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  • #2435

    Hallo Leute,

    ich bin seit knapp einem Jahr beim Optionshandel dabei. Mein Broker ist Banx, das Konto in Euro. Aber die Kontoauszüge sind für mich nach wie vor ein Buch mit 7 Siegeln. Als Beispiel sei hier mal mein Trade mit Procter & Gamble genannt.

    Die 100 Aktien habe ich über einen ausgeübten Put gekauft und bin sie auch über einen ausgeübten Call wieder los geworden. Die Euros wurden vor dem Kauf in $ gewechselt.

    Meine eigene Gewinn- und Verlustrechnung in Euro sieht so aus:

    Kosten EUR/USD in EURO
    Kauf: 26.5.17 -8800$ 1,1183 -7869,09€
    Verkauf: 1.9.17 9000$ 1,18618 7587,38€
    Gewinn: 200$ -281,71€

    Zum Umrechnen von $ in Euro habe ich den Tagesschlusskurs benutzt. Durch den Anstieg des $ ist aus dem $-Gewinn ein €-Verlust geworden.

    Nun seht euch mal was Banx(oder IB) im Kontoauszug daraus macht.
    Die Zeile Gesamtwert in Euro bitte mal nicht beachten, da vorher auch Trades in Euro gelistet sind, die hier nicht zu sehen sind.

    PGTrade

    Die Spalten: Symbol, Datum/Zeit, Börse, Menge und T.Kurs sind klar.
    C.Kurs ist der Schlusskurs am Ausübungstag.
    Prov./Gebühr ist wohl eine kleine Gebühr für den Börsenplatz.
    MTM/PL ist einfach die Differenz zwischen Ausübungskurs und Schlusskurs.

    Aber was ist die Spalte Basis? Und wie kommen die Jungs auf einen Realisiert P/L von 371,78$ ?

    Mir wäre es ja egal, was da drin steht, denn im Cash-Konto selbst sind ja einfach die 8800$ abgezogen worden und am Ende die 9000$ dazu gekommen. Aber in der “Übersicht zur realisierten und unrealisierten Performance” taucht der Betrag, umgerechnet in Euro auch wieder auf. Dort wird allerdings am Ende wieder ein Forex-Verlust abgezogen.

    Das ganze wird ja benötigt für die Steuererklärung, und wie um Himmels willen, soll man einem Finanzbeamten klar machen, dass ein Gewinn eigentlich ein Verlust ist? Hier wird meiner Meinung nach einfach alles in einen (Verrechnungs-)Topf geworfen. Steuerpflichtig bin ich in Deutschland.

    Vielleicht kann mir ja hier jemand mit meinen Fragen weiterhelfen. Sieht das bei euch so ähnlich aus? Freue mich schon auf die Antworten.

    Gruß
    Dividenden-Jäger

    • Dieses Thema wurde geändert vor 1 Jahr, 9 Monate von  Dividenden-Jaeger. Grund: Link zu Bild
    #2437

    Irgendwie hab ich einen Fehler bei dem Link gemacht. Man kann ihn aber öffnen mit Rechtsklick auf PGTrade und “Grafik anzeigen”. Ändern kann ich den Beitrag nicht mehr. Deshalb hier nochmal ein neuer Versuch.

    PGTrade

    Der jetzt hoffenlich funktioniert.

    #2438

    Hallo Dividenden-Jäger,

    ich reime mir mal was zusammen. Man sieht ja z.B. nicht die Prämie des Call. Sie müsste aber 76,50 USD gewesen sein.
    Du hast wohl 95,9 USD für den Put bekommen.
    Deswegen reduziert sich der Kaufpreis bei Ausübung um diesen Betrag vom Strike. Die Prämie verschwindet sozusagen als Einnahme, und vermindert stattdessen den Kaufpreis.
    Der Call wurde ausgeführt zum Strike von 90, aber die Prämie wird dazu addiert.
    Also Gewinn aus Kaufpreis und Verkaufspreis zum Strike plus Prämie:
    9000 Verkauf zum Strike minus 8704,50 Kaufpreis (Strike minus 95,50 Prämie) = 295,50, bleiben bis 372 noch 76,50 für den Call.
    Den Handelsspanne war also; gekauft für 8704,50, und verkauft für 9076,50. Die Prämien verschwinden also als Einzelposten bei einem closed Lot in den Preisen (reduziert beim Kauf und erweitert beim Verkauf).
    Du musst diese eine Aktion natürlich nicht einzeln bei der Steuer aufführen, sondern die Gesamtsumme aller solcher realiserten (geschlossenen) Aktionen in einer Endsumme.

    Gruß
    MS

    #2440

    Hallo Matthias,

    danke für die Antwort. Das ist genau so wie du geschrieben hast. Bei den ausgeübten Option ist der P/L immer 0, im Gegensatz zu den zurück gekauften oder verfallenen. Die einzelnen Felder werden übrigens erklärt, wenn man den Kontoauszug in HTML Format erstellt, und dann auf das Fragezeichen auf der rechten Seite klickt. Allerdings in englischer Sprache. Die Funktion habe ich jetzt erst gefunden. Da ist das mit dem P/L bei ausgeübten Optionen auch so beschrieben.

    Nun haben die Kontoauszüge ein paar Siegel weniger für mich :)

    Steuerlich kann man ja Verluste aus dem Aktienhandel nur mit Gewinnen aus dem Aktienhandel verrechnen, nicht mit Zinsen, Dividenden, Optionsprämien usw. Und hier passiert es ja schon beim Kauf und Verkauf. Aber auf die steuerliche Sicht möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, da warte ich erst mal auf die versprochen Anleitung von Elmar in einen anderen Thread.

    Der Vollständigkeit halber hier noch die Links zum Put und Call.

    PG Put
    PG Call

    Gruß
    Dividenden-Jäger

    #2441

    @Dividenden-Jäger,

    bin auf dem Sprung, aber nur ganz kurz. Die Optionen fallen steuerlich in die Rubrik Aktien P/L. Das siehst Du ja daraus, dass sie dort in der selben Spalte in den P/L eingerechnet werden.
    Dividenden und Zinsen sind extra.
    Wenn Du eine Prämie behältst, dann wird die Dir wie Aktie mit Gewinn verkauft verrechnet (versteuert). Wenn Du also 1000 Euro Prämien generierst und eine Aktie mit 1000 Verlust verkaufst, dann hast Du nix zu versteuern in der Rubrik. Unterm Strich von realisierten P/L steht dann Null.

    Schönes Wochenende
    MS

    #2442

    Elmar
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    auch nur ganz kurz: steuerlich ist das (wenn man es streng nach Vorschrift machen will) leider komplizierter als Matthias vermutet.

    Da ich selber keine Konstellationen handle, in denen ich ausgeübt werden könnte, fehlen mir leider die praktischen Beispiele, wie dies in den Kontoauszügen von IB dargestellt wird. Deshalb danke für dieses Beispiel.

    Im deutschen Steuerrecht wird streng zwischen gekauften und verkauften Optionen unterschieden. Wird dir eine Aktie auf Grund einer Stillhalterposition angedient oder ausgebucht, dann wird die Stillhalterprämie getrennt von der Aktie besteuert. Eventuelle Verluste aus der Aktie dürfen daher (anders als Matthias meint) nicht mit den Prämieneinnahmen verrechnet werden. IB scheint das in seinen Reports allerdings so nicht darzustellen – sehr ärgerlich.
    Bei gekauften Optionen ist die Situation anders. Übst du selbst eine Option aus, gehören die gezahlten Prämien zu den Anschaffungskosten der Aktie. In diesem Fall dürfte die Darstellung in den Reports von IB zum richtigen Ergebnis führen.

    An der allgemeinen Anleitung bin ich dran, danke für die Geduld! Aber dieses Beispiel hier zeigt, dass es einfach zu viele Details gibt, die man zu beachten hat. Das kann ich aber auch gar nicht alles in einem Beitrag erschlagen. Vielleicht erarbeiten wir uns das ein oder andere Problem lieber gemeinsam :-)

    Grüße
    Elmar

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