Was an diesen Tagen mit deinen Optionen zu tun ist

Der S&P500 hat in letzten beiden Tagen wieder ordentlich Federn gelassen. Da hat wohl jemand ordentlich Gewinne mitgenommen. Von der Hälfte aller “Börsenexperten” lese ich, dass es viel weiter hinunter gehen wird. Die andere Hälfte sagt, der Markt wird vermutlich weiter steigen. Ich sage, wie immer: Niemand kann es wissen! 

 

Ich habe euch doch versprochen, dass es jetzt wieder mehr Beiträge geben wird, allerdings ist die Beitragsdichte in den letzten Tagen so hoch, dass ich sie nicht halten werden kann. Heute habe ich mich einfach dazu verpflichtet gefühlt, euch Lesern meine Gedanken zur aktuellen Börsensituation mit zu geben.

 

Sehen wir uns erstmal den Chart des Standard&Poors an, um ein Bild davon zu bekommen, wo wir stehen.

Das Gesamtbild

Oben sehen wir den 5 Jahres-Chart vom Aktienindex der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen. Das letzte Hoch vom Jänner wurde erstmal durchbrochen, somit hatten wir ein neues Allzeit-Hoch im Index. Nun ging es relativ rasch wieder herunter, allerdings sagt das Gesamtbild, dass wir meiner Meinung noch immer noch im Aufwärtstrend sind, was aber erstmal nichts aussagt.

 

Wie geht es der Wirtschaft? Also was ich so mitbekomme, geht es der Wirtschaft momentan sehr gut. Die Unternehmen machen gute Gewinne und es werden an jeder Ecke Jobs angeboten. Sieh dir doch einfach mal deine Aktien im Depot beziehungsweise deine Short Puts an. Prüfe deine gewählten Aktien auf Herz und Nieren, und mache dir ein Bild davon, wie es mit den Einnahmen dort aussieht. Hast du Grund zur Sorge? Dann überleg dir ein Ausstiegsszenario. Ist alles gut? Dann habe ich ein paar wenige Tipps die ich dir heute mitgeben möchte.

 

Meiner Meinung nach gibt es aktuell noch keinen Grund zur Sorge, dass der Index in sich zusammen bricht. Eine große Korrektur ist zwar schon lange überfällig, aber das heißt nicht, dass es nicht noch aufwärts gehen kann. Wie schon erwähnt, traue ich mir nicht zu, eine Prognose abzugeben, aber das muss ich in diesem Fall auch nicht, da wir mit unserer Strategie langfristig immer Geld verdienen. Darum geht es mir hier ja, wie du weißt.

 

Kaufe Calls zurück

Hast du in der Vergangenheit Calls auf deine Lieblingsaktien verkauft? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sie mit Gewinn zu schließen. Nimm dadurch einfach ein paar Gewinne mit und freue dich dass deine Call-Strategie aufgegangen ist. Ich für meinen Teil hatte seit langer Zeit wieder einmal Calls über dem Einstandspreis bei IBM verkauft. Da sie im Oktober auslaufen, kaufe ich sie auch nicht zurück. Somit spare ich mir ein paar Gebühren und kann ein paar Euro extra als Gewinn verzeichnen.   Der Kurs ist jetzt natürlich wieder viel niedriger, was mich in meinem Aktienbestand wieder höher in den Buchverlust drückt.

 

Problem sehe ich hier aber keines, weil es jetzt wieder eine Möglichkeit gibt auf der anderen Seite Geld zu verdienen. Genau aus solchen Gründen verkaufe ich sehr sehr gerne Calls. So ein Sell-Off an den Börsen kann immer wieder einmal schnell passieren.

 

Ein kleiner psychologischer Tipp meinerseits: Die realisierten Prämien deiner Calls kannst du aufschreiben und sie von deinem Durchschnittskurs in den Aktien abziehen. Hilft momentan nicht viel, aber ich mache das immer gerne, um zu sehen wo ich stehe. Wenn der Kurs wieder steigt, tue ich mir so wieder leichter neue Calls bei niedrigeren Leveln zu verkaufen.

 

Verkaufe Puts

Entgegen vieler Meinungen behaupte ich, dass es gut sein kann jetzt Puts zu verkaufen. Voraussetzung dafür ist ein großes Margin-Polster und dass du Aktien verwendest, die gut da stehen. Wie schon oben erwähnt ist es mir wichtig Puts auf Aktien zu verkaufen, die man sich auch über Jahrzehnte ins Depot legen würde, weil sie richtige Cash-Cows sind.

 

Viele Menschen behaupten, man solle noch warten mit dem Put-Verkauf. Da gibt es kein richtig oder falsch, mache es einfach so wie du es für richtig hältst. Ich für meinen Teil verkaufe gerne Puts wenn es richtig düster aussieht. Gerade beim Sell-Off sind die Prämien enorm lukrativ. Wenn du schon längere Zeit Aktien auf deiner Watchlist hast, welche du gerne kaufen würdest, ist jetzt ein guter Zeitpunkt um über einen Kauf durch Short Puts nachzudenken. Sieh dir einfach an, wo die nächsten starken Support-Zonen deiner Aktien sind, und verkaufe darunter deine Puts.

 

Natürlich kann es noch viel weiter hinunter gehen, das möchte ich auch gesagt haben. Aber die Chance, dass du hohe Prämien abgreifst und Aktien billiger bekommst, als sie es in den letzten Monaten und Jahren waren sollte man sich nicht entgehen lassen. Vergiss niemals dass du noch immer rollen kannst. Die Prämien sind momentan extrem hoch. Wenn nun die Zeit vergeht und es trotzdem weiter hinunter geht, kann es aber durchaus sein, dass du deine Puts trotz geringerem Aktienpreis mit Gewinn schließen kannst. Danach verkaufst du einfach noch weiter unten deine Puts und erfreust dich über die Möglichkeit Aktien vielleicht noch billiger zu bekommen.

 

Was ist mit den alten Puts, die aktuell weit im Minus liegen? Auch hier muss abgewogen werden, wo sich jede Aktie befindet. Ich würde vermutlich ein Roll-Szenario ausarbeiten, welches mich langfristig wieder sehr gut da stehen lässt. Dazu habe ich schon ein paar Artikel geschrieben. Sieh dazu einfach mein Archiv durch. Allgemein würde ich aber durchaus versuchen zu rollen, wenn möglich.

 

Bleib deiner Strategie treu

Ich versuche so gut wie möglich meiner Strategie treu zu bleiben, und das hat sich in der Vergangenheit gut ausgezahlt. Solche Ereignisse locken mich nicht mehr aus der Reserve. Ich kann entspannt zusehen, wie sich die Börsenexperten mit ihren gegensätzlichen Meinungen die Köpfe einschlagen.

 

Bleib auch du deiner Strategie treu. Wenn du es so machst, wie ich es schon immer hier schreibe, kann dir nichts passieren. Ein bisschen Buchverlust bringt uns Investoren nicht aus der Fassung. Rolle wenn es möglich ist, drücke deinen Durchschnittspreis und setze neue Puts auf, wenn die Kanonen donnern. Geht es nach so einem Abverkauf wieder leicht hoch (was häufig passiert), kann nach wenigen Tagen der Put schon wieder im Gewinn geschlossen werden. Vergiss auch nicht aus welchem Grund du an der Börse investierst. Am Aktienmarkt bin ich Investor, kein Spekulant, wie am CFD-Markt. Das heißt für mich: Ich freue mich, wenn es billige Aktien gibt und greife zu, wenn sie die Gelegenheit selbst präsentiert.

 

Denke dir jedes mögliche Szenario an der Börse einmal durch. Stell dir einen Plan auf, was zu tun ist, wenn dieses und jenes passiert. Optionshandel ist planbar, auch wenn man die Kurse nicht planen kann. Man kann sich auf alles vorbereiten, indem man vorher weiß wie man später zu reagieren hat. Die aktuelle Situation kann gut dazu verwendet werden um für den langfristigen Erfolg zu lernen. :)

 

Wenn du Hilfe brauchst, komme ruhig in unsere Telegram-Gruppe. Da wird dir rund um die Uhr von erfolgreichen Options-Strategen geholfen. Ich wünsche noch einen wunderbaren Freitag und ein angenehmes Wochenende.

mfG Chri

2 Kommentare
  1. x_em.pe_x
    x_em.pe_x sagte:

    Hallo,

    interessante Artikel, vielen Dank dafür! Und auch oftmals schöne Denkansätze, die helfen, meine eigenen Strategien zu überdenken.

    Ich habe eine Frage und vielleicht kannst du mir dabei helfen. Mein Dividendendepot finanziert sich inzwischen alleine, so dass ich mich in anderen Bereichen weiter entwickeln will. Neben einer konservativen Bonuszertifikate- und Inline-Optionsscheinsstrategie soll das in Zukunft auch der Optionsverkauf sein.

    Ich habe mir dazu ein neues Depot bei einem anderen Broker eingerichtet, da ich das definitiv von meinem Hauptdepot trennen will! Meine Frage ist, wie ich das am besten anfange? Ich will am Anfang nur Covered Puts und Calls verkaufen.
    Nehmen wir an, ich habe 3k EUR, da könnte ich mit einem Covered Short Put anfangen (100 Aktien für je 30 EUR). Wenn der Fall eintrifft, dass ich die Aktien erhalte (was z.B. bei Shell nicht so schlimm wäre), wechsle ich sofort auf Covered Calls und mache weiter. In der Zwischenzeit bespare ich den Broker weiter, um irgendwann eine zweite Option zu holen.

    Was ich noch nicht ganz verstehe, sind so Sachen wie das Positionsrisiko. Manche sagen, max. 1 % des Depots soll pro Trade riskiert werden. Davon bin ich ja noch ewig entfernt oder kann man das bei Covered Calls/ Puts nicht so direkt gleichsetzen?
    Ich hoffe, ich habe mich halbwegs verständlich ausgedrückt. :) VG Markus

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Markus,

      Erstmal danke für deinen Kommentar. :)
      Ja, du hast dich verständlich ausgedrückt.

      Ich hoffe ich kann dir dabei helfen. Ich kenne dieses Problem, was du ansprichst. Als ich begonnen habe, ging es mir genauso, Ich habe damals eine etwas andere Strategie gehandelt, dabei ging es mehr um die Wahrscheinlichkeiten, dass der Kurs nicht mehr erreicht wird. Die erste und zweite Standardabweichung sind hier ein großes Thema. Dazu mehr auf meiner Seite “Optionen-Broker.de” .

      Ich persönlich würde aber lieber meinen aktuellen Ansatz auch in einem kleinen Konto handeln. Ein kleines Konto macht das ganze aber etwas schwieriger. Du könntest mehrere verschiedene Aktien handeln, müsstest aber mehr auf den Chart achten, und vermutlich öfter rollen. Die Margin hat hierbei eine zentrale Rolle.

      Was du mit den 1 Prozent Risiko pro Position ansprichst wird zumindest für meinen Ansatz kaum möglich sein. Dazu bräuchtest du mehrere Hundert Tausend Euro im Depot. Aber es ist durchaus sinnvoll die Positionsgrößen anfangs relativ klein zu halten. Ich empfehle dazu eigentlich 10-20 Prozent Risiko in einer Aktie. Dafür musst du dich aber auch mit deinen Aktien auseinander setzen und sie auch kaufen wollen,wenn sie einbrechen. (großer psychologischer Faktor, auch wenn du sie schlussendlich weiter rollst).

      Womit du aber pro Position weiter hinunter kommst im Risiko: Long Optionen. Wenn du unter deinen Short Puts einen Long Put kaufst ist dein Risiko auf die Differenz der beiden Strikes * 100 begrenzt. Somit schaffst du eine besseres Risikoverhältnis pro Trade.

      Ich nutze Long Options allerdings sehr selten,weil sie etwas kosten und mir somit einen Teil der Rendite wegfressen.

      Ich habe mir deine Fragen bereits aufgeschrieben und werde diese entweder in einem ebook oder im zukünftigen Memberbereich aufgreifen und ausschlachten. Gerade diese Fragen sind es,die einem brennend interessieren, da die meisten Menschen nicht gleich Fünf oder gar Sechs-stellige Beträge handeln können.

      Danke für deine Frage. ich hoffe ich konnte dir zumindest ein bisschen helfen.

      mfG Chri

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