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  • #2219

    ako78
    Teilnehmer

    Hallo Zusammen,

    ich bin noch Neuling im Optionshandel und möchte gerne einmal meine Gedankengänge vorstellen, wie ich plane mit dem Optionshandel zu starten.

    1. Da ich anfangs nur ein kleines Konto mit 3500.- handeln kann will ich mit, „Bull Put Spreads“ auf ETF´s (SPY, QQQ, IVM )und größere Aktientitel (AAPL, AMZN)beginnen. Hier ist die Prämie zwar nicht hoch, dafür das Risiko aber begrenzt. Hier ist die Devise lieber klein und dafür mehr.

    Einstieg:

    IVR bzw. IV Pct Rank >40 (hat hier jemand einen Tipp wo man sich eine Liste nach IVR ausgeben lassen kann? bei Dough komme ich nicht mehr rein nutze zur Zeit //marketchameleon.com/Screeners/Options)
    Optionen sind Liquide (sollte bei den o.g. ETF´s der Fall sein)
    Restlaufzeit zwischen 30-45 Tagen
    Delta <=20
    keine Earning Trades

    Reparatur:

    Bei 200% Verlust die Optionen ausnahmslos zurückkaufen bzw. Rollen, wenn sich die Trading Voraussetzungen nicht geändert haben.

    Ausstieg:
    bei 50% Gewinn zurückkaufen oder 1 Woche vor dem Verfall

    2.)Auf das Optionskonto geht ein monatlicher Sparbetrag ein, so dass später auch short puts auf Dividendenaktien geschrieben werden können, sobald das Konto etwas größer ist.

    3.) Ich handle nicht auf Margin bevor ich nicht mehr Erfahrungen gesammelt habe

    4.)Ziel 1-3 Cashflow vom eingesetzten Kapital

    So das waren meine ersten Gedanken. Wie gesagt, ich bin Neuling und war bisher nur passiver Leser. Verzeiht mir also, wenn das alles noch nicht so rund ist :.-).

    Über Tipps und weitere Anregungen würde ich mich freuen.

    Andy

    #2220

    Josef
    Teilnehmer

    Ich sehe da die 50% rückkauf Regel kritisch bei einem Spread. Je nachdem, wie hoch der Spread ist, verringert sich schließlich der Gewinn sehr extrem.
    Daher meine Frage: Wie hoch planst du denn den Spread?

    Wo ich mir nicht sicher bin:
    Kann man APPL als Spread handeln ohne Margin Konto bzw. dem Cash Konto mit 3,5k? Im Ausübungsfall könntest du doch den Short nicht bedienen?

    Was mir als Regel auch fehlt: Wann rollst du den Long :-)

    Da du zudem kein Marginkonto haben willst, wird bei dir der Long nur zur Absicherung von gaps dienen. Dementsprechend könntest du diesen ja auch sehr weit weg vom Basispreis wählen.

    So oder so wirst du dann aber nur maximal einen pro Monat handeln können denke ich?

    Berichtigt mich, wenn ich falsch liege :-)

    Gruß
    Josef

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 1 Monat von  Josef.
    #2223

    Chri
    Keymaster

    Hallo Andy,

    generell ja.
    Die Einwände von Josef sind aber berechtigt.

    Aber: wenn rollen, dann den gesamten spread! Ich wuerde gerade als Anfänger den long Put nicht sehr weit vom short Put entfernen, da das maximale Risiko dann vergrößert wird.

    Bei dough kannst du dich noch registrieren, und zwar ueber die App :)

    Monatlich Sparbetrag aufs Depot ist eine sehr gute Sache, mache ich noch immer so, wenn es sich ausgeht :)

    Ob du das mit dem Cash-Konto umsetzen kannst weiss ich nicht, das muesste man ausprobieren beziehungsweise abklaeren.

    Auf jeden Fall wuerde ich keine Ausuebung riskieren, aber da sollte deine 200 Prozent Regel eigentlich davor schuetzen, wenn du bei delta 20 eroeffnest.

    MfG Chri

    #2252

    Rueganer
    Teilnehmer

    Hallo Andy,

    ich plane auch nächsten Monat anzufangen mit einem ähnlichen Betrag wie du. Meine “Regeln” sind quasi identisch. Der Unterschied besteht darin, das ich vorerst ausschließlich cash secured short PUTS aufsetzen werde. Genau genommen einen pro Monat. Zum einen weil das Konto nicht mehr hergibt (im Falle einer Ausübung) und zu anderen damit ich nicht den Überblick verliere :-).

    #2326

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    ich bin ja auch noch der totale Anfänger, ich habe im Mai begonnen meine ersten Options-Trades aufzusetzen. Also zumindest schon ein paar Basis-Erfahrungen im Optionsgeschäft, aber meine Aussagen sollten durchaus kritisch hinterfragt werden. ;-) Soviel vorneweg.

    ako78, ich fände es sehr interessant Erfahrungsberichte von Dir lesen zu können, wenn Dir der Einstieg gelungen ist. Ich fürche allerdings auch das Du ohne Margin-Konto nicht so recht handlunsgfähig sein wirst. Um so interessanter wäre ob bzw. was mit ein Cash-Konto tatsächlich funktioniert.

    Rueganer, nachdem auch ich besonders von der Möglichkeit von Cash Secured Puts zum Optionshandel gelockt wurde, kann ich nur vermuten wieso Du gerade damit anfangen willst. Es hört sich eben so schön “Secure” an. Zumindest war das bei mir der entscheidende Grund. Mir ist aber schnell aufgefallen, die Tücke steckt im Detail, gerade bei einem kleine Konto ist da so rein gar nichts Secure und der Aufwand rentiert sich nicht wirklich.

    Also ich kenne jetzt Deine Kontogröße und Deine Sparrate nicht, darum nehmen wir jetzt mal einfach irgendwelche Zahlen. Also sagen wir mal Du startest mit einem Konto mit 5.000 Dollar. Das Konto wird monatlich mit 500 Dollar zusätzlich bespart.
    Deine erste Aktie auf die Du eine Option schreiben willst dürfte also maximal knapp 50 Euro kosten, damit Du diese bezahlen kannst. Nun sagen wir mal Du schreibst einen Cash Secured Put, Aktie XZ zu 45$ und nimmst nach Gebühren sagen wir mal optimistisch 40$ ein. Wenn Du den das Ding zu 20$ Dollar zurück kaufst hast Du abzüglich Gebühren ca. $16,50 eingenommen. Nehmen wir mal eine durchschnittliche Haltezeit pro Trade von 11 Tagen an und Du kannst das wirklich alle 11 Tage in die Gewinnzohne bringen, hast Du so knapp 12 Prozent pro Jahr Rendite. Nur ist klar, so in Idealzustand ist nicht realistisch. Was ist relaisitsch? die Hälfte? Nun, für 6 Prozent wird es einfacher sein einen marktbreiten ETF zu kaufen, das schafft der auch. ;-)

    Was passiert wenn es gegen Dich läuft? Du rollst nicht sondern lässt Dir die Papiere einbuchen. Du hast nun also Aktien im Depot die Dich 4460 Euro gekostet haben. Fällt der Kurs also unter 44,60 geht Deine Verlustzone los. Fällt die Aktie noch weitere 10 Prozent hast Du beinahe verbrannt was Du im ganzen Jahr idealerweise hättest verdienen können. und wir wissen Beide, das eine Aktie auch mal in relativ kurzer zeit ein Minus von 25 Prozent macht ist so unwahrscheinlich nicht.

    Weiterhin bist Du fast handlungsunfähig, Du kannst zwar Calls schreiben, aber die Frage ist wie viel Du dafür bekommst wenn diese immer nur über den 44 Euro liegen müssen. Doch geht der Kurs erst deutlich nach unten und dann in einen seitwärts- oder schwachen Aufwärtstrend über hängt Dir ewig die Aktien-Position als beinahe totes Kapital im Depot. Und bis Du Deinen nächsten Cash Secured Put aufsetzen kannst vergehen dann 9 Monate, bis die Sparraten Deinen Cash-Bestand ausreichend gefüllt haben.

    Zumindest mir ist sehr schnell klar geworden, das rentiert bei kleinen Konten alles den Aufwand nicht. Da ist mit einer guten Strategie auf Aktien, die man in kleinen Tranchen kauft ein deutlich besser Geschäft mit weniger Aufwand zu machen.
    Wenn man annimmt eine einzelne Aktien-Position sollte aus Sicherheitsgründen maximal 10 Prozent des Depot ausmachen, könnte man mit einem Depot im Bereich 5.000-10.000 Dollar nur Aktien im Kostenebereich 5-10 Dollar handeln und damit kann man unmöglich mit Optionen etwas verdienen.

    So viel meine Gedankengänge zum Thema Cash Secured Puts in kleinen Konten.

    Gruß
    Opti

    #2353

    Rueganer
    Teilnehmer

    Hallo Opti,

    vielen Dank für deinen Beitrag.
    Ich habe selbst in den letzten Wochen gemerkt, dass ein Fokus auf Cash-Secured Puts einem ziemlich den Spielraum raubt. Ich habe mit meinem PAPERTRADING Account nun schon etliche Optionen verkauft und bis auf eine konnte ich alle bei 50% positiv schließen. Allerdings hätte ich diese Optionen nicht verkaufen können, wenn ich ausschließlich Cash-Secured handeln würde.
    Deine Aussage ist also, das man lieber ein Marginkonto betreiben sollte und dann notfalls die Positionen rollt?
    Wenn man Aktienoptionen an den amerikanischen Börsen verkauft besteht doch aber die Möglichkeit, das man jederzeit ausgeübt wird. Angenommen ich habe ein Konto mit 5000 USD und verkaufe eine Option auf eine Aktie mit einem Strike von 60 USD. Könnte es dann nicht passieren, das ich vorzeitig ausgeübt werde, mein Konto aber nicht die erforderliche Deckung aufweist?

    #2354

    Josef
    Teilnehmer

    Auch die meisten an der eurex gehandelten Optionen sind vom amerikanischen Typ ;)

    #2355

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Rueganer,

    grundsätzlich werde ich mit nur drei Monaten praktische Erfahrung wirklich niemand irgendwelche Ratschläge geben. Allerdings kann ich Dir natürlich meine Gedankengänge schildern, die Dir als zusätzliche Sichtweisen evtl. helfen Deine eigene Entscheidungen besser abwägen zu können.

    Ich für meinen Teil habe erkannt das ohne Margin-Konto und bei meiner Konto-Größe die möglichen zusätzlichen Einnahmen der ganze Aufwand weder rentieren, noch das zusätzliche Risiko rechtfertig. Da wäre es wohl wirklich besser mit nem Zweitjob an der Tanke die Depot-Steigerung zu verbessern. ;-)

    Ja und natürlich ist die Ausübung das vermeintliche Damokles-Schwert, dass über einem schwebt. Und ja klar, man muss sein Money- und Risiko-Management schon im Griff haben und sich vorher entsprechende Gedanken machen. Aber so groß ist das Risiko gar nicht wenn man das genau betrachtet.

    1. Punkt: Auch hier greift ja die Margin. Hast Du also 5.000 Dollar Cash auf dem Konto, bedeutet das 20.000 Dollar Buying-Power. Du kannst also für bis zu maximal 20.000 Dollar Aktien kaufen. Wirst Du also ausgeübt und musst die 6.000 Dollar hinlegen ist das Konto über die Margin gedeckt. Einzig für die 1.000 Dollar geliehenes Geld, dass Du nicht hast, wirst Du ab diesem Zeitpunkt Zinsen zahlen müssen.

    Allerdings Du hast dann das Problem, Deine Margin-Anforderung ist so hoch das Du beinahe Handlungsunfähig wirst. Wenn ich das jetzt richtig gerechnet habe, dürfte sich Dein Buying-Power auf 3.500 Dollar reduziert haben. Und das auch nur wenn die Aktien noch 6.000 Dollar Wert sind. Und wieder unter der Vorausetzung ich habe die Margin-Berechnung jetzt richtig verstanden und richtig gerechnet dürfte die Aktie dann aber noch über 70% an Wert verlieren bis es zu einem Margin-Call kommt.

    Also kann man sagen, es drohem hohe Verluste, es droht die Handlungsunfähigkeit, aber das Dir das Konto platzt ist wenig wahrscheinlich. Beides Risiken die Dir letztlich auch beim Cash-Konto drohen.

    2. Wieso sollte irgend jemand auf die Idee kommen eine Option vor der Zeit bzw. aus dem Geld einfach mal so auszuüben?

    Der Options-Käufer hat ja Zeitwert gekauft (die Optionsprämie) und wer ausübt verliert sofort seine Investition. Die ist futsch, die darfst Du auf jeden Fall behalten. Also aus welchen Grund sollte der Besitzer vor der Zeit eine Option ausüben? Der kommt auf jeden Fall besser weg wenn er sie wieder verkauft. Und ein Verkaufsrecht für die Option hat er ja Dir gegenüber nicht.
    Selbst wenn die Option deutlich im Geld ist, es gibt für den Options-Besitzer kaum einen sachlichen Grund nicht einfach abzuwarten bis die Option kurz vor dem Verfall ist. Entweder seine Papiere sind dann noch weniger Wert wie der Basispreis der Option, dann kann er immer noch ausüben. Oder sie sind mehr wert, dann rentiert die Ausübung nicht. Die Optionsprämie ist für den Options-Käufer so oder so futsch, da gibt es nichts zu gewinnen.

    Einzige Gründe die mir so einfallen würden, dass jemand frühzeitig ausübt. Jemand braucht dringend das Geld und muss deshalb die Papiere sofort los werden. bzw. braucht dringend die Papiere. Das ist wohl vor allem vorstellbar wenn ein Leerverkäufer sich mit Optionen abgesichert hat.

    Aber das dürften meiner bisherigen Einschätzung nach beides eher sehr seltene Ereignisse sein.

    Bye
    Opti

    #2361

    Chri
    Keymaster

    Opti hat das alles sehr gut erklärt, meine Hochachtung!

    Auch der Einwand von Josef sollte durchaus beachtet werden! Auch Optionen am europäischen Markt können jederzeit ausgeübt werden, wenn sich die Option aber nicht im Geld befindet, wird das kaum vorkommen.

    Sobald der Kurs deinen Strike überschreitet würde ich dann aber rollen, wenn du die Aktien zum Strike-Preis nicht haben möchtest.

    mfG Chri

    #2362

    Rueganer
    Teilnehmer

    Vielen Dank für eure Erklärungen,

    gibt es denn so eine Richtwert bzw. Empfehlung für den prozentualen Anteil der Margin-Auslastung?

    #2363

    ChristianH
    Teilnehmer

    40 bis max. 50% sind ein gesunder Wert mit dem man noch gut schlafen kann😉

    #2364

    Opti
    Teilnehmer

    Chri, Danke! :-)

    Rueganer, Jens Rabe sagt man sollte seine Margin zu 60% ausslasten. Das ist dann aber schon der Max-Wert. Und das ist auch der Wert mit dem ich im Moment fahre.

    Bei einem kleinen Konto bleibt Dir ja gar nichts anders übrig als zu versuchen möglichst viel raus zu holen aus dem mageren Sicherheiten die Du hast. Ich würde dann aber auch sagen so größer das Konto ist um so mehr sollte man das Risiko reduzieren.

    Bye
    Opti

    #2371

    Chri
    Keymaster

    Die Margin-Auslastung ist meiner Meinung nach immer von der aktuellen Situation abhängig, auch kommt es auf die gehandelte Strategie an. Gewöhnliche Puts auf Dividenden-Aktien sollten mit relativ wenig Margin gehandelt werden, fühle mich da sehr wohl zwischen 30 und 40%, da ich später auch noch Margin brauche um eventuell gute Gelegenheiten auszunutzen (Korrekturphasen oder gar Crashs)

    In einem Crash werde ich bestimmt bis zu 70 oder 80 % auslasten, da ich das für eine sehr gute Chance halte um viel zu verdienen.

    Handelt man vorwiegend nur Vertical Spreads ist der maximale Verlust und damit die Margin ohnehin auf die Differenz der beiden Strikes beschränkt. Man sollte trotzdem darauf achten nicht ausgeübt zu werden.

    Als Richtwert halte ich 50% für einen Anhänger in Ordnung. Jemand der gelernt hat zu rollen kann ruhig mal höher gehen.
    Ich kenne Optionshändler die sind permanent bei 70-80% und fahren damit eigentlich relativ sicher, würde ich einem Anfänger aber nicht raten.

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