S&P500 respektiert das Tief der letzten Korrektur … Vorerst

Der Standard&Poor’s 500, einer der wichtigsten Aktienindizes der Welt bewegt sich nun seit Anfang Februar in einer Seitwärtsphase. Letzten Freitag ging es nochmal ordentlich runter und ich dachte, dass es am darauffolgenden Montag noch weiter hinunter geht. Positiv überrascht wurde ich stattdessen von einer regelrechten Rally an der Börse. Alleine Microsoft hat gestern über 7 Prozent zugelegt.

Auch wenn es gestern ziemlich gut bergauf gegangen ist traue ich der ganzen Sache noch nicht. Das ist auch ein Grund warum ich tue was ich tue. Ich und übrigens auch niemand anderer kann mit Sicherheit vorher sagen wie es am Aktienmarkt weiter gehen wird. Also verkaufe ich munter weiter meine Optionen auf meine Lieblingsaktien. Dass es weiter hinauf geht, kann dir niemand versprechen, und auch nicht dass es weiter hinunter geht.

 

Suche dir ein System oder eine Strategie, um in jeder Marktphase ruhig und entspannt zu bleiben. Zieh einfach dein Ding durch. Obwohl ich dies immer wieder betone, bleiben bei vielen Optionsneulingen jedoch trotzdem einige Ängste. Das verstehe ich auch gut, da sie mit etwas Neuem begonnen haben und sich noch nicht so richtig an ihre neuen Fähigkeiten gewöhnt haben.

 

Was also wenn es doch noch weiter runter geht?

Nachfolgend möchte ich wieder darauf hinweisen, dass die Optionen jede erdenkliche Möglichkeit bieten um ruhig schlafen zu können. Wenn ich mit offenen Short Positionen im aktuellen Umfeld nicht zufrieden bin, sollte ich einige Adjustierungen vornehmen.

In einigen Beiträgen, die ich zuletzt geschrieben habe, habe ich immer wieder mitgeteilt, dass ich momentan viele Positionen rolle, um einen besseren Einstiegspreis zu bekommen und weniger Kapital zu binden. Dies wäre eine Möglichkeit um sich wieder etwas mehr Luft zu verschaffen. Die Prämien sind groß genug um durchaus profitabel rollen zu können. Das heißt, wir bekommen durch das hinunterrollen noch mehr Prämie herein, als wir durch die ursprüngliche Position bekommen haben.

 

Die ursprüngliche Angst durch die offenen Short Optionspositionen ist dann zwar noch nicht weg, aber wir sind in der Lage uns mehr Luft zum atmen zu verschaffen. Die zweite Möglichkeit wäre unsere Short Positionen mit Long-Positionen abzusichern. Für jemand, der sich sonst nicht wohl fühlt wäre dies eine relativ einfache Adjustierungsmöglichkeit.

 

Verwandle deine Short Puts also in Bull Put Spreads indem du einfach einen Long Put hinzu kaufst. Den Abstand zum Strke des Short Puts würde ich so wählen, dass es dir selbst damit gut geht. Merke: Der Abstand zwischen Short Put und Long Put ist dein maximales Risiko. Wenn du also einen Short Put bei 50 und einen Long Put bei 45 hast, beträgt dein maximales Risiko die Differenz, also 5 Dollar pro Aktie. Die Prämien müssen natürlich auch noch gegengerechnet werden. Bedenken sollte man, dass diese Absicherung zwar etwas kostet, dich aber auch vor einem großen Verlust schützen könnte.

 

Ändere deine Positionen, wie du willst

Ich, für meinen Teil, fühle mich mit Short Put Positionen im aktuellen Umfeld noch immer pudelwohl, aber das bin eben ich. Mir machen Buchverluste nichts mehr aus, da ich große Zuversicht in meine Aktien haben. Andere Menschen, andere Emotionen. Nicht jeder fühlt sich damit wohl, daher muss von Fall zu Fall unterschieden werden. Ich würde dir einfach raten deine aktuell offenen Positionen so zu adjustieren, dass du dich auch wieder wohl fühlst. Das kann wie gesagt heißen, dass du einfach hinunter und in die Zukunfst rollst oder dir Absicherungen leistest. Natürlich könntest du auch alles glattstellen und auf klare Zeiten warten, das würde ich aber niemanden empfehlen.

 

Nutze die aktuelle Marktlage um dich weiter zu entwickeln. Wir müssen einsehen, dass Aktienmärkte von Natur aus schwankungsanfällig sind, und wir auch nichts dagegen tun können. Stärke dein Mindset und gehe mit positiven Gedanken in die Zukunft. Alle Artikel der letzten Tage und Wochen sollen dir dabei helfen deine Psyche zu stärken und langfristig zu denken.

 

Ich blicke gespannt in die Zukunft, jedoch ist es mir wirklich total egal für welche Richtung sich der Markt entscheidet. Wenn ich mich für eine Richtung entscheiden müsste würde ich vermutlich eher zu einem weiteren Kursrutsch tendieren.

 

Bist du noch neu auf diesem Themengebiet? Stelle sicher dass du dir den Strategischen Grundgedanken und die nachfolgenden Seiten ansiehst. Vergiss auch nicht einen Blick auf meine Empfehlungen zu werfen.

Wünsche allen Lesern natürlich weiterhin viel Erfolg!

mfG Chri

4 Kommentare
  1. ArtVandelay
    ArtVandelay sagte:

    Hey Chri,
    wohlfühlen heißt hier wirklich das Zauberwort. Ich erinnere mich noch an 2017 als die großen US-Indizes einmal um 1,4% zurück gegangen sind und es einigen Neulinge (mich eingeschlossen) sofort etwas mulmig zumute war. Nach der Erholung gestern ging es im NASDAQ gestern zwischenzeitlich knapp 4% zurück. Da bekam man gut zu spüren wie viel Angst im Markt ist (erneut möchte ich mich da nicht ausschließen). Doch dann fiel mir auf, dass meine Angst an Futures auf den NASDAQ 100 E-Mini Futures, auf FOPs auf Erdöl, Gold oder die “Grains” geknüpft ist, weil ich mit dem Underlying keine langfristige Investition verbinde. Desweiteren habe ich z.B. noch einen Short Put auf Facebook beim Strike $125 geschrieben, wo mich die Bewegung des Underlyings vollkommen kalt lässt: ein Wert mit 2 Mrd Usern, dicker Burggraben, unglaubliche Marktmacht. Der Wer stand kürzlich noch bei knapp $200. Wenn ich da bei einem Kurs von $125 angedient werde, kann ich gut damit leben. Lange Rede, kurzer Sinn, ich werde mich vermutlich über kurz oder lang von FOPs verabschieden. Vielleicht werden dann auch wieder meine Nächte ruhiger. Nur halte ichdie derzeitige Marktlage schon für speziell. Mir ist bewusst, dass es an der Börse rauf und runter geht. Aber dass es in solchen Schüben geschieht… evtl. ist das Normalzustand, vermutlich aber nur eine Phase, die a) auch wieder vorüberzieht und b) dazu dient die “Zittrigen” aus dem Markt zu drängen. Aufgeben ist keine Option!
    Viele Grüße

    • Chri
      Chri sagte:

      Hey ArtVandelay,

      Das ist der große Grund warum ich keine Futures handle. Erstens will ich die Basiswerte nicht besitzen, zweitens geht das meines Wissens auch gar nicht, da sich bei den Futures der Barausgleich durchgesetzt hat. Deshalb bleibt der Futures-Handel für mich eben vorerst tabu.
      Ich betreibe Optionshandel um bisschen was nebenbei zu verdienen. Der Wohlfühlfaktor steht bei mir aber ganz oben. Hab keine Lust mir Sorgen über irgendetwas zu machen, was ich mir selbst eingebrockt habe.

      Aufgeben ist keine Option, da hast du recht! Der Markt ist momentan speziell, ja, es herrscht einfach noch genug Angst an der Börse mit permanenten VIX über 20. Damals dachte ich, ich würde bei so hohen VIX-Ständen aus dem Markt gehen. Jetzt fühle ich mich aber wirklich sehr wohl dabei, weil ich die für mich richtigen Aktien handle und nichts kann mir Sorgen bereiten.

      Meine aktuellen Positionen finde ich beim derzeitigen Wert schon attraktiv, wenn es noch weiter hinunter gehen sollte, werden sie für mich noch attraktiver, gerade bei Procter&Gamble und wie sie alle heißen greifen dann natürlich beherzt zu. :D

      Nach einem großen Einbruch werde ich vermutlich auch meine Margin-Auslastung etwas erhöhen, um von den wahnsinnig niedrigen Preisen zu profitieren.

      mfG Chri

  2. Bernd
    Bernd sagte:

    Hallo Chri,
    ich habe ja zwei Depots. Ein Dividendendepot und ein Optionsdepot. Beim Dividendendepot bin ich sehr entspannt und freue mich über fallende Preise. Hier habe ich nur die steigenden Dividendenzahlungen im Blick, der Deopotwert ist mir ziemlich egal. Ich bin mir sehr sicher, dass mir deshalb auch ein Zusammenbruch von 50 % mental keine Probleme bereiten wird. Beim Optionsdepot sieht die Sache schon anders aus. Dort messe ich meine “Erfolge” ja nicht an den steigenden monatlichen Einkünften aus Dividenden, sondern an dem Wert meines Depots bzw. aus den Optionseinkünften. Hier sieht es bei mir leider mau aus. Die Zugewinne von 1 1/2 Jahren habe ich mittlerweile “abgebaut” und mein Depto ist genausoviel wert wie anfangs. Da stelle ich mir schon die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt. Im Grunde habe ich bisher nichts verdient und es gab noch nichtmal einen Crash. Deine Ansätze (Rollen, Calls schreiben, verkaufen und Puts schreiben) sind sicherlich nicht falsch. Aber wenn der Kurs richtig absackt, wird es schwer. Rollen ist dann nur in die ferne Zukunft möglich, Calls bergen die Gefahr, dass sich der Kurs dreht und ich den Aufschwung der Aktie verpasse. Verkaufen und Puts schreiben probiere ich gerade aus. Zumindest lerne ich immer noch was dazu und will der Sache noch eine Chance geben. Aber es wächst bei mir schon der Gedanke, ob ich das Optionsdepot nicht lieber auflöse und langweilige Dividendenaktien kaufe.

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Bernd,

      Ich bin auch im Optionsdepot sehr entspannt und denke dass ich Kursverluste von 50% mental locker wegstecken kann. Aber ich habe auch nur dieses Depot. Ich möchte nicht zwei verschiedene Konten haben, wo ich verschiedene Strategien mache. Ich denke Investieren in Dividenden-Aktien und Optionshandel lassen sich hervorragend kombinieren, warum also nicht die Vorteile beider Strategien vereinen?

      Kann ja natürlich jeder machen wie er will.

      “Da stelle ich mir schon die Frage, ob sich der ganze Aufwand lohnt.”

      Du schreibst dass du im Optionsdepot nun nichts verdient hat. Ich bin mir sicher, dass es in deinem Dividenden-Depot nicht anders oder sogar schlechter aussieht. (kommt natürlich drauf an, wie lange du die Dividendenstrategie schon benutzt) In einem gleichen Zeitraum wirst du aber womöglich mit dem Dividenden-Depot prozentuell mehr Verlust gemacht haben als mit dem Optionsdepot. Hier gehe ich davon aus, dass du Optionen auf Aktien schreibst die du auch haben willst.

      Du siehst: Es liegt nicht an der gewählten Strategie, sondern an der Betrachtungsweise von uns selbst und welche Erwartungen wir haben. Ich gehe mit meinem Optionsdepot mental so um wie du mit deinem Dividendendepot, das hilft mir auf Dauer finanziellen Wohlstand zu erlangen, und zwar garantiert schneller als mit einem gewöhnlichen Dividenden-Depot.

      Alles nicht negativ gemeint, möchte nur meine Gedanken dazu veröffentlichen.

      Die Rolltechniken kann man kombinieren wie man möchte, auf die Calls kann man ja verzichten wenn man sich damit nicht wohl fühlt. Ich persönlich fühle mich mit Puts auch wohler als mit Calls, aber jeder wie er will natürlich.

      Danke fürs kommentieren!
      mfG Chri

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