Warum wir Stillhalter langsam wieder vorsichtiger werden sollten

Gestern am späten Nachmittag war ich gerade unterwegs mir neue Laptops anzusehen. Ich möchte mir ein neues Gerät kaufen, um von überall auf der Welt zu arbeiten und zu traden. Nichts ahnend war ich gerade am Weg zu Saturn, als ich plötzlich eine Mail auf mein Handy bekommen habe. Die Nachricht: „Ihr Account-Wert ist heute über 1500€ gefallen, IWM über 2% gefallen“. Die Nachricht kam von meinem Broker.

Gut, es ist schön zu wissen, aber kein Grund in Panik zu verfallen. Bin also weiter zu Saturn und dann noch zu Media Markt und habe mir lang und breit erklären lassen, was die Vor und Nachteile der Modelle sind, die ich mir angesehen habe. Danach gemütlich nach Hause fahren, und etwas essen. Erst dann ging es zu meinem Standcomputer, von dem ich aktuell alles erledige.

Was war zu sehen? Der gestrige Tag war wieder einmal ein Abwärtstag am weltweiten Aktien-Markt. Die großen Indizes haben alle gemeinsam nach unten korrigiert. Meines Erachtens ist das schon lange überfällig, da es ohnehin schon schwer geworden ist billige Aktien zu finden.

Die Kursbewegungen der Indizes von gestern

  • URTH: -1.08%
  • Euro Stoxx 50: -0.23%
  • DAX: -0.75%
  • Russell 2000: -2.71%
  • Nasdaq 100: -1.49%
  • S&P500: -1.24%
  • Dow Jones Industrial Average: -1.14%

Ein Kurseinbruch dieser Art stellt erstmal keine große Gefahr dar, allerdings sollte man sich darauf vorbereiten, dass es eventuell demnächst weiter nach unten gehen könnte.

Volatilität steigt an

Für uns Stillhalter bedeutet ein Abwärtstag noch nicht zwangsläufig einen Verlust zu erleiden. Jedoch kommt eine Kurskorrektur auch immer in Zusammenhang mit erhöhter Volatilität. Für bestehende Positionen kann sich das nachteilig auswirken, da die Optionspreise steigen. Als Stillhalter profitieren wir von einem abfallenden Optionspreis.

Hier sehen wir, dass der VIX, also der Volatilitätsindex, in den letzten Wochen und Monaten immer wieder angestiegen und wieder gefallen ist, jedoch gab es bei diesen letzten Anstiegen nicht eine derartige Kursbewegung aller Indizes nach unten. Es könnte genauso passieren, dass der Markt sich wieder beruhigt und weiter nach oben läuft, aber ich bin gerne vorbereitet, wenn es trotzdem weiter hinunter geht.

Der Fear and Greed Index

Der Fear and Greed Index von CNN Money spiegelt die aktuelle Stimmung der Marktteilnehmer wieder. In den letzten Monaten hat die Gier den Markt dominiert. Man könnte sagen, dass momentan eher wieder Angst herrscht. Man könnte es aber auch so auffassen, dass die Leute einfach nicht mehr so gierig sind aktuell.

Mein weiteres Vorgehen

Meine aktuell offenen Puts werde ich versuchen zu managen. Entweder ich komme mit einem kleinen Gewinn heraus, oder ich lasse mich ausüben, wie bisher. Kommt immer auf die aktuelle Margin-Auslastung an. Vielleicht kann ich andere Positionen schließen um weiter Margin abzubauen. Das ist meine wichtigste Aufgabe momentan. Steigt die Vola weiter, steigt auch meine Margin-Auslastung an.

Gestern Abend haben wir (Martin und ich) noch ein paar Kontrakte auf Fed-Ex als Earnings-Play gehandelt. Dadurch ist meine Sicherheitsleistung natürlich wieder angestiegen, aber ich werde die Positionen ohnehin heute wieder schließen, egal ob Gewinn oder Verlust. Die nächste Earnings-Season steht kurz bevor, also hilft mir ein Margin-Abbau auch dabei mich auf diese Zeit vorzubereiten um dann viele Earnings-Termine handeln zu können.

Was noch gesagt werden muss: Mit jedem Rücksetzer kommt immer auch eine mögliche Chance für weitere Gewinne. Für Optionshändler war das bisherige niedrige Volatilitätsumfeld schwierig zu handeln, da die Prämien zu niedrig sind. Steigt die Schwankungsbreite wieder, gibt es für Stillhalter wieder mehr Möglichkeiten Geld zu verdienen. Egal welches Marktumfeld gerade herrscht, Optionshändler können in jeder Lage Geld verdienen.

Möchtest du auch Optionen handeln und dir somit ein nettes Zusatzeinkommen aufbauen?! Hier kannst du direkt ein Depot beim Broker meines Vertrauens veröffnen. Falls du Fragen hast, zögere nicht mich zu kontaktieren.

Für Langfrist-Investoren bedeutet ein Kurssturz billigere Preise, auch das freut mich. Viele Aktien sind zu teuer geworden um Short Puts darauf zu verkaufen, wie ich es für gewöhnlich durch meine Kernstrategie mache.

Wenn du ein gut funktionierendes Money-Management betreibst, kann dir eigentlich nichts passieren. Das sollte dir bewusst werden. Trotzdem solltest du vorsichtig sein, das gilt zwar zu jeder Zeit, aber gerade in Zeiten in der sich die Volatilität stark erhöht ist das noch wichtiger.

Kreiere für dich selbst einen Plan für solche Ereignisse. So etwas wird immer und immer wieder passieren. Ein Plan kann dich davor schützen, dass du später in schwierigen Marktphasen Dummheiten begehst.

mfG Chri

 

17 Kommentare

  • Hi Chri

    Wahre Worte! Ich habe vor 10 Minuten zirka das selbe geschrieben. Man könnte meinen, ich hätte von dir abgeschrieben 😀

    Lg Michael

    • Hallo Michael,

      Das zeigt doch nur, dass wir beide die gleichen Gedankengänge haben, und uns mit möglichen Szenarien beschäftigen 😉

      mfG Chri

  • Ciao Chri,

    No point in getting scared over anything, at least now. Fundamentals of the general state of the Economy do not point towards recessions or anything, a market retrace can be a good thing at this stage. Let’s see how it unfolds, maybe some opportunities will open up?
    ciao ciao
    Stal

    • Ciao Stal,

      Yeah, i think so. I am not getting scared, but its good for me to decrease my margin for better opportunites 😉 dont want to roll many puts. a correction can be a very good thing 🙂

      thanks for stopping by

      • Economy fundamentals might still be good, an equity correction is always possible. There were a few in 2016…
        I pay attention to my trades. I have 2 fully cash secured portfolios, there i can handle corrections. Then there is my margin account, that needs to be a little more conservative right now. I also try to reduce my exposure a little bit. To many rolling puts right now!

        • hey ambertree,

          yeah, i think it is a good decision to be a little more conservative at the moment.
          thanks for stopping by!

  • Jede Medaille hat zwei Seiten 🙂
    Jetzt erstmal die offenen Posis managen und auf höhere Vola hoffen, um dann schön teure Optionen verkaufen zu können.

    Gerade für die kommende Earnings-Season wird das interessant. Die Optionen sind da sowieso schon teurer als normal. Mal schauen wie es sich auswirkt, wenn die Vola allgemein bis dahin noch ansteigt.

  • Das ist ein wirklich wichtiges Thema. Bin gespannt wie die Einkommensliste nach dem März aussieht, wenn wir noch ein paar Tage weiter fallen. Da dürfte sich dann die Spreu vom Weizen trennen, oder?

    VG, Rico

    • Hallo Rico,

      Da bin ich auch schon drauf gespannt 🙂 Es wird sich zeigen, ob die Optionshändler weiter die Nase vorne haben, oder die Dividenden-Investoren in solchen Zeiten eher die Nase vorne haben 😉

      mfG Chri

  • Ich sehe da ähnlich, dass die Leute nicht mehr so gierig sind. Bei manchen Blue Chips konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln, wie Käufer bereit waren solche Preise zu zahlen.
    Hohe Preise sind nichts schlimmes, aber die Zahlen der meisten Unternehmen haben da in meinen Augen nicht gerechtfertigt.
    Wie beispielsweise Altria, P&G, Cola usw

    P. S. Aus eigener Erfahrung kann ich von Consumer Produkten im Notebook Bereich abraten. Leider bekommt man nur das in den gängigen Läden.

    Schau dir mal die Probook Reihe von HP an. Nicht teuer, allerdings ein Business Gerät und daher meistens nur im Netz zu finden.
    Mit 15″ leicht, Akku hält bei mir locker 3h, leise und mir sehr wichtig – Ein mattes Display 😉

    • Hallo Mahtchello,

      HP hab ich mir das spectre angesehen. Ich würde gerne maximal 14″ kaufen, um wirklich von überall zu arbeiten. Die Akkulaufzeit sollte viel mehr als 3 Stunden ausmachen. Habe mir das surface book von microsofot und ein paar convertibles von lenovo angesehen. bin aber noch nicht zu einem Schluss gekommen. Danke Dir für die Tipps! Kennst du kleinere convertibles mit mattem display?

      Wie sieht es mit den Kontrasten bei den matten Display aus? die spiegelnden Displays sind ja teilweise hammer geil von der Farbe her.

      mfG Chri

  • Und hast du dich für einen Laptop entschieden? 🙂
    Kauf dir einen mit SSD Platte und matten Display, meine Empfehlung.
    Gruß Patrick

  • Bzgl. Laptop: Ich habe mir vor ein paar Jahren schon ein gebrauchtes 2011er Macbook Air mit 13 Zoll gekauft. Auch wenn das Modell schon etwas in die Jahre gekommen ist reicht es mir noch vollkommen aus, ist qualitativ sehr gut, zuverlässig und auch der Akku hält noch lange.

    In der Firma haben wir HP Notebooks und würde nicht tauschen wollen:-)

  • Ich würde mir nur noch gebrauchte Computer kaufen. Z.B. Leasingrückläufer von Dell oder Lenovo. Da bekommt man von verschiedenen Händlern tolle Geräte die ordendlich gewartet wurden und wie neu sind.
    Wie auch immer du dich entscheidest: Eine Beratung von Mediamarkt oder Saturnverkäufer in Anspruch zu nehmen ist wirklich eine ganz schlechte Idee!

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