Die wichtigsten Werte beim Handel auf Margin

Handelst du schon etwas länger Optionen und hast dich noch nicht mit der Margin beschäftigt? Margin kann uns dabei helfen, außergewöhnlich gute Ergebnisse zu erzielen, sie kann aber auch dafür sorgen, dass dein Konto sich auflöst, wenn du nicht vorsichtig damit umgehst. In diesem Artikel erfährst du was die wichtigsten Werte beim Handel auf Margin sind, und wie du sicher gehst, dass sie dir nicht gefährlich werden.

Was ist eigentlich Margin? 

Wir haben es bereits in einem älteren Artikel kurz erwähnt. Ich fasse für Neulinge nur noch einmal kurz zusammen:

Das Wort Margin stellt ganz einfach eine Sicherheitsleistung dar. Diese Sicherheitsleistung ist eine Summe, die der Händler beim Handel mit Optionen oder Futures bei seinem Broker hinterlegen muss!

Da du für jede Position eine geringere Sicherheitsleistung hinterlegen musst, als die Aktien tatsächlich wert, sind handelst du also auf Kredit.

Margin-Berechnung für Aktienpositionen

Die Inital Margin bei gewöhnlichen Aktien-Positionen liegt bei 25% des Aktienwertes. Beispiel:

  • Eigenkapital (mit Beleihungswert): 10.000€
  • Kauf von hundert Aktien zu je 100 €
  • Gesamtwert der Aktien: 10.000 €
  • Hinterlegte Sicherheitsleistung: 2.500 €

Dies bedeutet, dass du theoretisch 4 mal mehr Aktien kaufen könntest, als du dir leisten kannst. Ich rate davon natürlich ab, denn der Hebel geht auch in die andere Richtung. Dreht der Markt ist dein Konto platt.

Die 25% Sicherheitsleistung werden bei Eröffnung der Position und beim Halten der Position gefordert. Über Nacht wird jedoch die Reg-T-Margin überprüft. Hier wird mit 50% des aktuellen Aktienwertes gerechnet.

  • Aktueller Aktienwert: 10.000 €
  • Reg-T-Margin: 50% des Aktienwertes: 5.000 €

Diese Berechnung ist wichtig für unsere weiteren Werte

Überschüssige Liquidität

Dies ist eine unserer beiden wichtigsten Werte beim Handel auf Margin. Die Überschüssige Liquidität berechnet sich aus unserem Eigenkapital mit Beleihungswert (EWL…Equity with Loan) und der Initial Margin (IM). Wir rechnen weiter im oben genannten Beispiel.

  • Überschüssige Liquidität: EWL – IM
  • Überschüssige Liquidität: 10.000 € -2.500 € = 7.500 €
  • Überschüssige Liquidität: Größer 0, daher okey.

Würde man nun noch weitere Aktien kaufen wollen, ist dies nur möglich, solange dieser Wert größer 0 ist. Durch die Margin-Berechnung bei Positions-Eröfffnung würde der Broker in diesem Beispiel einen weiteren Kauf nur zulassen, solange weniger als 7.500 € an weiterer Sicherheitsleistung notwendig sind.

Dies wird in Echtzeit zu jedem Handelstag überprüft, man kann also zu jederzeit nachsehen, in wie weit man noch liquide Mittel zur Verfügung hat. Reizt man die Liquidität jedoch weit aus, kann es schon am Ende des Handelstages passieren, dass  Positionen wieder liquidiert werden. Dies bringt uns zu unserem nächsten Wert. Dieser Wert darf also nie auf 0 fallen.

Special Memorandum Account (SMA)

Der Kontostand eines speziellen Kontos (SMA) wird in Echtzeit an jedem Handelstag überprüft. Dieses Konto ist mit deinem Margin-Wertpapier-Depot verbunden. Der Kontostand wird hier fortlaufend kontrolliert, und am Ende eines jeden Handelstages steht die Überprüfung des oben genannten Reg-T-Margin-Wertes an.

Beim SMA gibt es zwei verschiedene Berechnungsmethoden. Beide Varianten werden am Ende des Tages berechnet. Der höhere Wert zählt. Ist dieser Wert kleiner als 0 werden Positionen liquidiert. Dieses Ereignis stellt den Margin-Call dar.

Methode 1:
  • SMA = ((Vortagsstand SMA +/- Barsaldoveränderung des Tages +/- Ersteinschussanforderungen der heutigen Transaktionen)

Der Vortagesstand des SMA und die Barsaldoveränderung zum Vortag sollte eigentlich selbsterklärend sein. Die Barsaldo-Veränderung ändert sich mit der Ein- und Auszahlung von Bargeld, sowieo mit der Eröffnung und Schließung von Optionspositionen.  Bei der Ersteinschussanforderung der heutigen Transaktionen musste ich auch erst überlegen, was das zu bedeuten hat.

Hier die Erklärung: 

Wir gehen in diesem Beispiel nur vom gewöhnlichen Kauf und Verkauf von Aktien aus. Beim Kauf von Aktien wird ein weitere Sicherheitsleistung hinterlegt. In diesem Szenario würde man die zusätzliche Sicherheitsleistung in der oben genannten Rechnung abziehen.

Beim Verkauf von Aktien wird weniger Margin gebunden. In diesem Szenario würden man die entfallene Sicherheitsleistung in der oben genannten Rechnung addieren, da der SMA-Wert über 0 sein muss. Verständlich?

In unserem Beispiel oben haben wir am Vortag einen SMA-Wert von 10.000 € (durch unsere Bareinlage). Wir haben nichts weiter eingezahlt, und auch nichts entnommen. Durch unseren Kauf von den 100 Aktien liegt die Reg-T-Margin bei 5000 € am Ende des Handelstages. Da wir kaufen müssen wir diesen Wert hier abziehen.

  • SMA = 10.000 € + 0 € – 5000 €
  • SMA = 5000 €
Methode 2:

Die zweite Methode ist etwas einfacher zu berechnen. Hier wird der oben genannte EWL (Equitiy with Loan, oder auch Eigenkapital mit Beleihungswert) und wieder die Reg-T-Margin verwendet.

  • SMA = EWL – Reg-T-Margin
  • SMA = 10.000 € – 5000 €

In diesem Beispiel ist der Wert beider Methoden gleich, deshalb stellt sich auch nicht die Frage welcher herangezogen wird. Ist er nicht gleich, wird der höhere Wert verwendet. Wichtig: Der SMA darf nicht unter 0 fallen!!

Muss ich das selbst ausrechnen?

Nein, dies muss nicht selbst ausgerechnet werden. Der SMA-Wert wird, wie schon oben erwähnt, in Echtzeit kontrolliert und in deiner Handelsplattform ausgewiesen. An deiner Stelle würde ich diesen Wert nur immer kontrollieren, wenn du dich in die Handelssoftware einloggst.

Ich für meinen Teil versuche den SMA-Wert immer so halten, dass er mindestens so groß ist wie meine aktuelle Initial Margin, besser höher. Hierdurch wird sichergestellt, dass ich meine Margin-Anforderung höchstens auf 50% ausreize. Viele Optionshändler nehmen diese 50% Margin-Regel für ihren Handel an, wissen jedoch nicht warum. Rechnet man ein paar dieser Beispiele durch  (mit Gewinnen und Verlusten im Aktienkurs) wird auch klar warum 50% Sinn machen. Die Rechnungen dazu darf jeder selbst erledigen.

Ich bin zum Schluss gekommen, dass man bei einer Margin-Auslastung von 50% doppelt soviel handeln kann, wie man sich eigentlich leisten kann. Ich persönlich fühle mich also im Beispiel oben relativ sicher, wenn ich Aktien kaufen müsste im Wert zwischen 10.000 und 20.000 Euro, eher die untere Grenze.  (Zur Erinnerung: Bis zu 40.000 Euro könnte ich durch die Margin handeln) Wenn ich das von meinem Konto herunterbrechen würde, hätte ich momentan Aktien im Wert von ca. 12.000 Euro im Depot. Der Großteil ist also mit meinem Kapital gedeckt, ein kleiner Teil wurde auf Margin gekauft. Sobald sich aber Gelegenheiten ergeben, werde ich natürlich wieder welche ausbuchen lassen.

30% Crash

Angenommen man hätte wirklich mit 20.000 Euro Aktien gekauft, wenn nur 10.000 vorhanden waren, wäre man bis zu ungefähr 30% Kurssturz vor einem Margin-Call sicher. Dies geht aus meinen Berechnungen auf meinem Schmierzettel hervor. In diesem Szenario ist im Tages-Verlauf die überschüssige Liquidität bei Null angelangt, der Broker liquidiert die Position.

Zusammenfassung

Wenn du auf Margin handeln möchtest ist es von zentraler Bedeutung, dass die überschüssige Liquidität und der SMA NIEMALS auf 0 fallen. Am besten du beginnst damit dich langsam heran zu tasten und kleinweise zu erhöhen. Ich würde allerdings auch dazu raten, die Margin nicht über 50% auszureizen, besser weniger.  Ich spreche aber hier nur von meinem Optionshandelansatz. Handelt der Optionshändler mit dem Trend, oder generell einen anderen Ansatz, muss diese 50% Regel nicht unbedingt zutreffen.

Ich kenne einige Händler, welche diese Sicherheitsleistung bis zu 80% ausreizen, und dies ist für deren Ansatz auch kein Problem, da sie bei Problemen die Positionen sofort selbst glatt stellen. Aber hier kommt sehr viel Erfahrung mit hinein, also empfehle ich die Margin so gering als möglich zu halten, jedoch vielleicht den Zeh einmal kurz ins kalte Wasser zu halten um die Lernkurve nicht abflachen zu lassen.

Das Verständnis der Margin wird im langfristigen Handel eine große Rolle spielen. Mach sie am besten zu deinem Freund, nicht zu deinem Feind. Respektiere die Regeln der Sicherheitsleistung und werde nicht übermütig.

Bist du noch ein Neuling im Optionshandel? Kennst du dich mit den Begriffen noch nicht aus? Nicht verzagen, denn genau dafür habe ich eine kleine Wissens-Seite gebastelt: Optionen-Broker.de

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mfG Chri

31 Kommentare
  1. Cor
    Cor sagte:

    Sehr gut zusammengefasst, ein guter Überblick.

    Was mich noch interessieren würde:

    Margin. Die kann man doch auch dann erreichen, wenn man angenommen Naked Puts verkauft, im Depot aber nur Aktien und kein Cash eingebucht sind. Oder?

    Beim Handel auf Margin habe ich doch automatisch Geld vom Broker geliehen / Margin-Kredit? Wie teuer ist der, wann und wie werden die fälligen Zinsen verrechnet.

    Was auch noch interessant wäre:
    IB scheint beim Margin-Kredit Aktien aus dem eigenen Bestand als Sicherheit auszuleihen. Wie wirkt sich das auf das Depot aus?

    LG

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Cor,

      Ja, wenn du ein Margin-Konto hast wird auf alles was du tust Margin hinterlegt, auch wenn du zum Beispiel nur Cash am Depot hättest (ausreichend).
      Beim Handel auf Margin hast du erst Zinsen zu zahlen, wenn du mit einer Währung im Minus bist. Die Zinsen werden jeden Monat ausgewiesen, der aktuelle Zinssatz sollte auf der Homepage deines Brokers ausgewiesen sein. Bei mir sind es aktuell etwas über 2 Prozent jährlich auf US-Dollar glaube ich. Muss mal wieder nachsehen.

      Deine letzte Frage verstehe ich gerade nicht, das musst du mir genauer erklären. Damit habe ich noch keine Erfahrungswerte.

      mfG Chri

      • Cor
        Cor sagte:

        Hi,

        danke für deine Antwort!

        Ich habe folgende Situation, worauf sich meine letzte Frage bezieht. Ich beschreibe das einfach mal hier. Vielleicht hilft die Klärung ja auch so manch anderen Lesern. Damit hättest du dann gleich einen Mehrwert für einen Blog :-)

        In meinem Depot (IB) sind Aktien eingebucht. Alles mit Eigenkapital bezahlt.
        Dazu Cash auf dem EUR und dem USD-Konto, angefallen durch Dividenden und anderen Klimbims.

        Also:
        * Aktien im Depot, Wert ca. € 30.000,- (zu 100 % mit Eigenkapital gekauft)
        * € 1.000,- am EUR-Cash-Konto
        * $ 300,- am USD-Cash-Konto
        jedes Währungs-Konto also im Plus mit positivem Kontostand

        Jetzt habe ich in diesem Depot, von der obigen Situation ausgehend, Puts verkauft. Für die Puts ist lt. Regeln der jeweiligen Börsen eine Sicherheitsleistung zu hinterlegen.

        Die gesamt notwendige Sicherheitsleistung macht mehrere Tausend Euro aus, ist also weit höher als der Cash-Bestand im Depot.

        Am täglichen Kontoauszug, und zwar nur am täglichen, sehe ich bei IB dann Positionen wie diese:
        * Leihnahmen durch Kunden beim Nettovermögenswert
        * eine eigene Rubrik “Sicherheiten für Darlehen des Kunden”. Dort sind dann Wertpapiere als “abgetrennt” angeführt.

        Ich bin mal so frei und poste Screenshots, auf denen die Angaben zu sehen sind.

        Falls sich jemand daran stört, dass ich hier Kontodetails poste: Damit müsst ihr leben. Und wenn es nicht passt: Einfach nicht ansehen und gleich wieder vergessen.

        Nettovermögenswert – zeigt “Leihnahmen durch Kunden”
        //picload.org/view/rpdpipcw/nettovermoegenswert.png.html

        Cash Bericht – Kontostände (alles positiv)
        //picload.org/view/rpdpiigl/cashbericht.png.html

        Sicherheiten für Darlehen des Kunden Teil 1:
        //picload.org/view/rpdpiigi/sicherheitendarlehen1.png.html

        Sicherheiten für Darlehen des Kunden Teil 2:
        //picload.org/view/rpdpiigw/sicherheitendarlehen2.png.html

        Dazu die Fragestellungen, die sich für mich ergeben:

        Wie entsteht das?
        Was bedeutet es?
        Fällige Zinsen? (ich weiß, die werden am Anfang eines jeden Monats verrechnet. Mir wurden aufgrund solcher Positionen noch keine Zinsen verrechnet)

        • MS
          MS sagte:

          Hallo Cor,

          mach Dich mal locker. Du zahlst nur Zinsen auf Minusbeträge.
          Also wenn der Put ausgeübt wird, und Du ins Minus gehst weil Cash ungenügend, dann kostet das Fremdkapital natürlich paar Zinsen. Sonst nicht.

          Ansonsten wird einfach nur ein Sicherheitsbetrag geblockt, damit die Aktien des Put auch gekauft werden können, bzw. das zur Verfügung gestellte Fremdkapital aus dem geblockten Eigenkapital des Depots abgelöst werden kann.

          Alles gut.

          Gruß und guten Erfolg
          MS

          • Cor
            Cor sagte:

            Einfache Erklärung – Danke!

            Und schon sehr praktisch. Ich brauche kein Cash hinlegen um die Optionen halten zu dürfen. Es zählen die Aktien die ich sowieso besitze als Sicherheit. Und es kostet nichtmal etwas.

            Ein zinsfreier Kredit also?
            Die Summe unter “customer borrowing” oder oben wo es Deutsch gehalten wurde “Leihnahme durch Kunden” wurde ja offenbar geborgt.

            Geniale Sache.

            Interessant wäre noch, welchen Anteil an Sicherheiten so eine Aktienposition repräsentieren kann.

            Beispiel:
            Optionen mit € 10.000,- Sicherheitserfordernis
            Cash-Kontostand: € 0,- (also nichts als Sicherheit da)
            Aktienposition, nennen wir sie XOM, Wert: € 15.000,-

            Reicht das als Sicherheit?

            Wäre interessant, wenn es zu diesen Mechanismen irgendwo einen Überblick geben würde. Der Standard-IB-Kontoauszug scheint mir in dieser Hinsicht doch etwas intransparent zu sein, oder zumindest nicht im ersten Moment klar ersichtlich, wenn man vom in Deutschland üblichen System mit Konten und Wertpapierverrechnungskonten kommt.

            Schöne Grüße!

            • Chri
              Chri sagte:

              Hallo Cor,

              Wenn du ein Margin-Konto hast wird für die bereits gekauften Aktien auch eine Sicherheitsleistung hinterlegt. Dieses muss dich aber nicht interessieren, wenn du alles mit Cash gedeckt hast.

              Für jede Optionsposition wird eine weitere Sicherheitsleistung hinterlegt. Die Initial Margin zeigt hier also die Sicherheitsleistung für das gesamte Depot an.

              “ein zinsfreier Kredit” – Nein. Die Sicherheitsleistung dient nur zur Berechnung ob du sicher unterwegs bist oder nicht, und ob du eventuelle Verluste überhaupt tragen kannst. Die Zinsen auf den Kredit werden dann fällig, sobald du dir also etwas Geld ausborgst (wenn du Aktien kaufen musst).

              Verständlich?

              mfG Chri

              • Cor
                Cor sagte:

                Im Groben: Voll und ganz. Wenn man sichs durch den Kopf gehen lässt muss man sagen, dass es auch nachvollziehbar und logisch wird.

                Danke für die Erklärung!

  2. Rico
    Rico sagte:

    Schön zusammengefasst! Man sollte verstehen, dass die Margin sowohl für als auch gegen dich laufen kann. Wenn es runter geht, hast du zwei Probleme:

    1. Der Depotwert sinkt.
    2. Die Margin steigt (oder bleibt gleich, je nach Strike und Underlying).

    Wichtig ist, dass die Reg-T-Margin nur für Aktienoptionen gilt. Wer mit Futures arbeitet, hat eine andere Berechnungsgrundlage.

    Ich habe meinen Fuß auch schon mal kräftig ins Wasser gehalten und die maximale Margin getestet. Das hat meinem Depot damals nicht gut getan (hab dazu auch einen Artikel über meine schmerzhaften Verluste geschrieben).

    Würde es daher jedem empfehlen besonders im aktuellen Markt das Pulver trocken zu halten. Wer jetzt voll investiert ist, sollte einen guten Plan haben, wie er im Crash-Fall reagiert.

    Happy Trading :-)
    Rico

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Rico,

      Stimme dir überall zu, bis auf deinen zweiten Punkt.
      gerade wenn man nur aktien hält, fällt auch die margin mit dem Kurs, da die Berechnungsgrundlage die 25 Prozent sind. Absolut fällt die Margin also, wobei sie prozentual natürlich dann aber mehr ausmacht, im vergleich zum Eigenkapital.

      Danke für deinen Kommentar!

      mfG Chri

      • Rico
        Rico sagte:

        Hi Chri, warum fällt die Margin denn bei Aktien? Wenn ich einen Put bei 42 verkaufe, habe ich immer 4200 euro gefordertes kapital (bzw. 50% davon). Wenn die Aktie bei 45 notiert, ist die Margin etwas geringer, bis auf 42 wird sie aber eher ansteigen und bleibt dann konstant.

        • Chri
          Chri sagte:

          Hallo Rico,

          Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Bei Puts hast du recht, wenn der Basiswert fällt steigt die Margin-Anforderung.
          Wenn du aber einfach nur Aktien würdest, beispielsweise bei 45 Dollar hast du eine höhere Initial Margin-Anforderung als wenn die Aktie auf 42 fällt. Da die Margin 25 Prozent des Aktienwertes ausmacht. Hab das heute sogar beim Support nachgefragt, und das stimmt so.

          Was jedoch noch fällt ist das Eigenkapital mit Beleihungswert beziehungsweise die überschüssige Liquidität, und somit ist man dann schlechter dran. Die Margin selbst fällt, wenn der Kurs fällt.

          mfG Chri

  3. Sparkojote
    Sparkojote sagte:

    Hallo Chri,

    Danke für die Erklärung, habe mir schon letztes Mal als in in DEGIRO herumgetestet habe gefragt wie sich diese Margin erechnet. Aber da sieht man auch wie krass gehebelt man handeln kann, das kann natürlich auch ins Auge gehen wenn man sich nicht genügend informiert und leichtfertig handelt.

    Gruss
    Thomas

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Thomas,

      Wir kommunizieren langsam über alle verfügbaren Kanäle ;)
      Ja, du hast recht, kann sehr gefährlich werden, deshalb versuche ich da etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

      mfG Chri

    • Josef
      Josef sagte:

      Bei DeGiro dürfte die Berechnung allerdings abweichen. Sie bieten dafür extra das Regelwerk mit einigen Beispielen an und betonen an mehreren Stellen, dass sie eine optimierte Marginberechnung durchführen.

      • Chri
        Chri sagte:

        Jop, wird von Broker zu Broker etwas abweichen denke ich.
        Deshalb ist es so wichtig sich vorher gut zu informieren welchen Broker man schlussendlich nimmt.

        mfG Chri

  4. Ingo von Mission-Cashflow.de
    Ingo von Mission-Cashflow.de sagte:

    Argh! Das Thema Margin ist echt heftig, wenn man es richtig verstehen möchte. Oder man macht es sich einfach und hält sich an die Regel, dass man nie mehr als 50% seiner Margin ausreizt. Dann sollte es in 99% keine Rolle spielen, was die Märkte machen, man sollte genug Puffer haben und man kann trotzdem ein paar Trades mehr umsetzen, als ohne Marginkonto.

    Auf jeden Fall ein spannendes Thema. Danke fürs aufklären!

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Ingo,

      Sehr gerne! :)
      Auch wenn man sich an die 50% Regel hält, kann es sein, dass dies in manchen Börsenphasen zu viel ist.
      Gerade im Übergang von einem sehr niedrigen VIX-Stand auf einen hohen. Wenn die Volatilität explodiert hilft dir auch die 50% Regel kaum etwas. Du kannst deine Optionstrades dann nur mit einem sehr hohen Verlust verkaufen, oder lässt dir alle Aktien einbuchen mit dem doofen Nebeneffekt, dass sehr viel Kapital gebunden ist, und zuwenig zum Erzeugen des Cashflows da ist.

      mfG Chri

  5. ChristianH.
    ChristianH. sagte:

    Danke für die “ausführliche” Erklärung Chri.
    Denke, da kann man auch ne Doktorarbeit drüber schreiben:-))

    Da sieht man mal, wie “komplex” die Margin ist. Ich hab mich bisher auch immer nur an die 50% vom Cash gehalten.
    Die RegT hat mich nicht so wirklich interessiert. Muss mich hier echt mal intensiver einarbeiten.

    Bekomme über die App ne Benachrichtigung wenn weniger als 50% Margin bereit stehen. Diese bezieht sich auf die Current Initial Margin….auch bei Kontoveränderung von +-1,2k lass ich mich benachrichtigen.

    Kann die TWS App nur jedem empfehlen, schneller und guter Überblick.

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Christian,

      ja, es war leider noch lange nicht ausführlich genug. Ich habe vor das alles einmal in einem Buch zusammen zu fassen.

      Das mit der App find ich auch super, habe mir ja jetzt ein neues Smartphone geleistet, jetzt kann ich auch von überall wo es W-Lan auf dieser Welt gibt meine Optionen handeln. :)

      mfG Chri

      • Cor
        Cor sagte:

        Das geht auch ohne WLAN. Ein paar Trades in der TWS App brauchen vermutlich weit weniger Datenvolumen als nur diese Seite deines Blogs aufzurufen um die Kommentare zu lesen.

        Gute Idee, mit einem verständlichen Buch zum Thema dürftest du eine Marktlücke füllen. Mit den Banken würdest du dich halt anlegen (oder sie sich dir in den Weg stellen) sobald genug Aufmerksamkeit auf dich fällt.

        Ich hab immer wieder versucht, schon über Jahre, in Diskussionsforen von Tageszeitungen Gedanken über finanzielle Freiheit einzubringen. Wenn es bei Wirtschaftsartikeln genau gegenteilig abgelaufen ist. Beispielsweise Direktbank statt Hausbank, ETFs anstelle von dazu sehr teuren bankvertriebenen eigenen Fonds, allgemein auf Konditionen achten, evtl. IB-Konto und ganz besonders: Finanzielle Bildung, die wohl eine Frage der Eigenverantwortung ist.

        Es ist so gut wie immer ganz gleich abgelaufen. Die immer gleichen Leute (Mitarbeiter der klassischen Finanzbranche?) haben daraufhin erklärt, warum

        1. das alles falsch ist
        2. man das Wichtigste übersieht, das dabei zum Problem wird (es aber nie genannt haben)
        3. sowieso alles schief geht
        4. man Probleme mit dem Finanzamt bekommen wird
        5. es viel zu kompliziert ist
        6. es nicht klug ist. Dazu erklärt: Weil es sonst auch nicht die Mehrheit der Leute macht

        Ich habe wohl einen sehr wichtigen und richtigen Punkt getroffen denke ich mir da. Bei so einem Schwall an gar nicht nachvollziehbarer Kritik.

        Um zu deinem Blog zurück zu kommen. Die Kritik hier, die ist harmlos sag ich dir. Jeden einzelnen der Beiträge würde ich noch als Lob und Kompliment durchgehen lassen. Jedenfalls aber als zusätzliche Sicht auf die gleichen Dinge. Man kann sich seine eigene ja trotzdem selber aussuchen, oder vielleicht dadurch den Blick auf die Dinge einfach nochmal schärfen.

        Wenn ich immer das getan hätte, das andere erwartet hätten was normal ist … Ich kann mir das eigentlich gar nicht vorstellen wie das ist.

        Mich wundert, dass noch niemand, der vom klassischen Bankgeschäft lebt, hier seinen Senf abgelassen hat. Oder anders: Kapitalismuskritiker. Für solche ist manchmal alles Geld böse, das nicht für den eigenen Konsum aufgewendet wird.

        Du hast aber eh den Joker in der Hand: Es ist dein Blog, und du kannst reinstellen und auch löschen was du willst ;-)

        • Chri
          Chri sagte:

          Hallo Cor,

          Ja, generell ohne WLAN, aber ich gehe im Ausland nur über WLAN ins Internet, das wollte ich damit sagen.

          Du hast recht, mich wundert auch, dass sich solche Leute nicht öfter melden hier. Aber vielleicht ist der Blog einfach zu diesen Leuten noch nicht durchgedrungen.

          Mich mit Banken anlegen… Der Gedanke hat irgendwie etwas spannendes ;) Aber ich will den Banken ja nichts böses, sondern den Privatpersonen etwas gutes. Leider geht das dann eben irgendwie Hand in Hand.

          Mal sehen was daraus wird.

          Ja, die Marktlücke ist da zum Thema Margin. Leider, ich hätte gerne ein oder zwei Bücher, welche dieses Thema behandeln. So muss ich mir wieder in mühsamer Kleinarbeit alles selbst zusammen suchen, wie damals mit den Optionen.

          mfG Chri

  6. Josef
    Josef sagte:

    Verstehe ich das richtig, dass man dann beim Aktienkauf immer maximal den doppelten Cashbetrag investieren kann? Außer man verkauft eben vor Börsenschluss entsprechend viel Aktien.

    Und was würde dann überhaupt passieren, wenn ich 4 mal so viel Aktien kaufe wie ich kann und zum Abend hin die Reg-T Margin nicht erfülle? Wie soll ich dann die Aktien verkaufen, wenn die Börsen geschlossen haben^^

    Bei DeGiro erscheint es mir übrigens nicht nach den Regeln wie oben genannt abzulaufen. Habe schon mehrmals mein Konto bis auf 200 Euro Margin ausgereizt (inklusive Aktienpositionen) und über nacht und Wochenende war das nie ein Problem.
    So ganz verstehe ich das aber nicht. Die Marginregeln kommen doch von den Börsen. Wie kann es dann sein, dass ein Broker sein eigenes Süppchen kocht?

    • Chri
      Chri sagte:

      So wie ich das verstanden habe, kommen die Grundregeln von der Börse, die Broker können aber weitere Anpassungen machen. Wie vor manchen Ereignissen, da wird die Margin für manche Risikopapiere vorher angehoben, um einen möglichen Verlust gegenzusteuern.

      Über DeGiro kann ich nichts sagen, vielleicht können sich da welche melden die damit Erfahrung haben?

      Wegen dem schließen der Positionen: Da wird sich der Broker schon darum kümmern, da wirst du kaum Einfluss darauf haben. Soweit ich weiß, kann man aber einstellen welche Positionen bei Liquidierung zuerst geschlossen werden sollen.

      mfG Chri

  7. Martin
    Martin sagte:

    Super Artikel….Vielen Dank!
    Könnte man anders ausgedrückt auch sagen, dass wenn man Optionen hält und die Aktien im schlimmsten Fall zu den jeweiligen Strikepreisen eingebucht würden, und die Summe dann dem doppelten entspricht was man an echtem Cash auf dem Konto hat, eigentlich im Endeffekt man nie Probleme zwecks Margin Call bekommt?
    Ist jetzt umständlich ausgedrückt, hoffe es ist verständlich :)

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Martin,

      Ich weiß was du meinst und nein, so würde ich das nicht sagen: Probleme gibt es dann spätestens wenn deine Aktien über 30% fallen, dann besteht sehr wohl die Gefahr, dass der Margin Call kommt, wie schon oben im Text angedeutet.
      Alles was darüber ist wird wohl nicht zum Margin Call führen laut meinen Berechnungen. Ich übernehme aber keine Haftung für die Richtigkeit dieser Rechnung.

      mfG Chri

  8. KISS-Invest
    KISS-Invest sagte:

    Wieder einmal eine schöne Zusammenfassung Chri!
    Nicht nur beim Thema Margin klafft ein Riesen-Loch zwischen Theorie und Praxis. Wer einmal einen (echten) Crash erlebt, der weiß dann was die bekannt gegebenen Margins wert sind. Bei FOPs passiert es immer wieder (sogar in normalen Märkten!) dass es “Anpassungen” bei der Margin gibt. Und da ist man schneller als gewünscht im roten Bereich! Dh. man ist meist an den schlechtest möglichen Punkten dazu gezwungen entweder Absicherungen zu kaufen oder überhaupt glattzustellen.

    Nie vergessen: Börsen wurden für die Großen gemacht und der Kleine soll immer verlieren! Wir versuchen dieses Grundgesetz auszuhebeln. Chri und viele andere sind auf gutem Weg dorthin.
    :-)

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo,

      Ja, da hast du recht.
      Meinst du wir sind auf gutem Weg dorthin die Gesetze zu brechen, oder dabei zu verlieren? ;)

      mfG Chri

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