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  • #2337

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    ich bin noch ganz neu beim Optionshandel und habe vor allem viel von Jens Rabe gelernt. Ein elementarer Bestandteil seiner Strategie ist die Marktsituation zu beobachten. Er nennt das die “Morgenrountine”.

    Ich gebe es zu, selbst nach Monaten fällt es mir schwer mir eine wirklich abschliessende Meinung zum Markt zu bilden. Natürlich fehlt mir hier die Erfahrung. Er meint ja auch man entwickelt so ein “Bauchgefühl”. Mein Problem, ich liebe klare Regeln nach denen man handeln kann, ein Bauchgefühl ist mir einfach zu “schwammig”. Vieleicht kommt auch deshalb anders wie beim Aktien-Investment beim Optionshandel immer wieder eine gewisse Ratlosigkeit bei mir auf wenn ich auf die Märkte blicke.

    Darum habe ich diesen Thread eröffnet, ich fände eine laufende Diskussion ganz spannend: Wie schätzt Ihr den Markt ein? An die Fortgeschrittenen und Profis, was handelt ihr in der aktuellen Situation für eine Strategien?

    Ich will mal beginnen:

    Im Moment grummelt es ja so bischen an den Märkten. Die Indizes sind auf Tagesbasis alle im Abwärtstrend. Anonsten habe ich aber Aufgrund der anderen Parameter nicht das Gefühl das wir kurz vor großen Verwerfungen stehen. Ich habe noch Bull Put Spreads im Depot die im Moment nicht in großer Gefahr sind, aber so vor sich schwanken und entsprechend auch kein Geld bringen.

    Was macht man nun in so einer Situation? Ist es sinnvoll der Moment über Short Calls (Baer Call Spreads) nachzudenken? Habe ich bisher noch nicht gehandelt und die sind ja auch nicht ungefährlich, weil schlechter zu rollen.
    Lässt man lieber im Moment ganz die Finger von neuen Trades? Ich bin grundsätzlich kein Freund längerer Untätigkeit. Wenn ich regelmässig Prämieneinnahmen haben will, und das ist ja das Ziel, muss ich eben auch traden.
    Order handelt Ihr im Moment einfach andere Märkt?

    Über eine rege Beteiligung würde ich mich freuen! :-)

    Bye
    Opti

    #2349

    Chri
    Keymaster

    Hallo Opti,

    Das Marktumfeld ist seit Anfang des Jahres, ich sage es mal einfach so: Scheiße!
    Der Markt weiß nicht so recht was er tun soll, wir rennen von einem Hoch zum Nächsten, und haben alle jeden Tag Angst, dass der nächste Crash kommt, da er ja grundsätzlich überfällig ist.

    Ich sage: Niemand kann jemals herausfinden, ob der Markt am nächsten Tag steigen oder fallen wird, deshalb sollte man sich auf Strategien stürzen, die keine genaue Richtung brauchen. Der Optionshandel ist ja so eine Strategie.

    Du könntest dich auf Iron-Condors stürzen, wenn du wirklich gar keine Meinung zum Markt hast, oder du machst es wie ich und schreibst Puts auf Dividenden-Aktien, die du haben möchtest, egal in welcher Marktphase. Kann natürlich sein, dass du dann eventuell einmal rollen musst/kannst/sollst/willst. Generell, wie du ja schon gesagt hast, ist es leichter Puts zu rollen als Calls. Du kannst aber auch einen Call in einen Put rollen, hier ist etwas Erfindergeist gefragt.

    Ein Iron Condor ist eine marktneutrale Strategie, die sich aus einem Bear Call Spread und einem Bull Put Spread zusammensetzt. Eine sehr gute Strategie, wenn du mich fragst. Zu achten ist auf einen hohen IVR, um eine angemessene Prämie einzunehmen, und ein geringes Delta um eine hohe Gewinnwahrscheinlichkeit zu haben. Vergiss nie: Der Basiswert kann sich nur in eine Richtung bewegen, von daher gewinnt eine Seite immer, die andere Seite kannst du rollen.

    Noch ein kleiner Rat: Wenn du rollen musst, sieh das nicht als negativ an. Mit jeder gerollten Option bekommst du mehr Selbstvertrauen in deinem Handeln, da du mit der Zeit weißt: Es kann dir eigentlich nichts passieren, wenn du richtig an die Sache heran gehst.

    Ich selbst habe diese Woche einen sehr großen Verlust gemacht, bedingt durch das schließen meines PCLN-Trades. Für mich ein Grund noch mehr zu lernen und weiter zu machen. :)

    Viel Erfolg weiterhin!

    mfG Chri

    #2365

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Chri,

    danke für Deine Ausführungen das mir einigen Stoff zum Nachdenken gegeben hat. Ich denke ich verstehe auf was Du hinaus willst.

    Allerdings stehe ich noch so am Anfang, das ich noch gar nicht über eigene Strategien bzw. Anpassungen nachdenken möchte. Ich will erstmal relativ einfache Systeme wie die short Puts stark verinnerlicht haben. Darum bezieht sich mein Thread auch konkret auf Jens’ Morgenroutine der eben sagt wenn der Markttrend nach oben geht short puts und wenns runter geht shot calls.

    Nachdem ich nun weiß das Du diese Routine für Deinen Handel nicht übernommen hast, verstehe ich schon auch das Du einen ganz anderen Blick auf Deinen Handel hast. Mittelfrisitg also genau die richtigen Denkanstöße, danke dafür. Kurzfristig bringt mich das leider nur wenig weiter. ;-)

    Mein Problem bleibt nach wie vor, bei meiner Kontogröße sind 100 Stück einer Dividenden-Aktie ein viel zu großes Klumpenrisiko. Ich fahre bei meinem Dividenden-Depot ein stark diversifziertes System mit entsprechend kleinen Positionsgrößen und noch kleineren Positionen pro Kauf. Und an meiner Aktien-Strategie möchte ich im Moment auch nichts ändern, da fühle ich mich sehr wohl damit.

    Zweitens Problem, durch die geringe Kontogröße habe ich viel zu wenig Spielraum bei der Margin. Ich bin also drauf angewiesen das die Trades relativ bald geschlossen werden, sonst mache ich keinen Umsatz und die gesamte Sache wird unrentabel. Gleichzeitig müssen die Trades eine gewisse Mindestgröße haben, damit die Gebühren nicht den ganzen Gewinn fressen.

    Jens meinte im kleinen Konto-Seminar sinngemäs man müsse die Trades bei einem kleinen Konto ganz genau wählen, weil das bei den wenigen Möglichkeiten eben dann jeder Trade sitzen muss. Mir ist über die letzten Wochen immer klarer geworden was er damit gemeint hat.

    Bye
    Opti

    #2367

    Elmar
    Teilnehmer

    Hallo Opti,

    ich habe ebenfalls über das Buch von Jens den Einstieg in den Optionshandel gefunden, aber mich relativ schnell von seinem Vorgehen abgekoppelt und meine eigene Strategie entwickelt. Der Grund ist genau derselbe wie bei dir: Ich habe keine Ahnung, wo der Markt sich hinentwickeln wird und ich will mir ehrlich gesagt auch keine Gedanken darum machen. Im einfachsten Fall würde ich sogar noch eher jeden Morgen eine Münze werfen und mich danach für rauf oder runter entscheiden. Der Erfolgsquoten dürften etwa gleich groß sein.

    Ich kann Chri daher nur voll und ganz zustimmen: Langfristig sind sogenannte “marktneutrale” Strategien meines Erachtens immer vorzuziehen. Da interessiert es im ersten Schritt überhaupt nicht, wo der Markt sich hinbewegt. Das kann man über einen Iron Condor abbilden oder wie in meinem Fall über Strangles. Ein Strangle arbeitet im Gegensatz zum Iron Condor ohne Absicherung, birgt entsprechend höhere Risiken, winkt aber auch mit einer höheren Rendite. Das muss man abwägen.

    Meine “Routine” sieht daher so aus: Ich verkaufe nur Optionen auf Indizes (bspw. Euro Stoxx 50) mit sehr langer Restlaufzeit von mindestens 3 Monaten und entsprechend weit aus dem Geld liegend, dass mir lange lange Zeit nichts passieren kann. Dabei eröffne und schließe ich einmal im Monat Positionen, manchmal sogar nur alle zwei Monate. Ausschlaggebend ist, wie hoch die Volatilität gerade ist. Im derzeit ruhigen Marktumfeld gehe ich so gut wie keine Positionen ein (schmälert natürlich die Rendite, aber Risiko und Ertrag stehen in keinem vernünftigen Verhältnis). Das war es. Macht im Jahr vielleicht 20 Tage an denen ich überhaupt handle und ich erwarte mir eine jährliche Rendite von 20%-40%. Du siehst: Gähnende Langeweile. Mit so einem Konzept kann Herr Rabe natürlich nicht auf Kundenfang gehen, geschweige denn einen Börsenbrief herausgeben.

    Dein Problem ist aber natürlich ganz klar die geringe Kontogröße. Da kann ich wenig Tipps zu geben bis auf, dass in so einem Fall auf jeden Fall kontinuierlich externe Liquidität (Arbeitseinkommen etc.) eingebracht werden sollte, um das Konto schnell groß zu kriegen. Anders dauert es ewig um auf einen grünen Zweig zu kommen. Allerdings auch immer im Blick behalten, dass Optionshandel absolutes Risikokapital ist. Der Notgroschen hat immer die oberste Priorität und sollte zuerst angespart werden.

    Grüße
    Elmar

    #2368

    Bautschi
    Teilnehmer

    Hallo,

    danke mal an Chri und Elmar für die Einblicke.

    Mir geht es im Moment genau wie Opti:

    – stehe noch ganz am Anfang
    – kleines Konto
    – schreibe nur Short Puts und versuche somit ein Gefühl dafür zu bekommen

    Ich sehe das kleine Konto aktuell noch nicht ganz so schlimm, da ich erst in der Lern- und Findungsphase bin.

    Aber natürlich ist es meine Ziel mein Konto möglichst schnell aufzustocken und da ist mir klar, dass dies aktuell mit SP und handelbarem Risiko nicht so schnell möglich ist.

    Daher ist mein Ziel möglichst viel Geld zu sparen und bis dahin zu lernen und meine Strategien entwickeln, die ich dann mit einem größeren Konto handeln kann.

    VG Manuel

    PS: @Chri: Wäre auch gerne auf deiner Monatsliste drauf, nachdem ich ja im August die ersten Einnahmen mit dem Optionshandel generiert habe. Reicht dir da ein Mail mit den Zahlen?

    #2369

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo ELmar,

    danke für Deinen Beitrag. Na also 20 bis 40 Prozent erwartete Rendite, das kann sich wirklich sehen lassen. Dafür das Du relativ wenig eingreifen musst ganz besonders. Wie rechnest Du diese Rendite? Also Erträge aus der der Kontogröße? Wie lange bist Du schon im Geschäft?

    Ich frage mich ehrlich gesagt gerade wo der Haken ist. ;-) Das sind Renditen die schon eher an der oberen Grenze meiner Erwartungshaltung sind, wenn nicht sogar deutlich darüber. Und das bei deutlich mehr Aktivität.

    Was klar ist, ohne massives Zusparen ins Depot wird das nichts.

    Bye
    Opti

    #2372

    Chri
    Keymaster

    “PS: @Chri: Wäre auch gerne auf deiner Monatsliste drauf, nachdem ich ja im August die ersten Einnahmen mit dem Optionshandel generiert habe. Reicht dir da ein Mail mit den Zahlen?”

    Die Mails werden mir langsam zuviel. Ich überlege hier im Forum einen Bereich einzurichten, wo dann jeder seinen Stand posten kann. Aber vorerst kannst du mir noch einmal per Mail schreiben.

    mfG Chri

    #2386

    Josef
    Teilnehmer

    Hi,
    ich handle sehr gerne Short Strangles (oder eben mittlerweile Iron Condors) aus dem Grund, dass eine Seite immer gewinnen muss.
    Auch im jetzigen Umfeld eröffne ich Positionen. Ginge es nach den ganzen Analysten dürfte man schon seit 2 Jahren keine Positionen eröffnen, weil damals schon der Crash vorhergesagt wurde.

    Ich stütze mich bei dem Ganzen auf die langjährige Beobachtung, dass auf Übertreibung wieder ein Ausgleich folgt. Allerdings muss das jeder für sich entscheiden. Und die Beobachtung stimmt natürlich nicht für alle Fälle. Heute dürfte z.b. mit NordKorea eine neue Karte im Weltpoker gespielt worden sein welche den Abverkauf in gewisser Weise rechtfertigen könnte.

    Mein Konto ist bei 21k wobei ich 10k durch einen Kredit eingezahlt habe.

    Ich muss auch dazu sagen, das ich bewusst oft handle, weil mir das Ganze einfach Spaß macht ;) Deshalb stellt sich die Frage nach “nichts tun” für mich gar nicht.

    PS: Das Heranziehen von Charttechnik “verabscheue” ich momentan noch (mal schauen wie es nach Jens Rabes Kurs wird). Einfach aus dem Grund, dass ich nicht dem Aktienhandel abgeschworen habe um dann doch wieder Annahmen über den Kursverlauf treffen zu müssen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Jahr, 9 Monate von  Josef.
    #2390

    Elmar
    Teilnehmer

    @opti: Den Haken kann ich dir nennen. Im Fall der Fälle, dass das bislang Undenkbare Wirklichkeit wird und die weltweiten Märkte über Nacht um 30% einbrechen ist das Konto platt. Mit diesem Damoklesschwert musst Du leben oder dich mit wesentlich geringeren Renditen zufrieden geben. Da sollten wir uns nichts vormachen. Wir sind alle relativ jung im Geschäft (ich seit etwas über 2 Jahren) und haben noch keine wirklichen Krisen überstehen müssen. Das gefährliche am Optionshandel ist, dass du jahrelang enorme Renditen erzielen kannst. Sobald etwas Übermut hinzukommt und der Markt dich auf dem falschen Fuß erwischt, kann die Arbeit von mehreren Jahren über Nacht dahin sein.

    Deshalb meine vorherigen Aussagen auch nicht falsch verstehen: Die Strategien von Herrn Rabe entsprechen nicht meinen persönlichen Vorlieben, weshalb ich ein anderes Vorgehen gewählt habe. Wenige Trades wie bei mir bedeuten aber auch höheres Klumpenrisiko. Da würde ich das Vorgehen von Jens Rabe als “sicherer” und als nicht mit so hohen Ausfallrisiken behaftet beurteilen. Wer erfolgreicher ist, lässt sich erst nach mehreren Jahren, wenn nicht Jahrzehnten beurteilen. Alles hat seine Vor- und Nachteile.

    Meine Rendite ist die, die IB in seinen Reports auswirft, also Time-Weighted Return (TWR) oder auch zeitgewichtete Rendite. Aber ganz ehrlich.. kümmer dich nicht darum. Wenn Du eine Rendite von 10% erreichst ist das großartig. Ein Vielfaches von dem, was Du fürs Nichtstun bekommen würdest. Wenn Du jetzt den Fehler begehst und denkst: Alle anderen machen aber 40%, ich muss mehr handeln, die Strikes enger setzen, höheren Risiken eingehen. Nein, vergiss es. Die Leute, die in den “einfachen” Marktphasen mit hohen Renditen prahlen, sind die, die nach der ersten größeren Korrektur im Nirwana verschwinden. Dann stehst Du mit deinen 10% wesentlich besser da. Ich fahre im Optionshandel ein bewusst höheres Risiko (das ich aber für handhabbar halte), weil es nur einen Teil meiner gesamten Anlagestrategie darstellt und ich einen Totalverlust verkraften könnte. Zu behaupten, meine Strategie sei der Weisheit letzter Schluss, wäre vollkommen vermessen. Wir sehen uns in 10 Jahren wieder und urteilen dann, was klug war und was nicht.

    #2391

    Chri
    Keymaster

    Hallo Elmar,

    Sehe ich auch so. In so einem kurzfristigen Vergleich kann man das alles nicht sagen.
    Ich freue mich schon auf den Moment wenn wir uns alle nach 10 Jahren mal fragen wie es so gelaufen ist. :)
    Einige werden vielleicht wirklich einfach von der Bildfläche verschwinden, andere werden alles daran setzen weiterhin Geld an der Börse zu verdienen. Ich hoffe natürlich einer von den Letzteren zu sein. :) Behaupte mal ganz frech, dass ich das Mindset dazu habe, aber wissen tu ich es natürlich nicht.

    mfG Chri

    #2412

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo Elmar,

    danke für die ausführliche Antwort. Für mich ist der Haken natürlich schon das totale KO-Kriterium, allerdings kann ich Deine Sichtweise auf die Sache verstehen. Hört sich ja nach einem Plan an, wenn Du auch einkalkulierst das der Trading-Part halt geplättet werden könnte. Es gibt ja achon auch Dinge die ich versuche, obwohl der Totalverlust nicht ganz auszuschliessen ist. ;-)

    Ich sag mal die Geschichte der Gescheiterten ist aber voll von “das ist doch sehr unwahrscheinlich” und “das wird schon gut gehen”. Ich habe immer den Satz im Kopf “80% der Trader verlieren auf Dauer an der Börse Geld”. Ich möchte noch ergänzen das 100% der Trader denken gerade sie gehören zu den 20%. 80% irren also gleich doppelt! ;-)

    Meine Zeit ist zu knapp um diese in Dinge zu investieren die mich nicht weiter bringen. Für mich ist wichtig dauerhaft soliden Cashflow zu erwirtschaften, ohne die Gefahr das ich wegen irgend einem dummel Zufall vieleicht um Jahre zurückgeworfen werde. Darum ist für mich Risikomanagement bei Aktien und Optionen extrem wichtig und ich mache mir sehr viele Gedanken dazu.

    Ich kann allerdings auch relativ gut damit leben, wenn anderen drastisch höhere Renditen erwirtschaften, denn das Risikomanagment hat für mich immer einen höheren Stellenwert als die Rendite-Optimierung. Darum und weil der Optionshandel keinen absolut unerheblichen Teil meines Assett-Volumens betrifft, werde ich bei Jens’, wie Du sagst “sicherer” Weg bleiben so lange ich keine Argumente finde die das für mich unnötig macht.

    Vieleicht sieht das ja der ein oder andere ähnlich und will weiter über die Marktlage diskutieren. :-)

    Bye
    Opti

    #2413

    Opti
    Teilnehmer

    Back to Topic …

    Nun seit meinem ersten Posting hat sich die Lage deutlich verändert, es sind fast alle Ampeln wieder auf grün gesprungen. Somit wär der Weg für Short Puts also wieder frei.

    Ich muss aber sagen, die kleine Zwangspause war hilfreich für mich. Ich konnte einen Schritt zurücktreten und mit etwas Abstand auf die letzten Wochen blicken. Dabei ist mir klar geworden, dass ich zu hektisch war und einfach zu viel gewollt habe. Aus diesem Grund wurde ich auch immer frustierter, weil es ein ständiges Gestrampel war ohne voran zu kommen.

    Ich habe daraus jetzt Konsequenzen gezogen und ein paar strategische Stellschrauben justiert. Mein großes Problem ist die knappe Margin die mich ständig handungsunfähig macht. Darum nerven mich Trades die durch eine veränderte Marktlage lange laufen oder sogar gerollt werden müssen so sehr. Aber gerade das Rollen ist ja der Clou beim Optionshandel. Das sollte mich nicht nerven.
    Ich werde deshalb zukünftig spezielles Augenmerk drauf legen nur noch Trades mit geringer Margin-Auslastung zu machen. Das schränkt zwar Anzahl der möglichen Trades die auch rentabel sind ein, jedoch kann ich parallel mehrere Trades laufen lassen. Mir bringt eine relativ große mögliche Rendite wenig, wenn der Trade gegen mich läuft oder ewig große teile der Margin blockiert.
    Zusätzlich werde ich versuchen zukünftig die Laufzeiten der Optionen stärker zu fächern, so das immer mal wieder allein wegen des Zeitwertverlustes ein Trade geschlossen werden kann. Ich erhoffe mir davon ein wenig mehr Fluss in den Handel zu bekommen und das soll auch den Willen stärken auch mal freie Margin aufzusparen für einen Trade der erst später plaziert werden sollte.

    Nun kurz bevor nun also der Markt gedreht hat, habe ich mir ein Herz gefasst und doch noch einen Baer Call Spread aufgesetzt. Bei meinem Glück dreht selbstverständlich direkt danach der Markt. Chri sollte mal wieder recht behalten, dass man das nicht bzw. nur sehr schwer vorraussagen kann. Obwohl man im nachhinein durchaus die Anzeichen hätte sehen können. Jens behauptet ja immer wieder der Dow Jones Transport Average Index wäre ein Frühindikator. Und genau so war es auch diese mal wieder. Der “TRAN” ist zusammen mit dem Russel 2000 schon wieder nach oben gelaufen.

    Ich konnte jedoch zum Glück der Versuchung widerstehen, zu dick in der Markt zu gehen und so ist der Bear Call Spread nur ein kleiner Versuchsballon der weder sehr riskant für mein Depot ist, noch viel Margin blockiert. Mal sehen wohin der Weg geht. Die zu machende Erfahrung ist mir dieses Mal die Sache durchaus wert.

    Nachdem nun alle Ampeln auf grün gesprungen sind und die zwei offenen Trades am Donnerstag geschlossen werden konnten, habe ich wieder zwei neue Bull Put Spreads eröffnet. Dieses Mal tatsächlich mit Fokus auf eine geringe Margin. Das ist durchaus rentabel möglich bei sehr teuren Aktien.
    Auch konnte ich am Donnerstag noch eine Einzahlung tätigen und damit meinen Spielraum bezüglich Margin weiter verbessern. Entsprechend habe ich diese jetzt auch nicht vollständig genutzt und mir bleibt etwas Handlungsspielraum.

    Bye
    Opti

    #2496

    Opti
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    nach drei Wochen mal wieder ein Update. Nun ist ja irgendwie wieder Ruhe eingekehrt in den Märkten, nun ich empfinde es eher schon als Flaute. Ich war ja Anfangs ganz froh wenn alles grün war, aber so langsam beginne ich zu verstehe wieso das Optionshändler so nervt. ;-)

    Konnte ich zum Monatswechsel noch eine Reihe von Trades aufsetzen, finde ich nun quasi seit zwei Wochen keine neuen Gelegenheiten mehr. Zumindest nicht nach meinen Anfänger-Strategien, die ich bisher handle. Entweder ist die IVR zu niedrig, oder die Earnings schon zu nahe.

    Mich würde das vermutlich zu tode nerven, würde nicht im Raume stehen dass der September vermutlich mein bisher bester Monat wird. Alle offnen Trades, inkl. dem long Call konnte ich ohne Schmerzen plangemäss ins Ziel führen. Somit stehen den mässigen Gewinnen quasi fast keine Verluste entgegen. Auch eine spannende Erkenntnis, dass mein bisher bester Monat einer mit so wenig Trades und kaum Aufwand ist.

    Aus lauter Verzweiflung habe ich kürzlich noch meinen ersten Calendar Spread aufgesetzt, der bei so niedriger Volatilität ja eigentlich ideal ist. Nun den musste ich nach zwei Tagen mit Mini-Verlust glatt stellen und neu aufsetzen. Mal sehen wie der zwei nun so läuft. Ist zunächst auch ein reiner Testbalon. Das ist schon eine deutlich komplexere Strategie, wie ich feststellen musste.

    Bye
    Opti

    #2511

    Chri
    Keymaster

    Hallo Leute,

    Möchte auch mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben ;)
    Bei mir läuft es aktuell noch immer eher, naja, sagen wir mal so: nicht ganz optimal.
    Wie Opti schon sagte: Die Vola ist noch immer sehr gering. Das ganze Jahr war für meinen persönlichen Optionshandel schwierig zu handhaben, aber das macht nichts. kann nicht immer nur super laufen. :)

    In jüngster Vergangenheit habe ich wieder einige Short Puts aufgesetzt, einige Aktien kommen gerade wieder etwas runter, das heißt ich werde vermutlich im Oktober vielleicht sogar ein paar Positionen nach unten rollen. Aktuell beobachte ich nur meine Positionen. ein paar meiner Positionen laufen sehr gut, da habe ich wieder Covered Calls verkauft, teilweise aber auch langfristige bis Jänner 2018.
    Medtronic habe ich gestern oder vorgestern mit einem Verlust geschlossen, und noch nicht weitergerollt.
    Margin-Auslastung aktuell unter 50%. Wenn sich Gelegenheiten ergeben schließe ich Positionen um die Margin weiter zu drücken.
    Aus einigen Short Puts werde ich auch Bull Put Spreads machen, indem ich einen Long Put für wenig Geld dazu kaufe.

    Grund für die Margin-Reduktion ist, dass ich in der näheren Zukunft vielleicht einiges Geld aus meinem Depot entnehme. Die Steuer von 2016 wird fällig, und eventuell brauche ich für andere Projekte auch noch einen Batzen Geld :)

    Hoffe bei euch allen läufts gut :)

    mfG Chri

    #2577

    sky
    Teilnehmer

    Hallo zusammen!
    Ich beschäftige mich seit einem Monat mit dem Thema!
    Dazu jetzt eine Frage zu der Strategie “Bull Put Spread”:
    Was passiert wenn
    -> a) der Preis der Aktie zwischen den beiden Strikes zu liegen kommt?
    -> b) der Preis der Aktie unter den beiden Strikes zu liegen kommt?

    Was macht dabei der Broker? Habe ich dann die Aktie im Depot? Wird nur der Verlust berechnet und vom Depotwert abgezogen?

    Die grundsätzliche Systematik verstehe ich, aber wie läuft es dann tatsächlich ab?

    Vielen Dank für eure Unterstützung!

    sky

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