich begonnen mein hart erarbeitetes  Geld in dividendenstarke Aktien zu investieren. Der Moment als meine erste Zahlung eingegangen ist, war überwältigend 😉 Ich hatte es doch tatsächlich geschafft mit jungen Jahren mein erstes passives Einkommen zu erzeugen. Natürlich braucht es dafür keinen Doktortitel, aber ich war schon ein bisschen stolz auf mich.

Mittlerweile ist es mir eigentlich recht egal, ob mein Einkommen total oder nur teilweise passiv ist.  Viel wichtiger ist mir, dass ich mir meine Zeit selbst einteilen kann. Natürlich hat es seinen Reiz Monat für Monat sein Geld zu bekommen ohne dafür arbeiten zu müssen. Ist es aber Arbeit, wenn ich es gerne mache?

Mein Ziel ist es ein Leben zu schaffen,  wofür ich keinen Urlaub brauche

Mein größtes Ziel ist es also ein Leben zu leben, in dem ich mich jede einzelne Sekunde frei fühle. Jeder Moment sollte so gelebt werden, wie ich es mir vorstelle. Die Selbstständigkeit durch einen Mix aus Online-Business, Dividenden und Optionstrading würde dies für mich langfristig möglich machen. Der Blog bindet zwar auch einiges an Zeit, aber ich mache es gerne, und ich habe das Gefühl, dass ich es für mich tue, nicht für einen Arbeitgeber.

Auch der Handel mit Optionen ist nicht wirklich passives Einkommen, aber der Zeitaufwand für diesen, doch nicht so schlechten, Cashflow hält sich auch in Grenzen. Wie schon oft erwähnt braucht mein persönlicher Handel ein paar Minuten pro Tag meine Aufmerksamkeit. Ein kleiner Preis dafür, dass ich so mein Einkommen in den letzten Jahren dramatisch steigern konnte.

Wenn ich alle meine Ausgaben durch diese teilweise passiven Einkommensströme decken kann, würde ich mich als finanziell frei bezeichnen. Ich bin dann von niemand mehr abhängig, außer von meiner eigenen Leistung. Meine Arbeitszeit hat dann wohl auch nicht mehr viel Einfluss darauf, da sich meine Einkommensströme auch ohne weiteren Arbeitsaufwand stetig steigern werden. Der Arbeitsaufwand wird dann also gleich bleiben, und das Einkommen wird sich trotzdem immer weiter verbessern. Das bringt mich gleich zu meiner nächsten kleinen Überschrift.

Finanzielle Freiheit und passives Einkommen gehören meiner Meinung nach nicht unbedingt zusammen

Wenn jemand ein System oder eine Strategie für sich gefunden hat, die Einkommen, ohne großen zeitlichen Aufwand, erzeugt kann er oder sie finanziell frei sein. Dazu muss das Einkommen nicht unbedingt passiv sein. So ist es bei mir ja auch. Wenn ich alle meine Kosten alleine durch mein Optionstrading decken kann, wäre ich finanziell frei. Passiv ist diese Form der Geldvermehrung aber nicht wirklich.

Was aber unbedingt zu finanzieller Freiheit dazu gehört sind zwei Punkte: Hebelwirkung und Reproduzierbarkeit.

Egal wie die Einkünfte zustande kommen, diese beiden Punkte werden dich finanziell frei machen. Wenn du zum Beispiel ein Online-Business aufgebaut hast und ein Produkt für einen Euro verkaufst, tritt das Internet als Hebel für dich auf. Durch das Internet kannst du Millionen Leute erreichen. Dies wäre mit einem gewöhnlichen Würstchenstand im ländlichen Bereich nicht möglich. Du musst nur sicherstellen, dass diese Millionen Leute auch davon erfahren. Kaufen alle diese Leute das Produkt um 1 Euro bist du schon Umsatzmillionär. Deine Aufgabe ist es einfach dies immer und immer wieder zu schaffen, die Reproduzierbarkeit des Online-Erfolgs.

Anderes Beispiel: Mein Optionshandel. Der zeitliche Aufwand beläuft sich auf ein paar Minuten pro Tag. Ich verdiene aber jetzt schon um einiges mehr als in meinen Anfangszeiten. Die Reproduzierbarkeit des Handels-Erfolgs ist hier also wichtig. Die Hebelwirkung würde ich hier nicht einmal der Margin zuschreiben, sondern dem Eigenkapital. Nehmen wir an, ich mache alles gleich wie immer, ich logge mich in meinen Account bei meinem Broker ein und verkaufe Puts auf Dividenden-Aktien. Habe ich mehr Geld zur Verfügung, kommt auch mehr Prämie wieder herein. Hätte ich plötzlich doppelt soviel Moneten in meinem Depot, bräuchte ich einfach nur zwei Puts statt einem verkaufen, und würde somit mein monatliches Einkommen hier auch verdoppeln. Der zeitliche Aufwand dafür hätte sich nicht verändert.

Dies ist die Macht des Hebels und der Reproduzierbarkeit. Meiner Meinung nach viel wichtiger als ein komplett passiver Ansatz.

Findest du, dass passives Einkommen unbedingt zur finanziellen Freiheit dazu gehört? Freue mich auf Kommentare!

Sieh dir auch an was andere zu diesem Thema geschrieben haben. zum Beispiel:

mfG Chri

13 Kommentare

  • Hi Chri,

    ich kann dir in allem, was du geschrieben hast zustimmen. Speziell das die finanzielle Freiheit und passives Einkommen nicht zwangsläufig zusammen gehören. Es ist halt nur die bequemste Art und in meinen Augen die flexibelste. Was ist z. b., wenn sich deine Interessen ändern oder etwas in deinem Leben dich zwingt, den Fokus auf andere Dinge zu legen? Der passive Einkommensstrom bleibt, alles andere je nach Art und Weise des Einkommens halt nicht. Das ist der Unterschied.

    Aber wie gesagt, ich geb dir Recht. Es muss nicht zusammen gehören.

    Und schön gesagt, weil so sag ich es auch immer 🙂 => Mein Ziel ist es ein Leben zu schaffen, wofür ich keinen Urlaub brauche.

    Wenn man etwas tut, was einen Spaß macht und damit Geld verdient, dann ist das das Beste, was einem passieren kann. Dann braucht man auch keine Work-Life-Balance 🙂 … ich glaub das, was du und ich anstreben nennt man Life Design. Man baut seinen „Job“ um sein Leben und nicht wie sonst andersherum.

    Tolles Thema. Danke!

    CU Ingo.

    • Hallo Ingo,

      Den Unterschied hast du gut erklärt, ja. Stimmt ich dir zu.
      Life Design, hört sich gut an! Ich bin der Meinung dass man ohnehin seinen Job immer um sein Leben bauen sollte und nicht das Leben um seinen Job. Sehr guter Kommentar!

      mfG Chri

  • Hi Chri,
    danke für deine Teilnahme und die spannenden Einblicke.
    Spaß sollte definitiv im Vordergrund stehen. Ein Leben, in dem man kein Urlaub braucht, weil man es wie einen Dauerurlaub leben kann ist ein tolles und erstrebenswertes Bild.
    Solange die Hebelwirkung in die richtige Richtung wirkt sollte das klappen 🙂

    Gutes Gelingen dabei! Du bist ja auf einem guten Weg.
    Beste Grüße
    Vincent

    • Hallo Vincent,

      Bei der Hebelwirkung habe ich absichtlich nicht die Margin gemeint. Wenn man nur sein Eigenkapital verwendet, kann eigentlich nicht viel passieren, außer dass man eben auf vielen Aktien sitzt, die Dividende zahlen 🙂 Zumindest bei mir ist es eben so 🙂

      mfG Chri

  • Super Beitrag, diese Themen, was will ich machen und wofür, diese sind meiner Meinung nach weit wichtiger erstmal für sich selbst abzuklären, als sich dann mit dem Wie zu beschäftigen.

    Den Zustand der finanziellen Freiheit sehe ich persönlich noch weit radikaler:

    Weniger ausgeben als man einnimmt. Punkt.

    Dies mit einer Konsequenz und Beständigkeit. Es muss zur Selbstverständlichkeit, zur Routine, werden, wie der morgendliche Kaffee bei vielen. Dazu die positive Einstellung, dass Geld etwas Tolles ist. Man kann es gern haben und es ist es wert, es zu besitzen. Egal wie viel. Auch wenn man den Eindruck haben kann, viele Leute würden glauben Geld wäre etwas Schlechtes – man muss für sich wissen dass dem nicht so ist.

    Ist man mal so weit, fließt einem Geld ganz von alleine zu. Ist auch klar: Man gibt weniger als man einnimmt, und zu alledem hat man genau das noch gern. Ist doch klar, dass sich dann etwas ansammelt.

    Das über eine gewisse Zeit, und man ist finanziell frei, und zwar sowas von.

    Das Wie beim Thema Geldfluss, die Art wie man Kohle für sich generiert, scheint mir dabei wesentlich unwichtiger zu sein.

    Was wenn man mit den Gedanken zu Aktien und Optionen so rein gar nichts anfangen kann, einem das Ansehen von Zahlen in einem Computer so gar nicht zusagt? Oder man Geld an sich gar nicht mag, weil man dazu ein sehr spezielles Verhältnis hat (vielleicht im Kindesalter aufgeladenes Zeugs: Der ist sicher ein schlechter Mensch mit so viel Geld –> Geld macht einem zu einem schlechten Menschen –> das will man natürlich nicht —> es wird immer zwischen einem selbst und dem Besitz von Geld stehen)

    Man wird damit nicht glücklich werden.

    Ebenso ein Angestelltenverhältnis mit einer Tätigkeit, wo man zu 100% aufgeht und sein Glück findet. Man wird damit ebensowenig glücklich werden.

    Meiner Meinung nach ist die Zeit sowieso viel zu schade um Dingen nachzugehen, hinter denen man nicht mit gutem Gewissen und Herz und Seele stehen kann.

    Hat man das gefunden – egal was es ist – und hat in diesem Mindset ebenso der Gedanke Platz, Geld zu besitzen, zu verwalten und wachsen zu lassen, dann klappt es auch mit der finanziellen Freiheit.

    Natürlich ist das meine persönliche Meinung zum Thema. Und ich weiß, diese muss wirklich nicht mit den Gedankengängen übereinstimmen, denen Leuten üblicherweise nachgehen. Alleine mit dem Prinzip, konsequent weniger auszugeben als man einnimmt, stoße ich sehr oft nur auf Unverständnis wenn ich mich darüber mit jemanden unterhalte …

    • Hallo Cor,

      Sehr guter Kommentar! regt zum Nachdenken an. Ich denke, dass wir da bei vielen Dingen einer Meinung sind.
      Auch habe ich selbst das Gefühl, dass von irgendwo her immer Geld fließt. Da läuft es mit einer Quelle mal nicht so, dafür bekomm ich wo anders wieder mehr. Bis jetzt läuft das alles sehr gut muss ich sagen. Wäre wünschenswert, wenn es so weiter geht. 🙂

      mfG Chri

  • Hi Chri,

    Grundsätzlich sehe ich das ganz ähnlich. Finanzielle Freiheit und passives Einkommen sind zwei verschiedene Dinge. Passives Einkommen ist ein Mittel (von vielen) wie man Finanzielle Freiheit (ein „Zustand“) erreichen kann.
    Finanzielle Freiheit bedeutet für mich, dass man selbst entscheiden kann, was man arbeitet, wann man arbeitet oder ob man überhaupt arbeitet.
    Wenn mann Spaß an einer Tätigkeit hat und sich daraus ein mehr oder weniger kalkulierbarer Ertrag ergibt, umso besser. Ob dies die aktive Vermögensverwaltung ist, oder der Optionshandel, die Verwaltung von Immobilien etc. spielt für mich keine entscheidende Rolle. Viele Wege führen nach Rom…

    Grüße
    DividendSolutions

    • Hallo DividendSolutions,

      So ist es, ich befinde mich auf dem Weg dorthin. 🙂 Freue mich schon wenn es soweit ist, dass ich meine Zeit 100% selbst einteilen kann.
      Viele Wege führen nach Rom! 🙂

      MfG Chri

  • Guter Beitrag und ich sehe vieles genau so. Wenn man Spaß an dem hat was man tut, dann hat man viel Freiheit.

    Viele Grüße

    Tanja

    • Sehe ich auch so, jetzt nur noch meinen Blog und mein Optionstrading zum Beruf machen und alles ist gut 😉

      mfG Chri

  • Pingback: Geld kriegen fürs Rumhocken – Wie du seriös zu einem gutbezahlten Bankwärmer wirst! | Invest ABC

  • Hallo Chri,

    Ich gebe dir Recht, es ist viel wichtiger etwas zu finden das man gerne macht. Geld ist dann das Nebenprodukt, dass dabei entsteht. Ich bin aber auch der Meinung das man extrem arbeitsunabhäniges Einkommen z.B. durch Dividenden erwirtschaften sollte. Sobald man damit alles Lebenskosten deckt, ist man wirklich „finanziell Frei“.

    Wenn ich nämlich einer Tätigkeit nachgehe beispielsweise Selbständig die mir sehr gefällt, ich aber dennoch eine Auszeit von 6 Monaten brauche (aus diversen Gründen), kann ich das nicht ohne Einbusse von Einnahmen machen. Deshalb finde ich passives Einkommen in Form von z.B. Dividenden extrem wichtig. Vor allem, was ist z.B. wenn ich im Alter nicht mehr die Energie für meine Leidenschaft habe, weil es körperlich einfach zu anstrengen ist und ich damit nicht mehr Geld verdienen kann?

    Deshalb finde ich es auch gut das du mehrgeisig fährst, Dividenden, Optionen, der Blog etc.

    Grüss aus Las Vegas
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      Sehr richtig, verlasse dich niemals auf eine Einnahmequelle, eine der wichtigsten Lektionen 🙂

      mfG Chri

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