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Was sind LEAPs und wann sie Sinn ergeben können

Passend zum aktuellen Marktumfeld habe ich mir gedacht, dass ich für alle frischen Options-Strategen erkläre was denn LEAPs nun eigentlich genau sind, und wann diese Sinn ergeben. Da es hier zu einem großen Teil noch immer (auch wenn das einige nicht wahr haben wollen) um Aktien-Optionen geht, stelle ich diese Form der Optionen gerne vor.

Optionen haben uns immer geholfen gute Ergebnisse zu erzielen, sie helfen uns das Risiko aus den Aktien etwas heraus zu nehmen, und versprechen uns gute Renditen. Auch in der Zukunft werden uns diese Finanzinstrumente gute Dienste erweisen. Bis jetzt habe ich großteils von kurz laufenden Optionen geschrieben, da ich sie einfach am meisten benutze. Hin und wieder nutzte ich aber auch LEAPs, um mich weniger um offene Positionen kümmern zu müssen.

 

Was sind LEAPs

Erstmal zur Begriffserklärung. Die Abkürzung LEAP steht für ” Long Term Equity Anticipation Security “. Dabei handelt es sich ganz einfach um sehr lang laufende Optionen. Um das ganze zu vergleichen: Wir nutzen normalerweise Optionen mit ein paar Wochen oder Monaten Restlaufzeit, um unsere Prämie einzusacken. LEAPs werden mit Restlaufzeiten über ein Jahr gehandelt. Ansonsten unterscheiden sich diese Optionen nicht von denen, die wir gewohnt sind. Es gibt genauso Puts und Calls, lediglich die Abstände der Ausübungspreise werden größer. Es gibt dann einfach nicht so eine große Auswahl an Strikes, wie man es gewohnt ist, das ist aber auch nicht nötig.

 

LEAPs werden oft zur Risikoreduktion eingesetzt. Dadurch, dass die Laufzeiten so lange sind, gibt es natürlich auch weit größere Prämien dafür. Wenn ich mich also für einen Preis einer Aktie entschieden habe, könnte ich eine lang laufende Option wählen. Wenn der Preis für eine kurz laufende Option zu gering ist um damit wirklich Einkommen zu erzeugen, schafft ein LEAP Abhilfe.

 

  • Ein 110er Put auf IBM mit 4 Wochen Restlaufzeit würde aktuell um die 70 Dollar bringen. Der Durchschnittspreis bei Ausübung liegt bei 109,3 Dollar pro Stück.
  • Ein 110er Put auf IBM mit über einem Jahr Restlaufzeit würde aktuell um die 900 Dollar bringen. Der Durchschnittspreis bei Ausübung liegt bei 101 Dollar pro Stück.

 

Wenn wir das reine Risiko der Aktie betrachten, bringt uns das jetzt schon einen kleinen Vorteil. Würde eine vorzeitige Ausübung passieren (aus welchem Grund auch immer), bin ich mit dem LEAP besser dran. Eine vorzeitige Ausübung ist beim Options-Verkauf oft ein Geschenk, dieses Thema greife ich aber in einem extra Text auf.

 

Erholung des Basiswertes mit LEAPs

Der Durchschnittspreis ist also geringer, da eine größere Prämie vorhanden ist. Zusätzlich profitiere ich aber genauso, wenn sich der Basiswert erholt. In einem Kursrutsch LEAPs zu verkaufen kann hier großen Sinn ergeben. Ich gebe dem Basiswert genug Zeit sich zu erholen. Wenn er sich dann erholt, kann ich diese Option genauso wieder mit Gewinn schließen, wie jede andere.

 

Der Vorteil hier liegt ganz klar darin sich nicht ständig um die Position kümmern zu müssen. Ich persönlich nutze LEAPs sehr gerne dazu vorhandene Positionen zu rollen, wenn es sich nicht anders profitabel ausgeht. Wenn ich nur einen Monat weiter rolle, und der Markt weiter nach unten korrigiert, muss ich einen Monat später vielleicht wieder rollen. Auch die ständigen Transaktionskosten wirken sich hier negativ aus. Mit dem LEAP habe ich das “Problem” noch einmal zu rollen vielleicht erst wieder in einem Jahr, oder es hat sich bis dahin schon selbst gelöst. Dies ist öfter der Fall als man annehmen mag.

 

Erst letzte Woche habe ich einen In-The-Money LEAP auf Philip Morris (PM) verkauft. Ich habe dafür eine nette Prämie von 1457 Dollar sofort erhalten und somit einen größeren Verlust eines anderen Put-Rückkaufs wieder mehr als herein geholt.  Zusätzlich habe ich, im Vergleich zum anderen Put, meinen Kapitalbedarf bei Ausübung um 4000 Euro reduziert. Kapital schützen steht an der höchsten Stelle.

 

Ein möglicher Nachteil

Wenn man die einzelne Option betrachtet bringt ein LEAP viel mehr herein, natürlich aufgrund des sehr hohen Zeitwertes. In der Summe könnte es aber auch sein, dass man mit vielen kürzer laufenden Options-Positionen mehr an Prämie herein holt. Dies ist aber immer auf die aktuelle Marktlage zu sehen.Die kurzen Optionen sind einfach öfter handelbar, daraus resultiert in gewissen Marktsituationen möglicherweise eine höhere Gesamtprämie, allerdings muss man sich öfter darum kümmern. Auch die Transaktionskosten sind weitaus höher, da man sie bei jedem Kauf und Verkauf bezahlt.

 

Hier muss ganz klar jeder für sich entscheiden was einem lieber ist. Ich würde behaupten, dass beides genug Vor und Nachteile bietet um kurz- UND langlaufende Optionen ins Portfolio aufzunehmen.

 

LEAPs kaufen als zusätzliche Absicherung?

Lang laufende Put Optionen kann man natürlich auch als Absicherung kaufen. Angenommen wir haben eine Aktie beim Wert von 50 gekauft, und kaufen uns eine Absicherung bei 40. Der Put wird erstmal einiges an Geld kosten, dafür ist der Verlust begrenzt auf die Differenz zwischen dem Einkaufspreis und dem Strike-Preis + die ausgegebene Prämie.

 

Ich verzichte eigentlich großteils auf diese Absicherungen, da ich nur Aktien handle, welche ich langfristig auch halten würde. Das heißt aber nicht, dass es für andere nicht Sinn ergeben kann Absicherungen in Form von LEAPs zu kaufen.

 

LEAPs kaufen als Ersatz zum Aktienkauf?

Auch andersrum geht es natürlich. Man könnte sich dafür entscheiden lang laufende Call-Optionen zu kaufen. Der Vorteil wäre, dass dies weit günstiger ist als die Aktien tatsächlich zu kaufen. Voraussetzung dafür ist aber dass man rein an den Kursgewinnen interessiert ist. Nachteilig wirkt sich das ganze natürlich aus, wenn die Aktien nicht im Zeitraum des Calls soweit steigen, dass die aufgewendete Prämie wieder drin ist.

 

Das Profit-Potential durch die Kursgewinne ist nahezu identisch mit dem Investment in Aktien. Durch diese Calls mit einer sehr langen Restlaufzeit ist man allerdings nicht Dividenden-berechtigt. Auch muss man sich bewusst sein, dass es zumindest in Österreich steuerlich zu einem Nachteil kommen könnte. Optionsprämien werden mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert. Kursgewinne von tatsächlichen Aktien-Investments und Dividenden sind steuerlich gesehen günstiger.

 

Dies heißt aber nicht, dass es sich langfristig nicht doch auszahlen würde, das habe ich mir aber noch nicht durchgerechnet. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital ist weit höher mit den LEAPs, wenn man auf das richtige Pferd gesetzt hat.

 

Zusammenfassung

Das war ein kurzer Einblick was man mit LEAPs alles anstellen könnte. LEAPs werden also zur Risikoreduktion eingesetzt, da sie die Kursentwicklung des Basiswertes ziemlich genau so abbilden. Volatilität habe ich in den oben genannten Beispielen ausgeschlossen. Dies wird aber ohnehin nur beim Zeitpunkt des Verkaufs interessant, zumindest mit meiner Vorgehensweise. Der Preis der Option ist mir während der Laufzeit weitgehend egal. Ich kaufe keine LEAPs, und wenn, dann würde ich sie ausüben und somit wieder rein an den Aktienkursen gewinnen und verlieren.

 

Auch mit LEAPs lässt sich jede erdenkliche Optionsstrategie abbilden, man muss eben nur mehr Zeit mitbringen. :) Für meine Strategie ist der Verkauf von lang laufenden Put-Optionen sehr interessant, da sich somit jede Aktie mit Gewinn rollen lässt. Ich muss nur ein bisschen Zeit mitbringen und warten. :)

 

Falls du noch an der Seitenlinie stehst, und dir ein zuverlässiger Online-Broker fehlt sieh dir meine Empfehlung dazu an. Nutze auch den beschrieben Gutschein-Code um von geringeren Transaktionskosten zu profitieren. Nur durch meinen Gutschein-Code bekommst du ab dem ersten Trade günstigere Gebühren bei Banx für den Optionshandel.

mfG Chri

 

Hauptberuflich Optionshändler werden?

In unserer Telegram-Gruppe habe ich von Christian einen Buch-Tipp erhalten, den ich euch heute nicht vorenthalten möchte. Es geht darum Trader zu werden. Zugeben muss ich, dass ich das Buch gerade erst angefangen habe, aber schon die ersten paar Seiten waren sehr sympathisch geschrieben. Der Titel hat mir auch sofort gefallen, da er meinen weiteren gewünschten Weg ziemlich gut beschreibt.

Der Buchtitel lautet: Die Berufsausbildung zum Trader

In diesem Buch geht es um sämtliche Aspekte, die man beachten sollte, wenn man hauptberuflich traden möchte. Es geht um Chancen sowie Risiken, die man unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

 

Ich weiß was ich will

Soweit ich das nach den ersten paar Seiten und nach einem Blick auf das Inhaltsverzeichnis beurteilen kann, habe ich schon an viele Dinge gedacht. Ich beschäftige mich schon seit sehr langer Zeit mit dem Gedanken, eines Tages meinen Lebensunterhalt durch Investments und/oder Trading zu bestreiten. Der Weg auf dem ich mich befinde, ist für mich ein sehr guter. Ich möchte mein eigener Chef sein, und für mein Wissen und meine Fähigkeiten bezahlt werden, nicht für die reine Arbeitszeit.

 

Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger kommt es mir sinnvoll vor seine wertvolle Lebenszeit gegen Geld zu tauschen. Geld kommt immer irgendwo her, doch meine Zeit ist begrenzt. Ich merke es jeden Tag, dass die 24 Stunden einfach viel zu schnell vergehen. Momentan bin ich noch jung, aber ich habe bereits gemerkt, dass es keinen Sinn ergibt ewig einen Job zu machen, der mir nicht Spaß macht. Ich möchte nicht 50 Jahre meiner Lebenszeit in einem Job verbringen, der mich nicht erfüllt. Auch möchte ich nicht nur von Wochenende zu Wochenende leben. Mein Leben sollte jeden Tag aufs Neue etwas spannendes bieten und man sollte so oft wie möglich eine glückliche Zeit verbringen.

 

Lange habe ich gebraucht, um zu wissen was ich wirklich tun möchte mit meinem Leben. Als ich noch in der Schule war hatten mich meine Verwandten immer wieder gefragt, was ich denn eigentlich werden möchte, wenn ich groß bin. Eine klare Antwort konnte ich darauf aber nie geben. Jetzt weiß ich aber dass ich einfach immer eine glückliche Zeit verbringen will, und dass dazu kein klassischer Job notwendig sein muss. Irgendwie habe ich es geschafft, Teile meiner Kosten mit diversen Investitionen zu decken. Das wird sich auch niemals wieder ändern. Ich weiß wie ich mit meinem Geld umgehen muss, dass es langfristig sehr viel mehr wird und der Zeitaufwand steht dazu auch in einem günstigen Verhältnis.

 

Was hält mich davon ab hauptberuflich Optionshändler zu werden?

Es gibt nur mehr eine Sache, die mich daran hindert sofort meinen Job hin zu schmeißen um hauptberuflich Optionen zu handeln: Kapital.

 

Mein Depot beläuft sich auf eine 5-stellige Summe, jedoch ist es noch immer zu wenig um davon genug Cashflow zu erzeugen um alle Kosten abzudecken. Dabei denke ich vor allem an alles was auf mich zukommt, wenn ich komplett selbstständig werde. Ich muss mich dann natürlich um meine Versicherungen alle selbst kümmern, Rücklagen bilden falls ich mal schlechte Monate habe, und und und.

 

Grundsätzlich bin ich mehr bereit denn je, diesen Schritt zu wagen, aber wie schon angedeutet fehlt mir noch etwas Kapital um diesen Schritt zu wagen. In den letzten Monaten haben sich jedoch einige Möglichkeiten aufgetan. Mir stehen mehrere Türen offen. Es stellt sich nur die Frage welche ich denn aufmachen werde. Es kreisen extrem viele Gedanken in meinem Kopf, die ich erstmal alle sortieren muss um mir über weitere Wege klar zu werden. Keine einfache Angelegenheit.

 

An dieser Stelle wäre ein Tipp von meinen Lesern sehr nett, wie ich schnell an mehr Kapital für den Handel kommen könnte. Ich lasse nichts unversucht (legal natürlich) um meine Ziele zu erreichen. Kredite wären da natürlich eine gute Sache für mich, aber aus meiner Erfahrung heraus gibt dir keine Bank ein Darlehen für den Optionshandel. In meiner Telegram-Gruppe habe ich jedoch mit jemanden geschrieben, der dies sogar erreicht hat, also vielleicht sollte ich einfach mehr Verhandlungsgeschick beweisen. Am liebsten würde ich noch immer ein Darlehen von Privatpersonen annehmen. Man findet bestimmt eine Lösung. Bei einer gewissen Summe wäre ich natürlich bereit mehr Zinsen zu zahlen als man heutzutage für gewöhnlich bekommt. Eine monatliche Rückzahlung halte ich auch für beiderseits motivierend.

 

An dieser Stelle möchte ich wieder darauf hinweisen, dass Handel auf Kredit nichts für den Optionsneuling ist! Man sollte mir nicht alles nachmachen.  Handle zu Beginn Cash Secured und lerne alles was es zu lernen gibt.

 

Kapital über Umwege

Um meinen Zielen näher zu kommen, habe ich immer versucht sämtlich Wege zu gehen, die mich nur irgendwie weiter bringen. Ich könnte mit der aktuellen Performance zufrieden sein, dennoch glaube ich, dass wir noch immer viel Geld auf dem Tisch liegen lassen, da wir einige Dinge einfach zuwenig beachten. Aus diesem Grund habe ich mich zu Weihnachten dazu entschlossen weiter zu lernen und die Chart-Technik kleinweise in meinen Optionshandel einzubeziehen. Langsam deute ich die Kapitalflüsse in einer Aktie, dies wird mir später behilflich sein.

 

Ein weiterer Weg zu ein wenig mehr Kapital ist der Blog für mich. Es ist kein Geheimnis, dass ich eine langjährige Zusammenarbeit mit BANX und anderen Firmen sowie Einzelpersonen habe. Ich empfehle Produkte, die ich selbst gerne verwende und wovon ich überzeugt bin. Dafür bekomme ich eine kleine Provision. Auch schreibe ich bereits einige Artikel für den Premium-Bereich in der Zukunft vor. Leider kann ich mich momentan noch nicht hundertprozentig darauf konzentrieren, da es noch immer viel anderes zu tun gibt. Geplant hätte ich damit eine weitere Einnahmequelle von mehreren hundert Euros im Monat. Der Mehrwert muss aber gegeben sein, daher kostet mich das noch bisschen Arbeit.

 

Nebenbei lerne ich auch gerade ein bisschen im Forex-Bereich. Ich bin mir sicher, dass ich auch hier laufend kleine Summen herein bekomme, um mein Depot zu vergrößern. Und vielleicht lerne ich auch durch diesen Exkurs wieder einiges für meinen Optionshandel hinzu. Durch ständige Ausflüge in der Investment- und Trading-Welt picke ich mir das beste heraus und versuche gute Tipps für meinen Optionshandel zu verwenden. Das Ziel wird es immer bleiben mein Depot extrem anwachsen zu lassen, um eines Tages nur mehr davon leben zu können. 10 Minuten Arbeit am Tag um meine Rechnungen bezahlen zu können. :)

 

Erstmal weiter reduzieren

Durch weitere eigenen Produkte kann ich vielleicht mein Einkommen weiter erhöhen, um alles was im Moment nicht gebraucht wird in den Handel zu stecken. Wie schon ab und zu angedeutet halte ich es für nicht unwahrscheinlich mehrere ebooks zum Thema zu schreiben. Auch könnte ich mir vorstellen den ein oder anderen Kurs zu produzieren. Das ist aber alles mit enormen Aufwand verbunden, daher werde ich alle diese Dinge erst angehen, wenn ich mehr Zeit von zu Hause arbeiten kann.

 

Die Verhandlungen mit meinem Arbeitgeber laufen. Ich möchte in den nächsten Monaten von einer 3-Tage-Woche auf eine 2-Tage-Woche reduzieren. Ob das möglich ist wird sich allerdings erst zeigen. Wenn ich die Verhandlung nicht für mich entscheiden kann, bin ich bereit einen Schnitt zu machen und es alleine zu versuchen. Besser ich scheitere, als ich habe es nicht versucht. Sollte es nicht funktionieren, kann ich mir noch immer einen Job suchen. Ich habe mir diesen Luxus, es einfach zu versuchen, in den letzten Jahren hart erarbeitet. Es wäre schade, wenn ich diesen Schritt nicht wagen würde.

 

Also ja, ich werde vermutlich irgendwann hauptberuflich Optionen handeln, die Frage ist nur wann ich diesen Schritt gehen werde. Sobald ich genug Kapital in meinem Depot habe, werde ich dann vermutlich viele Dinge beenden, und mich nur mehr auf den Optionshandel beschränken.

Wie stehst du zu diesem Thema? Freue mich auf Kommentare!

mfG Chri

Warum wir Stillhalter langsam wieder vorsichtiger werden sollten

Gestern am späten Nachmittag war ich gerade unterwegs mir neue Laptops anzusehen. Ich möchte mir ein neues Gerät kaufen, um von überall auf der Welt zu arbeiten und zu traden. Nichts ahnend war ich gerade am Weg zu Saturn, als ich plötzlich eine Mail auf mein Handy bekommen habe. Die Nachricht: “Ihr Account-Wert ist heute über 1500€ gefallen, IWM über 2% gefallen”. Die Nachricht kam von meinem Broker.

Gut, es ist schön zu wissen, aber kein Grund in Panik zu verfallen. Bin also weiter zu Saturn und dann noch zu Media Markt und habe mir lang und breit erklären lassen, was die Vor und Nachteile der Modelle sind, die ich mir angesehen habe. Danach gemütlich nach Hause fahren, und etwas essen. Erst dann ging es zu meinem Standcomputer, von dem ich aktuell alles erledige.

Was war zu sehen? Der gestrige Tag war wieder einmal ein Abwärtstag am weltweiten Aktien-Markt. Die großen Indizes haben alle gemeinsam nach unten korrigiert. Meines Erachtens ist das schon lange überfällig, da es ohnehin schon schwer geworden ist billige Aktien zu finden.

Die Kursbewegungen der Indizes von gestern

  • URTH: -1.08%
  • Euro Stoxx 50: -0.23%
  • DAX: -0.75%
  • Russell 2000: -2.71%
  • Nasdaq 100: -1.49%
  • S&P500: -1.24%
  • Dow Jones Industrial Average: -1.14%

Ein Kurseinbruch dieser Art stellt erstmal keine große Gefahr dar, allerdings sollte man sich darauf vorbereiten, dass es eventuell demnächst weiter nach unten gehen könnte.

Volatilität steigt an

Für uns Stillhalter bedeutet ein Abwärtstag noch nicht zwangsläufig einen Verlust zu erleiden. Jedoch kommt eine Kurskorrektur auch immer in Zusammenhang mit erhöhter Volatilität. Für bestehende Positionen kann sich das nachteilig auswirken, da die Optionspreise steigen. Als Stillhalter profitieren wir von einem abfallenden Optionspreis.

Hier sehen wir, dass der VIX, also der Volatilitätsindex, in den letzten Wochen und Monaten immer wieder angestiegen und wieder gefallen ist, jedoch gab es bei diesen letzten Anstiegen nicht eine derartige Kursbewegung aller Indizes nach unten. Es könnte genauso passieren, dass der Markt sich wieder beruhigt und weiter nach oben läuft, aber ich bin gerne vorbereitet, wenn es trotzdem weiter hinunter geht.

Der Fear and Greed Index

Der Fear and Greed Index von CNN Money spiegelt die aktuelle Stimmung der Marktteilnehmer wieder. In den letzten Monaten hat die Gier den Markt dominiert. Man könnte sagen, dass momentan eher wieder Angst herrscht. Man könnte es aber auch so auffassen, dass die Leute einfach nicht mehr so gierig sind aktuell.

Mein weiteres Vorgehen

Meine aktuell offenen Puts werde ich versuchen zu managen. Entweder ich komme mit einem kleinen Gewinn heraus, oder ich lasse mich ausüben, wie bisher. Kommt immer auf die aktuelle Margin-Auslastung an. Vielleicht kann ich andere Positionen schließen um weiter Margin abzubauen. Das ist meine wichtigste Aufgabe momentan. Steigt die Vola weiter, steigt auch meine Margin-Auslastung an.

Gestern Abend haben wir (Martin und ich) noch ein paar Kontrakte auf Fed-Ex als Earnings-Play gehandelt. Dadurch ist meine Sicherheitsleistung natürlich wieder angestiegen, aber ich werde die Positionen ohnehin heute wieder schließen, egal ob Gewinn oder Verlust. Die nächste Earnings-Season steht kurz bevor, also hilft mir ein Margin-Abbau auch dabei mich auf diese Zeit vorzubereiten um dann viele Earnings-Termine handeln zu können.

Was noch gesagt werden muss: Mit jedem Rücksetzer kommt immer auch eine mögliche Chance für weitere Gewinne. Für Optionshändler war das bisherige niedrige Volatilitätsumfeld schwierig zu handeln, da die Prämien zu niedrig sind. Steigt die Schwankungsbreite wieder, gibt es für Stillhalter wieder mehr Möglichkeiten Geld zu verdienen. Egal welches Marktumfeld gerade herrscht, Optionshändler können in jeder Lage Geld verdienen.

Möchtest du auch Optionen handeln und dir somit ein nettes Zusatzeinkommen aufbauen?! Hier kannst du direkt ein Depot beim Broker meines Vertrauens veröffnen. Falls du Fragen hast, zögere nicht mich zu kontaktieren.

Für Langfrist-Investoren bedeutet ein Kurssturz billigere Preise, auch das freut mich. Viele Aktien sind zu teuer geworden um Short Puts darauf zu verkaufen, wie ich es für gewöhnlich durch meine Kernstrategie mache.

Wenn du ein gut funktionierendes Money-Management betreibst, kann dir eigentlich nichts passieren. Das sollte dir bewusst werden. Trotzdem solltest du vorsichtig sein, das gilt zwar zu jeder Zeit, aber gerade in Zeiten in der sich die Volatilität stark erhöht ist das noch wichtiger.

Kreiere für dich selbst einen Plan für solche Ereignisse. So etwas wird immer und immer wieder passieren. Ein Plan kann dich davor schützen, dass du später in schwierigen Marktphasen Dummheiten begehst.

mfG Chri

 

Wir machen alles richtig!

Diejenigen, die meinen letzten Beitrag gelesen haben, haben vielleicht den Hinweis entdeckt, dass ich am Freitag einen kurzen Abstecher auf die Gewinn-Messe in Wien gemacht habe. Heute möchte ich meine Eindrücke darüber zu “Papier” bringen und dir mitteilen, warum ich glaube, dass wir mit unseren Investments und Handelsansätzen so ziemlich alles richtig machen.

Zuerst ging ich mit großen Erwartungen zu dieser Messe. Ich wollte einfach sehen, ob es interessante Menschen gibt, die mir weitere Ideen für meine Strategie oder mein Unternehmen liefern können. Leider wurde ich ziemlich schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen.

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Angefangen hat es damit, dass wir uns einen Vortrag zum Thema “Abschaffung des Bargeldes” angesehen haben. Der Vortragende war ein bekannter deutscher Ökonom. Leider wurde hier viel Werbung für seinen eigenen Fond gemacht. Es wurde auch viel über das Bargeld an sich erzählt, aber mögliche Lösungen wurden leider überflogen. Was ich für mich herauslesen konnte: Immobilien sind aktuell viel zu überteuert, ich warte lieber noch ein wenig ehe ich mich als Immobilien-Investor versuche,  oder vermehrt in REITs (Real Estate Investment Trusts) investiere. Die Zeit für diese börsengehandelten Immobilienfonds wird kommen, aber momentan sind sie auch noch zu teuer.

Beim zweiten Vortrag den ich mir angesehen habe, wurde mir richtig übel, als ich mitbekommen habe, dass es sich um alle möglichen Zertifikate handelt. Eigentlich hieß das Seminar in etwa: “Besser Traden” oder so in der Art. Im Endeffekt war dies wieder nur ein Verkaufsgespräch mit mehreren Leuten gleichzeitig. Die größte Frechheit war jene als der vortragende Verkäufer sagte, er würde zu einem OTC-Handel raten, weil die Gebühren für die Anleger geringer wären.

Für alle die nichts mit dem Begriff anfangen: OTC bedeutet Over the Counter, was soviel heißt wie außerbörslicher Handel. Ein großer Nachteil davon ist, dass eine Handelsaufsicht fehlt. Der Handel ist nicht reguliert und wird nicht kontrolliert. Unter Umständen muss man hier sogar schlechtere Kurse hinnehmen.

Ich stand mit ein paar Leuten, unter anderem dem Stillhalter, hinten an der Wand des Raumes. Wir konnten beide nur den Kopf schütteln. Leider wussten wir genau, dass diese interessierten Leute hier ziemlich ins Verderben geschickt werden, was mich zum eigentlichen Thema dieses Beitrags bringt.

Wir machen alles richtig, kurz- mittel- und langfristig!

Dieser Tag hat mir wieder einmal die Augen geöffnet. Er hat mich erkennen lassen, dass wir als Stillhalter bereits einen sehr guten Weg zur Vermögensbildung gefunden haben. Optionen sind standardisiert, durch die Börse reguliert und es gibt keinen Emittenten, der uns unser Geld abknöpfen will.

Wir machen sehr kurzfristig unser Geld mit den Stillhalterprämien, was uns zu einer prächtigen mittelfristigen Rendite führt. Langfristig verdienen wir natürlich auch an unseren Dividenden und möglichen Kurssteigerungen unserer Unternehmen.

Als ich die Messe verlassen habe, waren da gemischte Gefühle. Zuerst habe ich mich darüber geärgert, dass sie eigentlich großteils Zeitverschwendung war. Ich denke das war das erste und letzte Mal, dass ich auf dieser Messe war.

Gleichzeitig bin ich aber auch sehr froh darüber zu wissen, dass ich bis jetzt einiges richtig gemacht habe. Meine Renditen sind größer als ich mir vor 5 Jahren noch erträumen konnte und ich fühle mich mit meiner Strategie sehr sicher. Eigentlich kann es gar nicht viel besser laufen. Natürlich gibt es noch viele Marktteilnehmer, die noch mehr herausholen (auch in der Optionshandelsszene). Dennoch bin ich mit mir und meinen Ergebnissen bis jetzt sehr zufrieden und das ist doch die Hauptsache. Natürlich wünsche ich das auch jedem Leser und jeder Leserin. Ich bin mir sicher, dass es bei Dir auch bald soweit ist. Du musst nur den Mut aufbringen und endlich daran arbeiten.

Hierzu kann ich dir einige meiner alten Beiträge empfehlen:

Sei dabei

Egal, wie viele Leute noch sagen, dass man mit Optionen langfristig kein Geld verdienen kann, ich werde es weiterhin beweisen. Ich freue mich auch auf jeden Einzelnen von euch der mich auf diesem Weg begleiten möchte. Zuletzt würde ich mich noch freuen, wenn du meine Beiträge teilen könntest, wenn sie dir gefallen. Ich versuche somit ein möglichst großes Publikum anzusprechen.

Für die Leute, die meinen kostenlosen Trade-Newsletter abonniert haben: Montag habe ich einen weiteren Put auf BMW (Strike 76) und KMI (Strike 20) verkauft. Leider war ich schon am Sprung. Ich musste gleich nach der Arbeit zusammenpacken für einen Kurztrip nach Kärnten. Da blieb leider gar keine Zeit mehr für den Newsletter. Den nächsten Trade werde ich allerdings wieder ausschicken, versprochen ;).

mfG Chri

Warum Du Dir über die 4-Prozent-Regel keine Gedanken machen musst

Hallo,

Kennst Du die 4-Prozent-Regel? Für den Fall, dass Du sie nicht kennst, werde ich versuchen Sie Dir kurz zu erklären, um Dir danach meine Gedanken dazu mitzuteilen. In der FIRE-Bewegung (Financial Independence – Retire Early) gibt es eine bekannte Regel, die dazu dient jährlich eine Summe zu berechen, die man aus dem Depot nehmen kann ohne Gefahr zu laufen in den nächsten 30 Jahren Geldprobleme zu bekommen. Dies ist eine Studie die durch die Anlage am Aktienmarkt berechnet wurde.

Sie besagt in etwa: Wenn du jedes Jahr 4% von deinem eingesparten Vermögen ausgeben würdest, würdest du über einen Zeitraum von 30 Jahren nicht pleite gehen.

So… und jetzt?

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Rechnen wir das einmal durch.

Angenommen du hättest 500.000 Euro am weltweiten Aktienmarkt angelegt. Vier Prozent von Fünfhundertausend ergibt 20.000 Euro. Diese 20.000 Tausend könntest Du jedes Jahr herausnehmen, ohne pleite zu gehen.

Schwachstelle in dieser “Trinity Study“, wie die Studie genannt wird, ist eben der relativ kurze Zeitraum in welcher man nicht pleite gehen sollte. 30 Jahre klingt erst einmal sehr lange. Aber denke kurz nach. Wenn Du wirklich vor hast sehr früh in Rente zu gehen, wie ich, dann sind diese 30 Jahre ein zu kurzer Zeitraum. Falls ich es schaffe mit 30 Pensionist zu werden, würde dies bedeuten, dass mir mit 61 Jahren die Chance auf eine Pleite ermöglicht wird. ;) Kein prickelnder Gedanke. Das heißt für alle die Buy-Low-Sell-High Ansätze verfolgen, und früh in Rente gehen, sollten sich zusätzliches Sicherheitspolster einkalkulieren.

Warum interessiert mich diese Zahl aber trotzdem nicht?

Erst einmal finde ich es erschreckend, wieviel ich sparen müsste um so wenig herauszubekommen. Hier würde es für mich wenig Sinn ergeben ein Jahrzehnt oder länger sehr sehr sparsam zu leben, um diesen kleinen Betrag jährlich ausgeben zu dürfen. Man will ja schließlich Spaß haben in der Rente.

Wie hoch ist die Chance durch einen normalen Job 500.000 anzusparen? Vor allem die durchschnittliche Marktrendite ist dafür meines Erachtens etwas zu wenig.

Aus diesem Grund kaufe ich keine Aktien, die mir keine Dividende bezahlen. Wir als Dividenden-Investoren werden an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt. Diese Gewinnausschüttungen werden in einem definierten Zeitraum (zum Beispiel alle 3 Monate) an die Anteilseigner ausbezahlt. Zusätzlich können wir uns in 30 Jahren möglicherweise auf satte Kursgewinne freuen.

Die Dividende kann ich sofort ausgeben, oder weiter anlegen. Auf jeden Fall wird mein Investment nicht weniger wert, auch wenn es Gegner der Dividenden-Strategie immer wieder behaupten. Zusätzlich versuchen wir ja Dividenden-Aktien auszuwählen, die diese Ausschüttungen Jahr für Jahr anheben. Dies sollte uns mit der Zeit ein zusätzliches Finanzpolster bescheren.

Ein Hoch auf die Stillhalterstrategie

Wie ihr ja alle wisst, ist die Dividenden-Strategie nicht meine einzige Anlageform. Ich versuche durch den permanenten Verkauf von Optionen auf starke Dividenden-Aktien ein zusätzliches Einkommen aufzubauen. Dies gelingt mir momentan sehr gut, und ich hoffe dass es immer so weiter geht.

Hier macht die 4%-Regeln meiner Meinung nach überhaupt keinen Sinn mehr. Wenn ich in einem guten Monat 4% an Brutto-Optionsprämien einnehmen kann, so ist es für mich nur noch interessant wieviel ich Monat für Monat ausgeben kann.

Ich werde in der Zukunft, sobald ich Geld aus dem Depot entnehme, einfach versuchen mit einem Drittel der verdienten Monatseinkünfte auszukommen. Zwei Drittel werden im Depot belassen, um weiter wachsen zu können und am Jahresende die Steuer nachzuzahlen. Dies sollte reichen, um langfristig sehr gut von diesen Einkünften leben zu können.

Dividenden machen diese ganze Situation planbarer. Ich werde versuchen alle meine Fixkosten durch Dividenden zu decken. Die restlichen Optionsprämien sind dann für den Spaß am Leben gedacht.

Regelmäßiges Einkommen verhindert die Pleite

Laufe ich dadurch Gefahr in 30 Jahren pleite zu gehen? Niemals. Dies wird nicht passieren, da ich mit meinen Geld umgehen kann. Es werden Monate kommen, in denen es vielleicht nicht so rosig mit den Gewinnen aussieht, allerdings muss ich dann eben etwas mit meinem Konsumverhalten zurückstecken. Optionshandel ist zwar nicht ganz planbar, aber trotzdem regelmäßig. Ich werde ständig Gewinne machen. Meine Strategie ist darauf ausgelegt ein regelmäßiges Einkommen an der Börse zu erzielen. Wie gesagt: Ich kann zwar im vorhinein nicht genau sagen, wieviel ich verdiene, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich immer etwas verdiene.

Dies ist ein sehr großer Vorteil. Der nächste Vorteil ist, dass ich durch eine höhere Durchschnittsrendite niemals soviel Geld ansparen muss als die Privatanleger, die ihr ganzes Geld in Fonds oder Einzelaktien stecken, nur um sie 30 Jahre später mit Kursgewinnen kleinweise wieder zu verkaufen.

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Richtige Dividenden-Investoren müssen nichts verkaufen um an Geld zu kommen. Dies ist doch der Hauptgedanke eines Investors. Er sucht Unternehmen oder Geschäftsideen, die einen Mehrwert bieten. Die Investition zahlt sich mit der Zeit von selbst ab, bis es nur noch positive Erträge abwirft wovon wir ein Leben lang profitieren. So ein Aktienportfolio liquidiert man auch nicht so einfach meiner Meinung nach. Es könnte vielen weiteren Generationen als gute Einnahmequelle dienen. Den Nachkommen wird somit auch ein sehr wohlhabendes Leben ermöglicht.

Wie man vielleicht aus dem Text herauslesen kann wurde dies schon wieder ungewollt eine Liebeserklärung an die Dividenden-Strategie. Aber ich hoffe ich konnte damit klar machen, warum dieser Ansatz der 4-Prozent-Regel für mich nichts ist. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Aktien in ferner Zukunft verkauft werden MÜSSEN um an Geld zu kommen. Wieso verfolgt man hier nicht einfach eine andere Vorgehensweise?

Was haltest Du davon? Hast Du Dir schon einmal Gedanken zu diesem Thema gemacht? Freue mich auf Kommentare.

mfG Chri

 

So meisterst Du den Covered Call unter dem Einstiegspreis

Heute gibt es wieder einmal etwas zur Stillhalterstrategie. Ich bekomme viele viele Anfragen über Facebook und Email und auch im Job sprechen mich immer mehr Leute auf den Optionshandel an. Eine Frage die ich immer wieder bekomme ist: “Was machst du wenn die Aktie weit unter dem Einstiegspreis notiert? Der Covered Call beim Einstiegspreis bringt hier doch keine Prämie mehr!”

Zuerst einmal möchte ich komplette Neulinge auf meine “Neu-hier”-Seite aufmerksam machen, um sich ein erstes Bild von den Funktionsweisen der Puts und Calls machen zu können. Für alle die bereits wissen, wie der Hase läuft geht es hier weiter.

Die Ausgangslage

Nehmen wir an ich habe einen Put auf eine Aktie zum Ausübungspreis (Strike-Price) von 50 Euro verkauft. Die Laufzeit und die Prämie sind jetzt erst einmal nicht von Bedeutung. Am Ende der Laufzeit notierte die Aktie bereits bei 39 Euro pro Stück. Dies bedeutet dass ich pro Aktie einen Buchverlust von 11 Euro gemacht habe. Ein Optionskontrakt bezieht sich auf 100 Aktien, somit würde das einen Buchverlust von 1100 Euro entsprechen. Jeder der mich bereits ein bisschen kennt, weiß dass ich nichts von Buchverlusten halte. Ich halte nichts davon, dass sie als Verlust dargestellt werden. Ein Verlust entsteht erst dann, wenn ich die Aktien wieder verkaufen würde.

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In diesem Fall wäre ich sehr dumm, wenn ich zum Preis von 39€ verkaufen würde, wenn ich 50€ dafür bezahlt hätte. Trotzdem machen dies Spekulanten immer und immer wieder, bis sie der Börse den Rücken kehren, und allen anderen lang und breit erklären, dass man nur verlieren kann. Die Schuld liegt jedoch bei ihnen selbst.

Der erste Fehler der hier gemacht wurde ist die Aktienauswahl. Ich handle Optionen nur auf Aktien, die ich im Ernstfall auch Jahrzehntelang halten würde. Wie Warren Buffett einmal sagte: “Eine Aktie die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen”.

Ich habe also 100 Aktien eines Unternehmens gekauft, wobei mein Einstiegspreis viel höher liegt als der aktuelle Kurs.

Ausstiegsidee Nr.1

Die erste Idee wäre hier einfach das langfristige halten der Aktie. Handelt es sich bei diesen Anteilen um europäische Aktien wird meist nur einmal im Jahr Dividende ausgeschüttet. Dennoch kann es sein, dass ich hier eine angemessene Rendite auf Jahresbasis bekomme. Bei amerikanischen Aktien bekomme ich meist sogar vier Mal jährlich die Dividende. Wie schon oben erwähnt verkaufen wir ja Optionen nur auf Aktien, die wir auch besitzen wollen. Steigt sie eines Tages über meinen Einstiegspreis kann ich sie einfach wieder verkaufen, vielleicht sogar mit einem satten Kursgewinn.

Ausstiegsidee Nr. 2

Hier nehmen wir die erste Idee zur Hand und erweitern sie um den Covered Call. Wir gehen davon aus, dass der Aktienmarkt langfristig immer steigen wird. Die Aktie wird mit ziemlicher Sicherheit irgendwann wieder über unseren Einstiegspreis steigen. Die Frage ist eben nur wann.

Würde ich bei so einer großen Spanne zwischen dem aktuellen Kurs und meinem Einstiegspreis (11 € Unterschied pro Anteil) einen Covered Call beim Einstiegspreis (50€) verkaufen, würde ich hier wenig bis gar keine Prämie mehr bekommen. Die Transaktionskosten für die Option würden den Wert der Option übersteigen.

Was mache ich also? Ich verkaufe Covered Calls unter dem Einstiegspreis.

MOMENT!

“Steigt mir der Aktienpreis über den Strike des Covered Calls, würde ich doch einen Verlust realisieren!” müsstest du jetzt zu mir sagen.

Ein Beispiel:

Wir verwenden die gleichen Zahlen wie oben beschrieben. Der aktuelle Kurs befindet sich bei 39€. Ich verkaufe einen Covered Call bei 45€ Strike-Preis. Würde die Aktie bis am Ende der Laufzeit über die 45€-Marke steigen müsste ich sie zu diesem Preis verkaufen. Ich habe sie aber zu 50€ gekauft. 50€-45€=5€. Mein Verlust von 500€ würde nun real werden. Ein schlechtes Geschäft, da hast du recht.

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Wie können wir diesen Verlust verhindern?

Es gibt eine einfach Möglichkeit diesen Verlust über einen längeren Zeitraum hinweg in einen extremen Gewinner zu verwandeln. Beim Covered Call sollte eine gewisse Prozentspanne zum aktuellen Kurs eingehalten werden. Ich würde hier empfehlen MINDESTENS 15% über den aktuellen Kurs zu gehen. Eher 20% und drüber. Je weiter weg desto besser. Man sollte eben trotzdem noch eine kleine Prämie bekommen, die sich auszahlt.

Die Chance dass eine Aktie in 30 Tagen 20% steigt ist zwar gegeben, aber nicht wirklich häufig.

Was könnte alles passieren?

Nehmen wir an die Aktie bleibt auf dem aktuellen Niveau oder steigt leicht. Durch den Zeitwert einer Option verliert der Call bis ans Laufzeiteinde immer mehr seines Wertes, wodurch die ganze Option billiger wird. Ich kann sie mit einem Gewinn zurückkaufen oder auslaufen lassen. Hier hätte ich schon einmal meinen Einstiegskurs durch die Prämie etwas verringern können (falls man es so betrachten möchte). Ich verkaufe wieder einen Call 20% über dem aktuellen Wert.

Im zweiten Szenario fällt die Aktie weiter. Dadurch dass sich der Kurs weiter von meinem Strike wegbewegt kann ich hier in ein paar Tagen einen sehr guten Gewinn durch die Optionsprämie machen. Ich kaufe den Call durch einen Bruchteil seines Wertes wieder zurück. Anschließend verkaufe ich wieder einen Call 20% über dem aktuellen Wert der Aktie.

Im letzten Szenario steigt die Aktie. Dies ist der Moment wo wir genauer hinsehen müssen.

Beginnt die Aktie zu steigen könnte unser Call bei 45€ in Bedrängnis geraten. Wir sehen, dass es leicht nach oben geht. Also beobachten wir jetzt jeden Tag den Kurs. Er steigt auf 40, 41, 42, 43, 44€.

STOPP!

Hier greife ich ein. Bei ungefähr 44€ pro Stück kaufe ich 100 weitere Anteile dieses Konzerns. Ab diesem Zeitpunkt ist unser Call wieder gesichert. Ich habe bei 44 Euro 100 Anteile gekauft. Mein Strike befindet sich bei 45 Euro. Das heißt: Ich habe nun 200 Anteile dieser Firma.  Steigt der Aktienkurs wirklich über 45 verkaufe ich wieder 100 Stück. Durch den Kauf der billigeren Anteile habe ich hier einen Kursgewinn von 1 € pro Stück oder 100€ pro Optionskontrakt gemacht.

Die billigeren Anteile sind nun wieder ausgebucht und der aktuelle Aktienpreis befindet sich auf 46€ pro Stück (angenommen). Dies ist nun schon ein ganzes Stück näher an meinem Einstiegspreis. Wenn ich wieder 20 Prozent über den aktuellen Preis gehen würde, wär ich bereits bei 55€. Hier kann ich mich wieder getrost auf einen Call über meinem Einstiegspreis von 50€ entscheiden.

Ich bekomme jedesmal eine Prämie. Steigt die Aktie am Ende der Laufzeit über die 50€ kann ich somit auch meine letzten 100 Anteile wieder verkaufen. Ich habe alle Aktien dieser Firma wieder verkauft und ein sattes Plus von mehreren Optionsprämien, möglichen Kursgewinnen gemacht und eventuell noch eine Dividende bekommen.

Fazit

Du siehst, es gibt keinen Grund dir Sorgen zu machen, wenn es wirklich einmal tief hinunter geht. Vorteil dieser Reparaturstrategie ist, dass ich wirklich Möglichkeiten zu mehreren kleinen Gewinnen habe. Nachteil ist dass ich genug Cash (oder Margin) zur Verfügung haben sollte, um die zweiten 100 Anteile kaufen zu können.

Wichtig ist auch auf die Veröffentlichung von Quartalszahlen zu achten. Ich würde keine Calls unter dem Einstiegspreis verkaufen kurz bevor eine Veröffentlichung ansteht. Grund dafür ist folgender: Schneidet das Unternehmen besser ab als gedacht, könnte es sein, dass die Aktie nach oben “gapt”. Das bedeutet sie eröffnet an einem Handelstag zu einem viel höheren Preis als noch am Vortag. Hier könnten wir eventuell die zweiten hundert Anteile nicht mehr unter dem Strike des Calls kaufen.

Ich hoffe ich konnte es verständlich genug erklären. Was hältst du von dieser Strategie? Bitte hinterlasse mir einen Kommentar. Ich freue mich auf dein Feedback.

 

mfG Chri

Meine Strategie im Optionshandel

Hallo,

Ich habe ein paar Kommentare zu einem Beitrag von mir erhalten. Dabei wurden mir ein paar Fragen gestellt, welche ich heute beantworten möchte. Das Thema heute ist meine Optionsstrategie ganz allgemein.

Wann verkaufe ich überhaupt Optionen?

Dies hängt zuerst einmal davon ab, ob ich bereits viele offenen Positionen habe oder nicht. Wenn meine Margin bereits gut ausgereizt ist, verkaufe ich keine neuen Puts, da ich eventuell Aktien kaufen muss, falls ich ausgeübt werde. In diesem Fall würde ich nur Covered Calls verkaufen.

Habe ich aber noch viel Cash übrig und die Margin wurde somit auch noch nicht wirklich beansprucht, suche ich mir Aktien um Puts darauf zu handeln. Zuerst sehe ich mir trotzdem noch einmal mein Depot an, ob ich bereits Aktien halte, die ich für Covered Calls verwenden kann. Hierzu müsste ich mindestens 100 Stück Anteile eines Unternehmens besitzen.

Weiters sehe ich mir die aktuellen Preise meiner Aktien an. Gibt es welche, die im Preis gefallen sind und ich weitere Anteile kaufen will, verkaufe ich Puts darauf.

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Wie entscheide ich auf welche Aktien Optionen gehandelt werden?

Kann ich auf keine Aktien, die ich halte, sinnvolle Optionen verkaufen dann lasse ich mich inspirieren. Und zwar von anderen Blogs. Da sehe ich mir an welche Dividendentitel aktuell gekauft werden. Ich suche mir ein paar Kennzahlen heraus, und entscheide ob es die Aktie wert ist. Diese wären:

  • Aktueller Aktienpreis im Vergleich zu den letzten 5 Jahren
  • Dividendenrendite
  • Wie oft hintereinander wurde die Dividende gesteigert
  • Payout-Ratio

Für amerikanische Aktien bekomme ich all das auf einen Blick bei www.dividend.com.

Für europäische Aktien suche ich meist auf mehreren Webseiten.

Gibt es aktuell keine Berichte über Zukäufe von starken Dividendentiteln, lasse ich mir durch  einen Stock-Screener ein paar Aktien ausspucken. Hier kann ich eingeben, worauf ich wert lege. Hier gebe ich meist eine Dividendenrendite von über 3% ein, ein Payout-Ratio von unter 50%, eine große Marktkapitisierung und den aktuellen Wert der Aktien unter einer bestimmten Grenze. Letzteres ist wichtig, wenn ich beispielsweise nur mehr 5000 Euro Cash oder Margin übrig habe. Somit kann ich nur Puts auf Aktien verkaufen, die aktuell unter 50 Euro wert sind.

Hiermit habe ich aber noch nicht entschieden, ob ich die Option wirklich handle.

Habe ich mir im Groben darüber Gedanken gemacht, welche Aktien aktuell ein gutes Investment darstellen können, starte ich die Handels-Software bei meinem Broker.

Ich gebe die Aktienkürzel in das richtige Feld ein, und sehe nach, wieviel Prämie ich in den nächsten Wochen bekommen kann. Wenn es möglich ist gehe ich hier mit dem Strike-Price ein paar Prozent unter den aktuellen Aktienkurs. Ich gehe meist soweit “aus dem Geld” dass ich in 30 Tagen gerade noch 1% Rendite durch die Prämie schaffen würde.

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Warum 30 Tage? Dies ist reine Geschmackssache. Etwas persönliches. Ich habe mir beim Start meines Optionshandels gedachte, ich möchte pro Monat mindestens 1 Prozent Rendite schaffen, egal in welcher Marktlage. Würde ich weniger schaffen, macht das alles für mich keinen Sinn, und ich würde mir einfach Aktien ins Depot legen und auf die Durchschnittsrendite des Marktes setzen.

Ich könnte die Laufzeit theoretisch auch auf eine Woche ansetzen, das macht eigentlich nicht viel Unterschied. Der Zeitwert der Option unterscheidet sich. Je näher das Verfallsdatum rückt, desto mehr Zeitwert wird abgebaut, und desto schneller verliert die Option an Wert. Ich würde sagen, dies ist reine Geschmackssache. Für mich funktionieren die 30 Tage Laufzeit eben hervorragend.

Bin ich nun am Ziel angelangt?

Leider immer noch nicht. Im nächsten Schritt sehe ich mir kurz an wie der Bid-Ask-Spread bei dieser Aktie steht. Ein kurzer Blick auf die beiden Werte in der Software reicht. Ist der Spread zu groß lass ich die Finger davon, weil ich sonst nicht so schnell ohne Verlust herauskomme, falls ich wirklich in eine dumme Situation kommen sollte.

Ist der Unterschied zwischen diesen beiden Preisen aber sehr klein, und der Rest passt auch verkaufe ich den Put darauf und bekomme die Prämie.

Schließen einer Position

Habe ich die Position erfolgreich verkauft und die Prämie erhalten erscheint die Option auf meinem Bildschirm in der Software. Hinter der Option erscheinen dann zwei Button. Hier könnte ich entweder eine weitere Position aufbauen, oder sie schließen. Ich klicke also gleich nach dem Eröffnen des Trades auf Schließen. Hier wähle ich die Hälfte des aktuellen Optionspreises und erstelle eine Limit-Order mit dem Orderzusatz GTC.

Dies bedeutet, dass die Order ausgeführt wird, sobald der Preis auf die Hälfte gefallen ist, egal ob das morgen oder in ein paar Wochen ist. Somit kann ich bei erreichen dieses Preises die Hälfte des Gewinns realisieren und kann mich auf die nächste Idee konzentrieren. Kleine Gewinne summieren sich eben mit der Zeit auf, wie ich in meinen Einkommensbeiträgen beweise.

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Zusammenfassung

Hier noch einmal die wichtigsten Punkte an meiner Strategie:

  • Cash und Margin prüfen
  • eigenen Aktienbestand checken
  • Andere Blogs auf Einkäufe checken
  • Stock-Screener
  • Kennzahlen
  • 1% Prämie in 30 Tagen möglich?
  • Bid-Ask-Spread prüfen
  • Zurückkaufen der Option bei Hälfte des Optionswertes

Vielleicht hört sich das beim ersten Mal an als wäre das alles viel Arbeit, aber das ist es nicht. Wenn du eine gewisse Routine hast, bist du mit einer Aktie in 1-2 Minuten durch. Wenn man das aufrechnen würde, wäre das ein extrem hoher Stundenlohn!

In den oben erwähnten Kommentaren wurde ich gefragt, ob ich nur Covered Calls oder auch Naked Calls verkaufe. Dazu muss ich sagen, dass ich ab und zu schon nakte Calls verkaufe. Das aber nur in Kombination mit einer anderen Vorgehensweise, die ich hier nicht weiter erläutern möchte, da ich glaube, dass die oben angeführte Strategie für Anfänger weniger Risiko bereit hält.

Im Newsletter werde ich diese Trades eventuell auch anführen, aber ich möchte anmerken, dass ein nakter Call unbegrenztes Risiko beinhaltet, da der Kurs theoretisch unendlich ansteigen kann.

Ich hoffe ich konnte Dir meine Strategie verständlich genug erklären. Durch diese Vorgehensweise ist es mir möglich ein stetig steigendes Einkommen an der Börse aufzubauen. Durch das permanente ausreizen meines Cash-Bestandes erhöht sich jeden Monat meine Mindesteinnahme (theoretisch).

Bei weiteren Fragen bin ich gerne bereit in den Kommentaren zu antworten. Du kannst mir auch auf Facebook, Twitter oder über das Kontaktformular eine Nachricht schreiben. Ich werde so schnell als möglich antworten. Wenn dir meine Beiträge gefallen, würde ich mich freuen, wenn du meinen Blog verbreitest. ;)

mfG Chri

Ab und zu sollte man “stillhalten”

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Hallo,

Was meine ich mit der Überschrift? Wir als Stillhalter sollten einfach einmal bisschen stillhalten ;). Es gibt Marktlagen, wie die aktuelle, in der ich es persönlich für besser halte einfach einmal nichts zu tun.

Da ich momentan ohnehin wenig Zeit für den Handel finde, und nur ab und zu einmal einen Blick in meinen Account riskiere, stört mich der heutige Sell-Off eigentlich gar nicht. Ich bin gerade erst von Wien nach Hause gekommen. Habe meinen ersten Wienathlon absolviert, und jetzt gerade nachgesehen, wie es an der Börse denn so aussieht. Hier die heutige Übersicht beim Einloggen in meinen Account:

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Erster Gedanke: Schade eigentlich, dass ich gestern die neuen Covered Calls auf BMW nicht verkauft habe. Heute hätte ich bereits mit einem netten kleinen Gewinn schließen können. Eigentlich wollte ich auf einen kurzen Preisanstieg warten, um mehr Prämie herausholen zu können.

 

Wie du hier links siehst ist der gesamte Weltmarkt heute etwas im Kurs gefallen. Theoretisch könntest Du jetzt durch den Verkauf von Calls gutes Geld verdienen. Allerdings würde ich das noch nicht raten. Niemand weiß, wie es weitergehen wird.

 

 

Deshalb möchte ich Dir heute etwas raten, dass dich vielleicht trotzdem in irgendeiner Weise weiterbringt oder zumindest nicht zurückwirft. Zerlegen wir den Begriff Stillhalter in seine beiden Bestandteile. Ich werde in dieser Zeit eher “still halten”, und keine neuen Positionen eröffnen. Es sei denn ich sehe eine sehr gute Gelegenheit, oder ich verkaufe eine Option ohne Risiko, wie den oben genannten Covered Call.

Der Optionshandel ist, wie der Name schon sagt, eine Form des Tradings. Viele denken wohl, dass es beim Trading um einen Vollzeitjob geht, wobei man den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringt. Der Optionshandel oder die Stillhalterstrategie ist eben genau das Gegenteil.

Hier geht es darum, dass wir die Zeit für uns arbeiten lassen, und durch die Wertminderung der verkauften Optionen Gewinne realisieren. Hier werden wir eigentlich immer fürs Warten bezahlt. Dies ist unsere Konstante. Die Zeit wird immer vergehen, sie lässt sich nicht stoppen. Genau daran verdienen wir. Entwickelt sich eine Position gegen uns, rollen wir die Option so lange, bis ein Gewinn realisiert wird. Egal wie man es dreht und wendet, wir verdienen sehr gutes Geld, einfach weil die Zeit vergeht.

Ab und zu gibt es Situationen, da sollte man komplett Abstand vom Markt nehmen, sich zurücklehnen und abwarten bis es wieder bessere Gelegenheiten gibt.

Am Beispiel des Deutschen Leitindex sehen wir, dass es heute wirklich ein gutes Stück hinuntergegangen ist. Den anderen Indizes ist es nicht viel besser ergangen.

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Ich glaube, dass hier der eventuell bevorstehende Brexit und die Thematik mit dem Leitzins einen Einfluss hat. Wissen kann ich es jedoch natürlich nicht. Ist mir ehrlich gesagt aber auch egal. Ich werde einfach Abstand nehmen, und abwarten, wie sich die aktuelle Marktlage weiter entwickelt. Um hier gesundes Einkommen zu erzeugen, fehlt mir schlicht und ergreifend etwas Marktkenntnis, das muss ich ehrlich zugeben.

Meine Strategie stützt sich auf den Verkauf von Optionen auf hochwertige Dividendenaktien. Meine Margin ist durch den Zukauf der Aktien im Mai ausgelastet. Dies heißt für mich, dass mir die Hände gebunden sind. So gern ich weiter Optionen verkaufen würde, muss ich einsehen, dass es Zeit ist die Finger von der Maus zu lassen. Hier würde bereits ein großes Dividenden-Einkommen Abhilfe schaffen.

Für alle die noch Cash-Bestände übrig haben stellt dieser Sell-Off allerdings eine Möglichkeit dar. Solltest Du ein Auge auf eine Aktie geworfen haben, die du kaufen und halten möchtest, kann es hier sinnvoll sein einen Put zu schreiben.

Durch den kurzfristigen Markteinbruch ist deine Aktie höchstwahrscheinlich auch gefallen. Jetzt kannst du den Strike für deinen Put noch tiefer setzen, und durch die etwas höhere Volatilität eine größere Prämie einnehmen, was dir einen noch billigeren Einstieg in deine Aktie ermöglicht.

Für alle anderen: Warten wir die nächste Woche ab, wie es weitergeht. Falls ich wieder Optionen verkaufe, bekommt ihr das sowieso durch meinen kostenlosen Newsletter mit. Ich wünsche allen Lesern weiterhin viel Erfolg!

mfGChri

 

Persönliche Gedanken zu Buchverlusten

Hallo,

Endlich sind die Bundespräsidentschaftswahlen vorbei. Mann, geht mir der Rummel auf die Nerven. Heute möchte ich einmal einen Beitrag von einem anderen Blogger unterstützen, da ich glaube, dass viele Menschen eine etwas merkwürdige Einstellung zu Buch-Verlusten haben. Natürlich kann eine Aktie fallen, das wissen wir. Aber es sei doch jedem selbst überlassen, wie er damit umgeht. Ich selbst halte es für wichtig sich von Buchverlusten nicht die Laune verderben zu lassen.

Im Artikel von Dividendenhamster geht es darum, dass ein anderer Blogger versuchte gegen ihn zu hetzen um sich selbst in Szene zu setzen. So lautet auch der Titel des Artikels. Grund für dieses ganze Desaster war folgendes: Der andere Blogger (ich habe keine Ahnung wer das ist) hat sich beschwert, dass auf der Website vom Dividendenhamster die Performance nicht veröffentlicht wird. Das ist auch sein gutes Recht hätte ich gesagt. Ich mache das ja auch nicht. Und zwar aus demselben Grund wie der Hamster. Wir haben uns eben auf Dividenden (und ich zusätzlich auf Optionen) spezialisiert. Für uns zählt nur der monatliche Cashflow. Was hat es mich zu interessieren, ob meine Aktien einmal 10 oder 20 Prozent ins Minus gehen?

Buchverlust

Mal ehrlich? Wenn man das nicht verkraften kann, sollte man nicht in Aktien investieren. Diese Schwankungen treten einfach auf. Das ist so sicher wie das Amen in der Küche …ähhh… Kirche. Würde es immer nur nach oben gehen könnten wir nicht einmal mehr günstig nachkaufen, und jeder Investor müsste jedesmal mehr für seine Anteile bezahlen. Ich finde das eigentlich gut, dass es ab und zu mal ins Tal geht.

Der andere Blogger hatte weiter damit argumentiert, dass es eben nur schlechte Dividendenaktien gibt welche eine hohe Dividendenrendite aufweisen, jedoch niemals ein gutes Investment darstellen. Dies ist per Definition einfach falsch. Wie ich bereits in meinen beiden Beiträgen über die Kursbewegungen geschrieben habe, ist ein Kurssturz nichts weiter als ein massenpsychologisches Phänomen.

Es gibt zu diesem Zeitpunkt einfach mehr Verkäufer als es Käufer gibt. Ob die Mehrheit nun Recht behält sei nun dahin gestellt. Auf jeden Fall zeugt das meiner Meinung nach von Ignoranz, wenn man eine hohe Dividendenrendite sofort mit einer schlechten Aktie gleich setzt. Fällt der Kurs, steigt die Dividendenrendite, solange die Ausschüttungen nicht gekürzt werden. Eine Milchmädchenrechnung.  Es ist natürlich trotzdem wichtig, bei jedem Investment genauer hin zu sehen um grobe Fehler zu vermeiden. Das gilt aber nicht nur für High-Yield-Dividenden-Aktien, sondern für jede Aktie. Um das Thema “fallende Aktien” etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und euch damit natürlich wieder etwas mehr Einlick in die Börse zu verschaffen hat sich mein Blogger-Kollege Flo von finanzleiter.com netterweise bereit erklärt einen Gastbeitrag zu verfassen. Dieser wird demnächst hier veröffentlicht werden. Aber das nur als kleine Info zwischendurch. Kümmern wir uns wieder um das heutige Thema.

Weiter in der Argumentation des oben besagten Bloggers: “Wichtig ist ein Vergleich mit dem Index”. – Das halte ich zumindest mit meiner Strategie für kompletten Schwachsinn. Wieso sollte mich ein Vergleich mit dem Index interessieren? Und welchen Index? Es gibt gar keinen Index für Optionsgewinne an der CBOE oder EUREX soweit ich weiß. Wie soll das denn auch funktionieren? Jeder wählt andere Aktien, andere Strikes, andere Prämien. Und genau das selbe halte ich vom Vergleich mit dem Index einer gewöhnlichen Dividendenstrategie. Hier kommt es natürlich auch darauf an, wann ich die Aktien gekauft habe, zu welchem Preis, und wieviel Dividende ich bereits bekommen habe. Welchen Index sollte man als Vergleich wählen? Und wieso müsste ich es gut finden, wenn der Vergleichsindex in einem Jahr um 3 Prozent fällt, mein Investment aber nur 1,5% ins Minus gerät?

Ich will jeden Monat mit genug Geld nach Hause kommen, der Rest interessiert mich nicht. Wenn meine Aktien im Minus stehen, ist das entweder eine Kaufgelegenheit oder eine Schwankung, der ich nicht weiter Beachtung schenke. Ich hätte nicht gekauft, wenn ich vom Investment nicht überzeugt gewesen wäre. Die fundamentalen Daten eines Unternehmens können sich ändern, aber da reicht es, wenn ich mir die Kennzahlen ein oder zwei Mal pro Jahr ansehe. Wie ich immer schreibe: Lass uns Investoren werden, keine Spekulanten.

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Wie bereits erwähnt: Für mich persönlich zählt der monatliche Cashflow, den ich mit der Kombination aus Dividenden und Optionsprämien erzeuge. Stell Dir vor Du steckst eine hohe Summe Geld in die Aktien eines Unternehmens von welchem Du 100-prozentig überzeugt bist. Deiner Meinung nach macht dieses Unternehmen nach weiteren 100 Jahren immer noch satte Gewinne und schüttet pro Jahr 6 % der Gewinne aus. Und jetzt stell dir vor du behältst Recht, nur der Kurs hat sich nie wirklich nach oben bewegt. Du bist aber sehr zufrieden, dass du dein Leben lang steigenden Einnahmen durch dieses Investment generieren konntest. Was kümmert dich der Kurs?…

 

Nüchtern betrachtet wird es so etwas nicht geben, da diese Unternehmen im Kurs langfristig ziemich sicher steigen werden. Außerdem sollte der gemeine Anleger nicht alle Eier in einen Korb werfen. Aber es ging mir dabei gerade nur um den Grundgedanken des Cashflows.

Wie siehst Du dieses Thema? Findest Du, dass ich hier wieder etwas zu “böse” herübergekommen bin? Egal ob Lob oder Kritik, lass es mich wissen! :) Ach ja: Falls Du alle meine neuen Options-Trades per eMail erhalten möchtest, kannst Du dich völlig kostenlos in meinen Newsletter eintragen. Ich werde die News der verkauften Optionen noch am selben Tag ausschicken, an denen ich sie eröffnet habe. Hilfe beim Schließen der Optionen gibt es auf Anfrage durchs Kontaktformular, Facebook oder Twitter.

Weiterhin viel Erfolg!

mfG Chri

 

 

 

Short Put: Schritt für Schritt-Anleitung

never depent on single income

Guten Abend!

Das Osterwochenende ist nun wieder vorbei, ich hoffe alle hatten einen schönen Feiertag. Ich möchte den heutigen Beitrag nutzen, um etwas aufzuarbeiten. In einem Kommentar, den ich noch auf dem alten Blog bekommen hatte, wurde ich um Folgendes gebeten:

bilderfolge_kommentDiese Bitte hatte ich schon am elften März erhalten, also ist es allerhöchste Zeit dies in die Tat umzusetzen. Danke an Jens für die Anregung und natürlich auch für das Lob! Ich werde versuchen alle relevanten Schritte mithilfe aussagekräftiger Bilder zu erklären. Diese Bilder sind Screenshots aus meinem ganz persönlichem Aktiendepot.

Mein Depot führe ich bei Banx. Ich bin sehr zufrieden mit diesem Broker, und kann das Depot nur weiterempfehlen. Die angebotene Trader-Workstation (Das Programm Du Zugang zur Börse bekommst) ist einfach aufgebaut und nach einer kurzen Eingewöhungsphase leicht zu bedienen.

Ich persönlich nutze aber noch öfter den Webtrader. Hier kann ich von allen Computern mit Internetanschluss meine Optionen handeln, und muss mir nicht überall die TWS (Trader-Workstation) herunterladen.

Schritt 1: Einloggen in den WebTrader

WebtraderDie Benutzeroberfläche des Webtraders sieht folgendermaßen aus:

Benutzeroberfläche-Webtrader

 

Hier ist nicht sehr viel zu erkennen, dies ist aber jetzt irrelevant. Man soll nur eine gewisse Vorstellung bekommen, wie der Webtrader aussieht. Genauere Bilder folgen weiter unten.

Schritt 2: Auf welche Aktien werden Optionen verkauft?

Im zweiten Schritt solltest Du wissen, auf welche Aktien Du einen Put verkaufen möchtest. In meinem Fall sind dies einerseits Aktien, die momentan eine hohe Volatilität aufweisen und sich über den 21er Moving Average (Ein bekannter Indikator) befinden. Oder ich verkaufe Puts auf Aktien, die mir später eine stabile Dividende auszahlen, falls ich sie kaufen muss.

In diesem Beispiel gehe ich auf die BMW-Aktie ein, auf welche ich bereits einen Put verkauft habe. Ich gehe davon aus, dass Du dir deine eigene Recherche über potentielle Zukäufe machst, also lasse ich jetzt den Kurschart, den Dividenden-Termin und die Implizite Volatilität weg.

Schritt 3: Öffne das Order Management

Ganz unten im Webtrader gibt es eine komplette Zeile die “Order Management” heißt. Ein Klick auf den kleinen blauen Pfeil ganz links öffnet dieses Fenster.

Order Management

 

 

 

Wenn Du darauf geklickt hast, sieht die Maske aus wie hier gezeigt:

Order Management_1Hier könnte ich jetzt Aktien kaufen und verkaufen. Wir wollen aber Optionen verkaufen, deshalb klicken wir auf den Reiter “Option” anstatt “Stock”:

Order Management_2Schritt 4: Gib die Daten für den Short Put ein

Um einen Put zu verkaufen muss hier das richtige eingestellt werden. Dies ist nicht schwer, sollte aber auf jeden Fall noch einmal überprüft werden, bevor die Order platziert wird. Ich hab dir die Werte schon einmal ausgefüllt, und werde diese gleich alle einzeln erklären.

BMW-Short_putGehen wir die eingestellten Parameter von links nach rechts durch.

Action…Hier stellst du ein ob du eine Option kaufen oder verkaufen möchtest. Wir als Stillhalter verkaufen nur Optionen, deshalb wird hier “Sell” eingestellt.

Quantity...Hier wird angegeben, wie viele Kontrakte Du verkaufen möchtest. Anfangs wird es reichen, wenn du dies einfach auf 1 eingestellt lässt. Merke: pro Optionskontrakt werden 100 AKtien bewegt. Das heißt, wenn Du ausgeübt wirst, musst du den Gegenwert von 100 Aktien Cash im Depot bereit haben.

Symbol… Hier wird das Kürzel der Aktie hineingeschrieben, auf welche Du die Option verkaufen möchstest. In diesem Beispiel: BMW

LTD… Hier ist das Laufzeitende gemeint. Ich verkaufe meistens Optionen mit einer Laufzeit von ungefähr einem Monat. Dieser Wert ist voreingestellt, und Du kannst nur zwischen verschiedenen Wochen wählen.

Laufzeitende

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Strike… Hier kannst Du den Strike wählen. Dieser Wert ist auch voreingestellt, und du kannst nur zwischen vordefinierten Werten wählen. Wieviele Strikes es gibt ist von Aktie zu Aktie unterschiedlich.

strike

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

P/C…Hier wird nur angegeben, ob dies ein PUT oder ein CALL werden soll. In diesem Beispiel klicken wir im Dropdown-Menü auf “PUT”.

Class... Diesen Wert kannst Du Dir ansehen, ist aber für unser Vorhaben nicht wichtig.

Limit Price… Dies Zahl ist für uns von äußerster Wichtigkeit. Dies ist unsere Prämie, die wir bei eingestellter Laufzeit und Strike einnehmen können. Du kannst sie etwas verändern, und versuchen etwas mehr herauszuholen, dies wird aber nicht immer funktionieren, da der Preis eben von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Wenn Du aber statt den oben genannten 0.87 auf 0.90 erhöhst stehen deine Chancen gut, dass du 3 Euro mehr an Prämie herausholen kannst. Somit hast du die Transaktionskosten auch wieder gut gemacht.  Wenn du siehst, dass hier nur 5 Cent pro Aktie an Prämie eingenommen wird, lasse diese Aktie gleich liegen, oder spiele ein wenig mit der Laufzeit und dem Strike.

Order Type… Hier kannst du wählen ob du eine Limit oder Market-Order platzieren willst. Lass dieses Feld einfach auf Limit eingestellt.

TIF… Time In Force… Dies ist einfach die Gültigkeit für deine Order. Im Normalfall kannst du hier auch das “Day” einfach stehen lassen.

Schritt 5: Überprüfen deiner Eingaben

Um sicherzugehen, dass Du nichts falsches eingegeben hast, wirf einfach noch einmal einen Blick auf alle Werte. So kannst Du dir selbst ein paar kleinere Verluste ersparen. Ich spreche aus Erfahrung. Es gibt Tage, an denen ich schnell eine Order platziere, und nicht darauf achte, ob alle Eingaben korrekt sind. Da passiert es mir dann ab und zu, dass ich eine Option kaufe, anstatt sie zu verkaufen. Dies muss nicht unbedingt sein.

Schritt 6: Platziere die Order

Dazu klicke einfach ganz unten auf das Feld “Preview Order”

preview orderJetzt öffnet sich ein weitere kleines Fenster, in dem du die Order bestätigen sollst.

preview order_1

 

 

 

 

 

 

 

Hier kannst du ein weiteres Mal überprüfen ob alles Korrekt ist. Anschließend klickst Du auf Submit Order. Somit wäre es geschehen, Du hast deinen ersten Put verkauft und die Prämie eingenommen.

Der Short Put befindet sich jetzt in der Übersicht des Webtraders

BMW-PUT

Das war die ganze Hexerei. Nichts aufregendes oder? Verkaufst du schon Puts? Hab ich irgendetwas ausgelassen, was du noch wissen möchtest? Hinterlasse ein Kommentar oder schreib mir eine Nachricht über Facebook, Twitter oder eMail. Ich freue mich.

mfG Chri