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  • #2059

    DaK0si
    Teilnehmer

    Liebe Community,

    ich erlaube mir einmal einen ersten Thread in dem neuen Forum zu erstellen. Thema soll kurze Fragen und kurze Antworten zur Besteuerung der Kapitalerträge in Österreich sein. Im Laufe der Zeit kann sich damit eine FAQ-Liste bilden, die Neulingen die brennendsten Fragen vielleicht schon vorab beantworten kann.

    Die Fragen sollten sich wenn möglich um das österreichische Steuerrecht handeln, sollte sich die Frage um die Besteuerung in einem anderen Land drehen, bitte ich dies zu kennzeichnen.

    #2074

    the_office
    Teilnehmer

    Hi, DaK0si.
    Kann man als Privatperson die mit eigenen Geld handelt eine Firma gründen so das man Kosten für Börsenbriefe und Handelskommissionen steuerlich absetzen kann.
    thx

    #2075

    DaK0si
    Teilnehmer

    Hi the_office,

    Was ist eine Firma? Eine Firma ist der Name, unter dem ein Kaufmann seine Geschäfte betreibt, seine Unterschrift leistet und unter dem er klagen und verklagt werden kann. Es geht daher um die Umwandlung von privaten Vermögen in betriebliches Vermögen bzw. darum nicht-betriebliche Einkünfte in betriebliche umzuwandeln.
    Ja, das ist grundsätzlich möglich. Es kann sich aber je nach Ausgestaltung als sinnvoll und weniger sinnvoll als auch als möglich bzw. quasi unmöglich herausstellen.
    Exemplarische Überlegungen, die angestellt werden müssen:

    Welche Art an Kapitalerträgen mache ich hauptsächlich? Fallen sie unter den besonderen Steuersatz oder unter die Progression?
    Was ist mein Status? Student, Arbeitnehmer, Selbstständiger, Pensionist, etc.
    Wie viel Einkünfte mache ich aus Kapitalerträgen, wie viel aus anderen Einkunftsarten?
    Wie sieht meine Zukunftsplanung aus?
    Die oben gestellten Fragen ziehen natürlich auf die Steueroptimierung als auch auf die SV-Pflicht ab.

    Ein paar Beispiele:

    Ein Arbeitnehmer möchte seine Einkünfte aus Kapitalvermögen (zumeist Dividenden) in Höhe von durchschnittlich EUR 3.000,– pro Jahr betrieblich veranlagen. Unmöglich und auch nicht sinnvoll.

    Ein Einzelunternehmer (Tischler) möchte seine Einkünfte aus Kapitalvermögen (halb Dividenden, halb Derivate) in Höhe von EUR 10.000,– pro Jahr in seinen Betrieb einbringen. Schwer möglich unter Umständen sinnvoll.

    Ein Betreiber eines Finanzblogs (eigentlich Hobby, unter der Steuergrenze) möchte seine Einkünfte aus Kapitalvermögen ( Über 20.000,– pro Jahr, Hauptsächlich Derivate) innerhalb des Betriebes ansetzen. Er möchte in naher Zukunft seinen Job kündigen um nur noch von diesen Tätigkeiten zu leben. Möglich und sehr sinnvoll.

    Ein Betreiber einer HandelsgmbH hat Kapitaleinkünfte von EUR 20.000,– pro Jahr, das meiste aus Derivaten. Er bezieht zwecks Steueroptimierung einen Geschäftsführerbezug und lebt von diesem. Die Gewinne aus der GmbH schüttet er teilweise aus (um sie dann zumeist Privat zu veranlagen), teilweise reinvestiert er sie wieder in die GmbH. Er hat vor, die GmbH bis zum Pensionsantritt in ca. 25 Jahren zu behalten und danach zu verkaufen. Absolut möglich und sehr sinnvoll.

    Ich hoffe, ich konnte deine Frage zur Genüge beantworten!
    LG, DaK0si

    #2076

    the_office
    Teilnehmer

    Hi,
    Danke für die schnelle Antwort. Wie gesagt ich bin Privatperson und habe kein festes Einkommen.
    Meine Einkünfte stammen nur aus Stillhalterprämien und Dividenden und Tätigkeiten auf freiberuflicher Basis die nichts mit dem Trading zu tun haben. Ich bin noch nicht soweit um davon leben zu können aber ich will die Richtung definieren. Im Moment versteuere ich wie es günstiger für mich ist. (Kest oder Veranlagung).
    Ich wollte nur abstecken ob es sich für mich rechnet eine Firma zu gründen da ich bei entsprechendem Einkommen ja Dinge abschreiben kann die nicht unmittelbar mit Trading zu tun haben (zB. Auto glaube ich).
    FG

    #2077

    DaK0si
    Teilnehmer

    Grundsätzlich: Ich kann und möchte in diesem Thread bzw. in diesem Forum generell keine persönliche und spezifische Beratung anbieten – dazu bin ich zunächst berufsrechtlich (noch) nicht befugt und selbst wenn ich es wäre, würde ich dies gegen ein entsprechendes Honorar tun, man muss ja von etwas leben ;-).

    In deinem Fall kann man es sich natürlich überlegen, wobei da eben mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Eine Firma extra für den Wertpapierhandel zu gründen funktioniert entweder als konzessionierter Wertpapierhändler, im Rahmen eines ähnlichen Betriebes – für den diese Tätigkeit mehr oder minder notwendig ist oder in Form einer juristischen Person (sinnvollster Weise eine GmbH). Letztere kostet natürlich Geld in der Anschaffung und “Wartung” (Buchführungs- und Rechnungslegungspflicht, ua.) und macht zumeist nur bei entsprechenden, zu erwarteten Gewinnen sinn.

    Zum Anfallen der Betriebskosten: Es können nur jene Kosten angesetzt werden, die für die Erzielung von Einnahmen notwendig sind, denn nur jene sind Betriebsvermögen. Ein Auto innerhalb eines Betriebes, der zumeist mit Wertpapieren zu tun hat ist zumindest fragwürdig – aber kann natürlich sein.
    In der GmbH sind sämtliche Aufwendungen Betriebskosten, manche davon werden steuerrechtlich wieder raus gerechnet. Achtung jedoch bei der privaten Nutzung von diesen Betriebskosten (Auto, das Geschäftsführer/Gesellschafter nutzt aber das der GmbH gehört, oder Wohnung mit denselben Vorzeichen). Da kommt man schnell in die verdeckte Gewinnausschüttung – und da ist der Fiskus ausgesprochen streng.

    Um es kurz zu machen: Du DARFST es rechtlich machen, ob es sich lohnt kann ich dir leider nicht sagen. Am besten besprichst du die Sinnvolligkeit und Ausgestaltung mit (d)einem Steuerberater. ;-)

    #2079

    the_office
    Teilnehmer

    Danke für die ausführliche Antwort die hat mir bereits geholfen.
    Mit den Steuerberatern ist das so eine Sache meinen ist das Thema Optionenhandel fremd und die Rückerstattung der Kest darf ich mir auch selbst machen. Wenn du einen Tipp hast wie man an einen kompetenten Steuerberater gerät.
    Meine Ohren sind offen. 2016 war nicht aufregend also lass ich sie noch von meinen Steuerberater machen.
    Aber die Zukunft soll ja mehr Erträge bringen:-).
    Cheers

    #2124

    thmt
    Teilnehmer

    Hallo, vielen Dank hier Fragen stellen zu dürfen!

    Reicht es als hauptberuflicher Angestellter, der nur Optionen handelt, das Formular E1kv, Kennzahl 857 (u.A. Einkünfte aus nicht verbrieften Derivaten) mit dem Bruttogewinn aus dem Optionshandel auszufüllen und an das Finanzamt zu schicken?

    Z.B. short put mit 70 € Prämie, Rückkauf bei 30 € = 40 € sind einzutragen. Die Transaktionskosten darf ich nicht abziehen, oder?

    Wohl eine sehr triviale Frage, möchte aber nichts falsch machen. Danke!

    #2127

    DaK0si
    Teilnehmer

    Hi thmt,

    Du musst für jeden einzelnen Wertpapierertrag zuordnen und dann kumuliert eintragen. Wenn du also ausschließlich Einkünfte aus nicht verbrieften Derivaten hattest, dann darfst du die Zahl (also in deinem Beispiel richtigerweise EUR 40,–) in die Kennzahl 857 eintragen.
    Für jene Wertpapiere, für die der besondere Steuersatz nicht gilt, ist auch der Werbungskostenabzug sowie der Ansatz von Anschaffungsnebenkosten zulässig. Siehe dazu am besten meinen letzten Blogartikel auf der Hauptseite: //www.easydividend.net/exkurs-zur-besteuerung-von-kapitalvermoegen-gastbeitrag-teil-3/

    Achtung: Wenn du deine Steuererklärung über Finanzonline machen möchtest, musst du zunächst einen Erklärungswechsel machen, da dir in der allgemeinen Veranlagung das Formular E1kv nicht zur Verfügung steht. Wenn man das Formular ohne Erklärungswechsel in Papierform einreicht, bin ich mir leider nicht sicher, ob das Finanzamt es akzeptiert (ich denke, dass es grundsätzlich eher nicht akzeptiert wird, wenn du aber in einem kleineren Finanzamt außerhalb Wien gemeldet bist, kann es durchaus sein, dass es trotzdem durchgeht ;-) ). Ich möchte außerdem darauf hinweisen, dass du grundsätzlich dazu verpflichtet bist, die Erklärung elektronisch einzureichen – auch wenn ich offen gestanden bislang noch nie davon gehört hätte, dass das Finanzamt eine Erklärung auf Papier abgelehnt hätte.

    #2333

    Bautschi
    Teilnehmer

    Hallo,

    mein Steuerberater meint, dass es steuertechnisch viel einfacher wäre, wenn ich ein österreichisches Depot hätte, da bei Auslandsdepots alles händisch gerechnet werden muss.

    Ich bin aktuell bei Banx.de? Würde das einen Unterschied machen, wenn ich bei Banx.at wäre?

    Danke

    VG Manuel

    #2336

    DaK0si
    Teilnehmer

    Hallo Bautschi,

    hier wieder die Standardantwort: Es kommt draufan.

    Grundsätzlich hat dein Steuerberater recht. Es wäre für alle Beteiligten einfacher, wenn du ein österreichisches Depot bei einem österreichischen Broker haben würdest – mit einer Einschränkung:

    Dein Steuerberater geht davon aus, dass du hauptsächlich bzw. nahezu ausschließlich Wertpapiere handelst, und nicht solche, die unter §27a (2) Z7 fallen. Denn diese sind zum Regelsteuertarif zu versteuern und müssen entsprechend sowieso händisch gerechnet werden (mit der Ausnahme, wenn §27a (2) Z7 zweiter Satz zur Anwendung kommt. Aber das ist in Österreich aufgrund der sehr geringen Rechtssicherheit momentan nie der Fall.)

    Zu Banx.at kann ich dir leider keine Auskunft geben. Es muss jedenfalls eine Einrichtung nach §95 Abs. 2 Z 2 lit. b zweiter Absatz sein – also ein Kreditinstitut oder eine Zweigstelle des Bankwesengesetzes oder Zweigstellen eines Wertpapier-Dienstleisters (die Paragraphen und Verordnungen spare ich dir ;-) ).
    Anhand einer Internet-Domain kannst du aber unmöglich feststellen ob eine dieser Kriterien zutrifft – am besten dort anrufen und nachfragen!

    Beste Grüße,

    Lukas

    #2516

    Juex
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    wisst ihr wie die Besteuerung von US Optionen bezüglich des Wechselkurses aussieht?

    Muss bei jeder Option bzw. Ausführung der aktuelle Wechselkurs angegeben werden oder wie macht ihr das?

    Viele Grüße
    JueX

    #2522

    Chri
    Keymaster

    Hallo JueX,

    Bei Optionen auf US-Aktien wird im Kontoauszug ohnehin der Wechselkurs angegeben.
    Ich habe es einfach so gemacht, dass ich den Kontoauszug übers ganze Jahr an DaKosi, meinen sehr geschätzten Steuerberater, gesendet habe.

    mfG Chri

    #2523

    Juex
    Teilnehmer

    Hallo Chri,

    läuft dein Konto dann auf €?
    Wenn ja, musst du dann nicht Zinsen zahlen?

    Viele Grüße
    JueX

    #2545

    Chri
    Keymaster

    Hallo Juex,

    Mein Konto läuft in Euro.
    Ich habe einen Großteil in US-Dollar umgewandelt, um weniger Zinsen zu zahlen.

    mfG Chri

    #2711

    sky
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich habe derzeit noch zwei Depots.
    Eines rechnet die Steuer in AT automatisch … da bin ich auch im Minus.
    Das andere rechnet die Steuer nicht automatisch und ist im Plus.

    Kann ich das

      gegenrechnen

    und dann ggf. (kein Gewinn!) auf die Steuererklärung verzichten?

    Danke!

    LG sky

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