Was bewegt die Märkte? – Teil 2 – Massenpsychologie

 

Hallo,

Weiter geht es mit dem zweiten Teil meiner Artikelserie: Was bewegt die Märkte? Hast du den ersten Teil verpasst, klicke einfach hier. Im ersten Teil ist es generell darum gegangen, wie der Preis einer Aktie zustande kommt. Im zweiten Teil möchte ich mich der Frage widmen, warum die Kurse extrem steigen oder fallen.

Massenpsychologie

Einer der Hauptgründe dafür ist die Massenpsychologie, oder anders gesagt die Psychologie der Massen. Gerade an der Börse ist es so, dass die Kursentwicklungen von psychologischen Verhaltensmustern sehr stark beeinflusst werden. Wie wäre es sonst möglich, dass Kurse stark ansteigen, oder stark fallen, obwohl sich bei den zugrunde liegenden fundamentalen Daten eines Unternehmens rein gar nichts geändert hat?

Ein Unternehmen wie Johnson&Johnson steigert jährlich seine Umsätze, Gewinne und Dividenden, und fällt trotzdem 10 Prozent im Kurs. Auf der anderen Seite steht ein Unternehmen wie Tesla, welches in einem der vergangenen Monate über 80 Prozent zugelegt hat, obwohl diese Firma noch nie Gewinne gesehen hat. Du siehst also, dass es an der Börse nicht wirklich rational zugeht.

Warum bewegen sich diese Kurse also so extrem? Wie ich im ersten Teil bereits geschrieben habe, weiß man zwar nicht warum ein Einzelner die Aktie entweder kauft oder verkauft. Was wir jedoch wissen ist, dass es so etwas wie einen Gruppenzwang gibt.

André Kostolany, einer der berühmtesten Börsenspekulanten der Welt formulierte in einem seiner Bücher folgendes: “Die Börse reagiert gerade mal zu 10 Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie.”

Als erstes gibt es die Phase des Kurstanstiegs. Jemand glaubt ein Unternehmen stellt ein gutes Investment dar. Der Kurs ist schon einige Zeit leicht angestiegen. Aufgrund seiner Hoffnung, dass sie weiter ansteigt, kauft er Anteile von diesem Unternehmen. Steigende Kurse ziehen weiter Käufer an. Aus diesem Grund steigt der Preis wieder etwas weiter. Es gibt also weniger Verkäufer, und mehr Käufer, der Kurs muss ansteigen. Simples Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Im nächsten Schritt springen die ganzen Mitläufer auf. Nun bekommen die Analysten, Magazine und Zeitungen Wind vom weiter steigenden Kurs. Diese berichten über den Kursverlauf dieser Aktie, was natürlich wieder mehr potentielle Käufer anzieht. Jeder findet einen guten Grund warum die Aktie wieder weiter steigt. Und jeder scheint recht zu behalten, da die Kurse tatsächlich weiter steigen.

Die Masse ist leichtgläubig. Niemand interessiert sich mehr für die fundamentalen Daten des Unternehmens. Die Aktie steigt, und das ist für die Masse das einzige was zählt. Jeder will ein kleines Stück vom Kuchen abbekommen. Werden Glaubenssätze durch den weiteren Kursanstieg bestätigt, kann dies die Masse in einen Bann ziehen.

Die zweite Phase beschreibt das Hoch, welches in sich zusammenstürzt. Gibt es nun vereinzelt bereits wieder Anleger, welche glauben, dass das Unternehmen überbewertet ist, verkaufen diese ihre Anteile. Sie glauben, dass der Wert der Aktie den Wert des Unternehmens weit übersteigt. Und auch diese haben wieder recht, da der Kurs rein aus der Massenpsychologie heraus gestiegen ist.

Die nächsten vorsichtigen Anleger steigen aus, und erfreuen sich an ihren Gewinnen. Hier gibt der Kurs bereits wieder leicht nach. Dieses Nachgeben des Kurses veranlasst weitere Anleger ihre Anteile abzustoßen. Nun wird wieder in den Zeitungen, Magazinen und diversen anderen Online-Platformen über den Kurssturz berichtet. Die Analysten finden Gründe warum die Aktie fallen wird.  Die Masse reagiert natürlich darauf, weil sie ihre Gewinne schützen wollen. Jeder will plötzlich aus der Aktie aussteigen. Der Kurs bricht in sich zusammen.

Dies ist leider nicht nur bei der einzelnen Aktie der Fall. Die gesamte Börse steht und fällt mir den Glaubenssätzen der Masse. Meistens ist die Ursache eines weltweiten Crashs eine unbegründete Panik. Jemand findet ein noch so kleines Problem, und der Großteil glaubt, dass dies immense Auswirkungen hat.

Leider beweist das alles wieder, dass es extrem viele Spekulanten an der Börse gibt, die nicht wirklich wissen, was sie tun, sondern einfach der Herde nachlaufen. Lasst uns Investoren sein, keine Spekulanten. Jedoch lasst euch auch nicht dazu verleiten gegen einen Trend anzukämpfen. Allein aus ihrer Größe hat die Masse die Macht Trends zu erschaffen. Und niemand weiß, wie lange so etwas andauert.

Wenn du mehr über das Thema Börsenpsychologie erfahren möchtest, kann ich dir  das Buch von Norbert Betz und Ulrich Kirstein weiterempfehlen.

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mfG Chri

Foto des Beitragsbildes: stars-forever.com

2 Kommentare

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  1. […] Der andere Blogger hatte weiter damit argumentiert, dass es eben nur schlechte Dividendenaktien gibt welche eine hohe Dividendenrendite aufweisen, jedoch niemals ein gutes Investment darstellen. Dies ist per Definition einfach falsch. Wie ich bereits in meinen beiden Beiträgen über die Kursbewegungen geschrieben habe, ist ein Kurssturz nichts weiter als ein massenpsychologisches Phänomen. […]

  2. […] einer Artikelserie, die ich meinen Lesern bieten möchte. Dies war eher der allgemeine Teil. Im zweiten Teil wird es darum gehen was die Aktien-Märkte nun nach oben oder unten […]

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