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  • #2662

    Rueganer
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich möchte hier nochmal die Fragen zur tatsächlichen Abwicklung eines BPS anführen.
    Gerade für Neulinge wie mich, mit kleinem Konto, stellt der BPS eine gute Möglichkeit da um:
    1. Das Risiko zu limitieren
    2. Die Margin zu reduzieren

    Zur Erklärung eines BPS verlinke ich nochmal kurz die Ausführungen von Chris:
    Ausübungsrisiko beim BPS

    Wie in diesem Artikel beschrieben, geht es mir um die tatsächliche Abwicklung im Worst Case.
    Angenommen das Underlying steht bei 100 USD und wir verkaufen einen Put bei einem Strike von 95 USD. Zur Absicherung kaufen wir zusätzlich einen PUT mit einem tieferen Strike von 90 USD.

    Durch die Absicherung sollte unser maximaler Verlust = (95 USD – 90 USD) * 100 – Prämieneinnahme. Das heißt hier 500 USD – unsere kassierte Prämie.

    Wie indem verlinkten Artikel beschrieben, kann es bei unterschreiten des verkauften PUTs zur Ausübung kommen. Somit muss unser Konto eine entsprechende Deckung aufweisen.

    Fragen:

    wofür kaufe ich den PUT wenn ich im schlimmsten Fall doch ausgeübt werde und somit Cash in Höhe des Underlyings benötige?
    Muss das Recht dann “händisch” aus dem gekauften PUT in Anspruch genommen werden, um die zuvor angediente Aktie wieder zu verkaufen?

    Ich hoffe ihr könnt mich aufklären.

    Grüße

    #2663

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Rueganer,

    eine sehr spannende Frage die mich, ebenfalls Neuling, natürlich genauso umtreibt. Das wird insbesondere bei zwei Szenarien wichtig. Erstens wenn das Underlying so teuer ist das man für so große Summen Aktien eingebucht bekommt, dass das die Margin eigentlich nicht leisten kann. Zum Anderen wenn die Optionen kurz vor dem Verfall stehen und man somit in Gefahr ist seine Gegenposition zu verlieren.

    Ich habe ja schon vor zwei Wochen hier die Frage gestellt, wie so eine Ausübung eigentlich abläuft. Leider war hier wohl keiner in Lage oder Willens mir diese Frage auch zu beantworten. Somit tappe ich leider weiter im Dunklen.

    Folgendes ist jetzt mal zunächst Spekulation, das gilt es noch zu verzifizieren.

    Also was mir etwas Sorge macht ist der Margin-Bedarf. Wenn ich zu viel Cash für eine eingebuchte Aktien-Position brauche riskiere ich einen Margin-Call. Die erste Frage ist, wie intelligent ist die Margin-Berechnung? Diese bildet bei Optionen ja quasi das tatsächliche Risiko ab. Haben die ihren Job richtig gemacht, würde die Margin-Anforderung auch hier aus der Kombination long Aktien und long Put entstehen. Nachdem der long Put bei Ausübung nur 500 Dollar weniger Wert wäre, wie die Aktien, bleibt die Margin-Anforderung gleich. Man hat also kein Problem.

    Deine zweite Frage kann ich Dir denke ich beantworten: Ja!

    Optionen sind nicht irgendein spekulatives Finanzprodukt, das am Schluss den Gewinn oder den Verlust quasi auszahlt (bei Optionsscheinen scheint ja fast nur mit Geld abgewickelt zu werden). Es sind Verträge über die Übergabe oder Übernahme von Aktienpaketen. Entsprechend musst Du Dich denke ich dann schon um die Ausübung des Vertrages kümmern, wenn Du das möchtest. Die Sicherung soll Dich ja nicht gegen das “darum kümmern”, sondern den finanziellen Verlust sichern. :-)

    Was noch das Thema short Optionen verfallen lassen betrifft, bin ich schnell dazu übergegangen alle short Optionen generell vor dem Verfall glatt zu stellen. Das Risiko hier in letzter Minute irgend eine blöde Überraschung zu erleben ist mir einfach zu groß.

    Bye
    Opti

    #2664

    Rueganer
    Teilnehmer

    Hallo Opti,

    danke für deine Ausführungen.
    Fraglich ist nur, wenn du beispielsweise eine Apple mit einem BPS handelst und er unter den Strike des verkauften PUTs fällt, was passiert?

    Angenommen du hast 5000 USD auf deinem Konto, was für die Margin vollkommen ausreicht. Nun wird der verkaufte PUT aber vorzeitig ausgeübt. Dein Konto ist nicht ausreichend gedeckt für die 100 Apple Aktien. Das heißt du bekommst einen Margin Call. Dann übst du das Recht aus dem gekauften Put aus (wie auch immer das geht)?

    Ich glaube ich werde mal direkt bei Captrader anfragen wie in so einer Situation verfahren wird.

    #2665

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Rueganer,

    nun zunächst passiert wohl erst mal nichts. Denn im Normalfall gibt es keinen Grund für die Gegenpartei vor der Fälligkeit auszuüben. Für den der eine Long-Position hält gibt es ja immer die bezahlte Optionsprämie zu verlieren. Darum ist es wenn noch Laufzeit übrig ist wirtschaftlich sinnvoller die Option wieder zu verkaufen, statt auszuüben und damit den Zeitwert zu vaporisieren.

    Und mit einem 5.000er Konto kannst Du natürlich auch 100 Apple-Aktien kaufen. Du brauchst ja nur 25 Prozent Cash. Aber das ist natürlich reine Theorie, das Underlying kann ja auch deutlich teurer sei bei einem engen Spread. Ich traue mich auf jeden Fall nicht Short-Positionen einfach verfallen zu lassen.

    Ich bin sehr gespannt was Captrader Dir antwortet.

    Bye
    Opti

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