Optionen: risikoreich oder risikoarm? – Teil 1

“Je mehr Geld ich in den Aktienmarkt stecke, umso riskanter wird die Angelegenheit” Schon wieder habe ich mehrere solcher Aussagen gehört. Ich versuche meine Strategie gar nicht mehr zu verteidigen oder lang und breit zu erklären. Im Endeffekt soll jeder glauben was er will. Wenn er sich einer nicht helfen lassen will, ist das sein Bier. Statt mich ärgern zu lassen schreibe ich hier meine Gedanken dazu, und möchte Interessierten zeigen, wie ich mein zukünftiges Aktiendepot handhaben werde.

Die Strategie dazu habe ich bereits das ein oder andere Mal erwähnt. Aber dazu später mehr. Erst einmal möchte ich Dir erzählen, warum ich momentan etwas mehr Investieren kann. Ich habe mir von meinem Bruder etwas Geld geborgt. Er bekommt es kleinweise in Monatsraten zurückgezahlt. Natürlich mit einer Verzinsung. Ich kann ihm das fünf-fache der Verzinsung bieten, die er auf seinem Sparkonto bekommt. Ich mache trotzdem noch Gewinn. Somit habe ich also eine Win-Win-Situation geschaffen. Dies mache ich nur, weil ich mir mit meiner Strategie schon so sicher bin, dass ich eigentlich gar nicht mehr verlieren kann. Es wird Monate geben, da verdien ich weniger, und es wird Monate geben, da werden meine Aktien im Wert fallen. Aber ich werde keine Verluste realisieren. Ich würde jedem, der noch nicht genau weiß was er tut, davon abraten mir dies nachzumachen.

Zuerst möchte ich an dieser Stelle noch einmal erwähnen, dass mit keinem Geld gehandelt werden sollte, das dringend zum Leben benötigt wird. Ich weiß, dass dieser Satz langsam langweilig wird. Aber er ist verdammt wichtig. Das wichtigste am Optionshandel ist zu wissen, was man tut. Lernen, Lernen und wieder lernen. Optionshandel hat nichts mit Glück zu tun. Damit erfolgreich zu werden ist erlernbar. Das mag jetzt vielleicht blöd klingen, aber ich bin das beste Beispiel dafür. Ich bin in der höheren technischen Lehranstalt einmal durchgefallen, habe die Schule beendet und einen Durchschnittsjob angenommen. Während dieser Zeit habe ich mich weitergebildet.

Seit Anfang des Jahres ist der globale Aktienmarkt stark eingebrochen. Im Jänner war keine Rede von steigenden Kursen, eher das Gegenteil war der Fall. Alleine in diesem Monat habe ich durch fallende Aktien mehr durch den Optionshandel verdient, als ich das ganze Jahr 2015 an Dividenden verdient hatte. In diesem Monat hatte ich eine Rendite von 4% auf mein Kapital erwirtschaftet. Wohlgemerkt bei fallenden Aktien! Der Februar sieht zwar nicht so gut aus, da ich die Hälfte davon im Urlaub war, aber auch hier sollte wieder ein gutes Plus herauskommen.

Hab ich durch den Optionshandel also ein größeres Risiko als bei Aktieninvestments alleine?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Es kommt darauf an. Nämlich auf den Typen, der dieses Finanzinstrument verwendet. Wenn ich keine Ahnung von etwas habe, und einfach nur ausprobiere, kann ja gar nichts daraus werden. Viele probieren monatelang eine “Strategie” aus, und lernen aus Fehlern leider nichts dazu. Der Optionshandel ist ein Finanzinstrument das einen sehr hohen Hebel aufweist. Das bedeutet du kannst mit einem deutlich geringeren Kapitaleinsatz eine große Anzahl an Aktien kontrollieren und bewegen. Wenn man hier weiß was man tut, kann man natürlich auch große Gewinne realisieren. Aber es geht auch umgekehrt:  Wenn ich mir nicht genug Finanzbildung angeeignet habe, um zu verstehen, was da vor sich geht, kann ich auch sehr viel verlieren.

Wenn ich allerdings bereit bin, alles erdenkliche zu lernen, was notwendig ist, um erfolgreich zu werden, wird es sich doppelt und dreifach auszahlen. Ich für meinen Teil weiß, dass ich eines Tages von diesen Einkünften besser leben kann, als jetzt durch meinen Vollzeitjob. Wenn ich es schaffe mit 12.000 Euro dauerhaft Einnahmen von 400€ zu generieren, was meinst Du, kann ich mit 120.000 Euro anstellen? Das Prinzip ist immer das Gleiche! So langsam begreife ich auch den Satz: “Wissen ist Macht”. Ich hätte mir als kleines Kind nie erträumt, dass es möglich ist, alleine durch angeeignetes Wissen so hohe Renditen erwirtschaften zu können. Nun sitze ich hier, verdiene zwar noch keine Unmengen an Geld, aber ich weiß bereits genug, dass ich mir zu hundert Prozent sicher bin, eines Tages meinen Job zu kündigen. Die Einnahmen aus dieser Quelle werden mein Gehalt weit übersteigen.

Warum erzähle ich Dir das? Ich will dich dazu motivieren, aktiv zu werden. Wenn ich so etwas schaffe, dann kannst Du das schon lange. Ich möchte gerne mit mehr Leuten in Verbindung treten, die sich auch dafür interessieren, um voneinander noch mehr zu lernen.

Für jemanden mit Kopf stellt der Optionshandel ein weitaus geringeres Risiko dar, als das einfache kaufen von Aktien!

Mit jeder einzelnen Option die ich verkaufe, bestimme ich erneut, wieviel Risiko ich bereit bin einzugehen. Das Risiko wird steuerbar. Ich lege den Kurs fest, zu dem ich bereit bin eine Aktie zu verkaufen. Und genauso lege ich den Kurs fest, zu dem ich bereit bin eine Aktie zu kaufen. Das Risiko steht von vorneherein fest. Ich habe bei jedem Optionskontrakt nicht mehr Risiko, als ich bereit bin dafür einzugehen.

Ein aktuelles Beispiel:

Im gestrigen Beitrag habe ich die Aktie von Johnson & Johnson angeführt. Super Unternehmen mit guten Zukunftsaussichten. Der Kurs steht heute bei 104,11 US-Dollar.

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Möchte ich diese Aktie kaufen, aber nicht mehr als 98 Dollar bezahlen, verkaufe ich einfach einen Put mit dem Strike 98. Fällt die Aktie darunter, muss ich sie kaufen. Bleibt sie über 98 Dollar, verfällt die Option wertlos, und ich behalte die eingenommene Prämie. Angenommen ich besitze die Aktie bereits,habe sie bei 80 Dollar gekauft und  Angst dass der Kurs in den nächsten Tagen und Wochen stark einbrechen wird. Mein letzter Preis, zu dem ich die Aktie verkaufen würde wäre 100 Dollar pro Stück. Also kaufe ich einen Put mit dem Strike 100. Ich muss dafür zwar die Prämie an den Handelspartner zahlen, aber fällt der Kurs wirklich sehr stark, profitiere ich von meinem Verkauf bei 100.

Wie man hier sieht, mit Optionen wird der Aktienhandel sehr viel vorhersehbarer. Durch die Wahl des Strike-Preises kann ich das Risiko steuern. Kaufe ich die Aktie zu einem geringeren Kurs, habe ich weniger Risiko als wenn ich sie jetzt kaufen würde. Hier möchte ich noch anmerken, dass ich keine Puts kaufen werde. Ich als Stillhalter bin immer nur an der Prämie interessiert, deshalb werde ich nur Optionen verkaufen. Anstatt einen Put zu kaufen, verkaufe ich einen Call, und nehme eine Prämie ein, wenn der Kurs fällt.

Ich kann mir nicht mehr vorstellen, eine Aktie zu kaufen, ohne dies über den Optionshandel zu machen. Wenn ich das machen würde, würde ich eine sichere Rendite flöten gehen lassen. Noch einmal ein Aufruf an alle, die noch keine oder wenig Erfahrungen mit diesen Instrumenten haben: Investiere kein Geld, dass Du unbedingt brauchst. Borge Dir auch kein Geld von anderen, wenn Du Dir nicht zu 100% sicher bist, wie diese Instrumente funktionieren.

Im zweiten Teil meines heutigen Artikels gehe ich nochmal auf das geborgte Geld meines Bruders ein.

Ich hoffe ich konnte meinen Standpunkt klar machen, und hab Dich nicht vergrault ;). Zu guter Letzt möchte ich Dich noch auf meine neue Kontaktseite hinweisen. Wenn Du Lust hast schreibe mir dort eine Nachricht oder kommentiere diesen Artikel.

mfG Chri