Warum es nicht reicht 300.000 € zu verdienen

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Hallo,

Ich denke wir sind uns einig, dass Menschen, welche mehrere hunderttausend Euro im Jahr verdienen, nicht gerade zu den armen Kirchenmäusen gehören. Dennoch behaupte ich, dass ein großer Teil dieser Personen noch lange nicht die finanzielle Freiheit erreichen wird.

Vielleicht kennst Du sogar selbst jemanden dieser Einkommensschicht. Man merkt, dass sie einfach besser verdienen als der Durchschnitt. Oft fahren sie total überteuerte Neuwagen, tragen wahnsinnig auffälligen Schmuck und müssen sich immer dem Modetrend entsprechend kleiden. Den Durchschnittsverdienern wird dadurch eben vermittelt, dass sie es geschafft hätten. Doch bei genauerem Betrachten ist nicht selten das Gegenteil der Fall.

Speziell ein S-Klasse Neuwagen kostet richtig Geld. Der Kaufpreis ist hier nicht einmal der ausschlaggebende Punkt. Erst heute hatte ich ein Gespräch mit meinem Bruder. Er ist Mechaniker und erzählte mir von einem Kunden, welcher für seinen Porsche neue Bremsen brauchte. Die Materialkosten für die Hinterachse alleine belaufen sich auf 4500 Euro. Zu den wahnsinnig hohen laufenden Kosten kommt natürlich der Wertverlust noch hinzu. Aber ich möchte jene Leute auch verteidigen. Ich bin ein Fan von luxuriösen Autos. Wenn ich mir so etwas leisten könnte, würde ich mir auch eines kaufen vermutlich. Momentan bin ich mit meinem alten Audi A4 aber mehr als zufrieden.

Worauf will ich eigentlich hinaus? Ich respektiere die Menschen, die es geschafft haben so eine große Summe jedes Jahr zu verdienen. Allerdings möchte ich nicht auf diese Weise soviel Geld verdienen. Jene, die so hohe Summen für Yachten, Autos und dergleichen ausgeben sind eigentlich finanziell schlechter dran als ich. Sie verdienen gut, aber sind das Opfer ihrer eigenen Konsumwünsche. Sie wollen immer mehr. Aus diesem Grund müssen  sie auch immer mehr arbeiten, um ihren Lebensstandard halten zu können. Sie treten auf der Stelle im goldenen Hamsterrad. Es ist zwar aus Gold, aber dennoch bleibt es ein Hamsterrad.

“Do not save what is left after spending,

but spend what is left after saving.”

-Warren Buffet

Wenn Du mich fragst ist es weitaus einfacher als Durchschnittsverdiener finanziell frei zu werden, als jemand der 300.000 Euro im Jahr verdient. Eben weil der Lebensstandard so hoch ist, dass es eine große Hürde darstellen würde, wieder einen Schritt zurück zu gehen. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich zwischen 20 und 30 tausend Euro im Jahr verdiene. Aber durch meine Lebensweise ist es mir möglich ungefähr die Hälfte jedes Jahr auf die Seite zu legen, um meinem großen Ziel näher zu kommen. Ich hörte von Menschen, die 30.000 Euro im Monat verdienen aber es nicht schaffen, dass am Ende ein paar hundert übrig bleiben. Ganz ehrlich? Da läuft doch etwas gewaltig schief. Es mag ja sein, dass sie ihren Job lieben, und ewig so weitermachen wollen. Trotzdem könnten sie in eine finanziell enge Situation kommen, und dann kommt es leider häufig zu einem Privatkonkurs.

Es reicht eben nicht viel Geld zu verdienen. Wer die finanzielle Freiheit erreichen will muss den Umgang mit seinem Geld lernen. Man darf es nicht zum Fenster hinaus werfen, sonst wird nie eine Besserung in Sicht sein. Es ist natürlich die Entscheidung eines jeden Einzelnen wie er sein Leben verbringt. Ich habe mich klar gegen das Hamsterrad entschieden. Nein zu Konsumschulden. Wenn ich mir etwas kaufe, dann weil ich es mir leisten kann. Wenn ich eine halbe Million im Jahr verdiene, heißt das noch lange nicht, dass ich mir ein Boot um 100.000 leisten kann. Es kommt eben immer auf die Gesamtsituation an.

Der wichtigste Punkt im Kampf gegen das Hamsterrad ist die Sparrate. Je mehr wir bereit sind zu sparen, desto mehr Geld kann für uns arbeiten. Mir ist es lieber mein Geld hart für mich arbeiten zu lassen, als dass ich mich jeden Tag bis an mein Lebensende aufs neue abstrample um mir meine Lebensmittel leisten zu können. Das schöne an der Sparrate ist, dass sie für alle gleich funktioniert. Egal wieviel Du verdienst, es kommt nur auf deinen Sparanteil darauf an. Der Typ mit dem 300.000 Euro Einkommen, der nur 10 Prozent seines Gehalts auf die Seite legt wird die finanzielle Freiheit später erreichen als die bodenständige Mutter, die es schafft jeden Monat 50% zu sparen.

Warum schreibe ich das?

Ich will damit beiden Einkommensgruppen etwas mit auf den Weg geben. Die Durchschnittsverdiener, welche nach finanzieller Freiheit streben, sollten sich die Besserverdiener, die nur ihre Konsumwünsche befriedigen besser nicht zum Vorbild nehmen. Eher sollten sie einmal ihre finanzielle Situation überdenken, und vielleicht fällt Ihnen dann auf, dass sie eigentlich besser da stehen, als vorher angenommen.

Diejenigen mit dem 6-stelligen Jahresverdienst sollten ebenfalls ihre finanzielle Situation überdenken, und vielleicht das ein oder andere Boot wieder verkaufen, wenn es sowieso nur einmal im Jahr gebraucht wird. Dieses und andere Beispiele schlucken immense Summen an Geld, unnötigerweise! Kauft euch mit einem Teil eures Geldes lieber Anlageobjekte, die regelmäßig passives Einkommen abwerfen.

Ich möchte kein Besserwisser sein. Wie immer stellt dieser Beitrag meine eigene Meinung dar. Ich würde mich auf Diskussionen freuen ;)

mfG Chri

 

 

 

11 Kommentare
  1. DaK0si
    DaK0si sagte:

    Hey Chri,
    sehr guter Eintrag – ich bin da im Großen und Ganzen deiner Meinung.
    Ein paar (ergänzende?) Gedanken hätte ich aber trotzdem dazu :-) :

    Gehälter von EUR 300.000,– gibt es ganz ganz selten. Dazu gehören höchstens Geschäftsführer oder Vorstände von Großbetrieben. In der Regel wissen solche Menschen wie sie mit Geld umgehen müssen/können – sonst wären sie selten in der Position. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel ;-). Ich kenne (berufsbedingt) einige Personen mit derartigen Jahreseinkünften und hätte bislang noch nicht erlebt, dass diese per Definition nicht finanziell frei sind. Die meisten von Ihnen sind selbst Selbständige oder besitzen einen Betrieb – auch hier ist es zumeist wieder so, dass man über eine gewisse finanzielle Intelligenz verfügen muss, da man mit dem Betrieb ansonsten gar nicht so weit kommt.

    Auch die Sparrate ist eine ziemlich schwierige Geschichte. Eine allein erziehende Mutter hat normalerweise eine Sparrate von etwa 10%, mehr ist da aber nicht mehr drinnen weil die Fixkosten (die aber eh schon quasi ein minimum betragen) in Österreich derartig hoch und die Netto-Löhne im Vergleich sehr niedrig sind.
    Diese Fixkosten nehmen aber ab einem gewissen Lebensstandard verhältnismäßig ab bzw. verlaufen dann eher Sprunghaft (indem ich z.B. von Skoda Oktavia RS auf Audi A6 umsteige). Somit ist die aktive Erzielung einer gewissen Sparquote ohne nennenswerten Einbußen der Lebensqualität nur möglich, wenn man bereits ein recht hohes Einkommen hat. Oder aber sehr niedrige Fixkosten, da man z.B. ein Haus geerbt hat. :-)

    LG DaK0si

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo! :)

      Danke fürs vorbeikommen und die ergänzenden Worte :)
      Bin da auch bei Dir, die 50% der allein erziehenden Mutter ist wahrscheinlich etwas hoch gegriffen, aber ich wollte einfach den Grundgedanken etwas überspitzt darstellen. :)

      Zu den Personen die du kennst: Ich definiere die finanzielle Freiheit folgendermaßen: Das passive Einkommen dieser Person ist größer oder gleich allen anfallenden monatlichen Kosten. Die Person könnte sofort aufhören zu arbeiten, und müsste keine Abstriche in seiner Lebensqualität machen. Vorher ist er in meinen Augen auch nicht finanziell frei. Diese Person kann 1 Million im Jahr verdienen, wenn er 950 tausend davon ausgibt ist er nicht finanziell frei.

      danke noch mal fürs vorbeikommen :)

  2. Mafis
    Mafis sagte:

    Hey,
    einen ähnlichen Gedanken hat ich auch zuletzt. Habe an meine alte Firma zurückgedacht. Dort haben Geschäftsführer in etwa dem Bereich verdient. Mittlerweile habe ich mich echt gefragt, warum die noch kommen. Den oft kam es mir vor das sie den Job nicht aus liebe tun.

    Aber dort war dann auch der Porsche Panamera, die Villa und alles andere wichtiger. Ob das Glück macht müssen sie entscheiden.

    Ich denke du hast dort aber recht. Es ist nicht so einfach sein Lebensstil nach unten zu ändern. Lustigerweise ist es ja bei Milliarden Schweren wieder oft ganz anders. Mark Zuckerberg und andere lebe für ihr Vermögen eigentlich recht bescheiden. Nötig haben die das nicht. Wahrscheinlich habe die gleich dieses Klientel übersprungen, wo man sich präsentieren muss in der Pyramide.

    Gruß,
    Mafis

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Mafis!

      Ich habe gestern noch einen Teil einer Dokumentation gesehen. Darin ging es um die Superreichen. Diese Milliardäre haben es sogar richtig schwer. Sie können nicht so einfach einen Schritt zurück machen. Da ihnen bewusst ist, dass viele Menschen nur hinter ihrem Geld her sind, ist es schwer richtige Freundschaften und Beziehungen aufzubauen. Dann flüchten sie sich eben in Luxusgüter und dergleichen. Glücklich sind viele Milliardäre ganz bestimmt nicht. Manche schaffen es denke ich aber trotzdem, wie du richtig mit Mark Zuckerberg angedeutet hast.

      Die Geschäftsführer die du angesprochen hast sind Gefangene ihres goldenen Hamsterrads. Sie verdienen immense Summen, sind aber dazu verdammt immer weiter zu machen.

      Danke fürs vorbeikommen :)

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Hanna!

      Ich hoffe die Grundidee mit der Sparrate ist aus dem Beitrag gut herauszulesen. :)

      Danke fürs vorbeikommen!

  3. Stalflare
    Stalflare sagte:

    Hey there Chri!
    Nice piece, love the article. Unfortunately I do not have such “problems” as me earning 300.000 euros, but I agree completely on the way you spend the money and go on saving. This doesn’t mean being frugal and only eat bread and water, but not having debts for example is the first good step. Many people are blinded by consumerism and end up buying more than they can afford…
    Ciao ciao

    Stal

  4. Chri
    Chri sagte:

    Hey Stal!

    welcome back! Like many successful investors are saying: Pay yourself first.
    You are right. if you earn 300.000 a year, and you are having 400.000 debts something is wrong.

    habe you already been starting out with trading options?

    thanks for stopping by! :)

  5. amber tree
    amber tree sagte:

    With the habits that we have, earning 300 000 per year would put a super booster on our journey to FI. We would be able to call it a day by 2020 or so. What a dream.

    The picture and text say it all… It is the saving that matters!

    Great inspiration for a camping picture you have there.

  6. Chri
    Chri sagte:

    hey :)

    yeah, a 300k increase in my brokerage account is a dream. so I would be able to live the dream in about 2 years I think ;)

    thanks for the kind words. This picture is brandnew. On saturday i was camping outside in the woods.

    thanks for the comment

  7. stephan Leonhard
    stephan Leonhard sagte:

    Hi Chris,
    ja Volltreffer, ich kenne viele Gutverdiener, aber mit jedem Bonus steigen die Ansprüche und es wird kaum Vermögen gebildet. Auch Steuern in etwa die Hälfte ist ein Vermögenskiller. Es ist viel smarter in Firmenstrukturen zuverdienen und die Steuerlast dadurch zu halbieren, ganz legal. Aber die meisten Gutverdiener sind angestellt mit Spitzensteuersatz. Es wird kein Vermögen gebildet, dabei ist der Zinseszins so evident über die Jahre.

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