Was sind eigentlich Optionen?

Was sind eigentlich Optionen?

Was sind eigentlich Optionen?

Ein guten Abend wünsch ich Dir!

Im Artikel:  Mein Jahr 2015 hab ich doch folgendes geschrieben:

Die Kombination aus Optionshandel und Dividenden scheint mir eine der besten Möglichkeiten zu sein, langfristig Vermögen zu bilden, und einen  nicht unerheblichen Cashflow zu erzeugen.

Was Dividenden sind wissen ja schon viele, auch wenn
das generelle Aktieninteresse in Europa ein bisschen zu wünschen übrig lässt. Aber wie schon erwähnt soll dieser Blog ja auch ein wenig dazu beitragen die Angst vor diesen “spekulativen Finanzinstrumenten” zu nehmen. Wenn man ein bisschen weiter in Richtung Optionshandel geht, dann sieht die Lage leider noch viel schlimmer aus. Auf Google findet man sehr sehr wenig deutsche Seiten zu diesem Thema. Auch deutsche Bücher zu diesem Thema kann man praktisch auf beiden Händen abzählen. Gut dass ich schon ein wenig Englisch gelernt habe ;). Zu finden sind englische Bücher, Blogs, Webseiten extra zum Lernen, Youtube-Kanäle und vieles mehr. Eben alles was das Herz begehrt, um langfristig schlauer zu werden. Auch wenn ich jetzt schon viel zum Optionshandel sagen könnte, helfen mir diese englischen Artikeln und Videos immer bessere Investitionsentscheidungen zu treffen.

Was sind eigentlich Optionen?

Um Dir den Einstieg in die Welt des Optionshandels zu vermitteln, werde ich versuchen die Thematik mithilfe eines Beispiels zu beschreiben. Optionen sind in keinster Weise eine Erfindung des 21sten Jahrhunderts. Die Option im wirtschaftlichen Sinne stellt eigentlich nur ein Termingeschäft dar.

Nehmen wir an Du bist ein Bauer und besitzt ein paar Obstbäume.  Du möchstest dein Obst nach der Ernte an einen Händler verkaufen. Der Obsthändler befürchtet jedoch dass der Preis vom Obst bis zur Ernte ansteigen wird, also geht er mit Dir, dem Obstbauern, ein Termingeschäft (Option) ein. Er zahlt dir einen kleinen Betrag (Optionsprämie) sofort. Damit erhält er das Recht, dir zu dem Zeitpunkt nach der Ernte dein Obst zum vorher vereinbarten Preis abzukaufen.

Zum Zeitpunkt der Ernte ergeben sich hier zwei möglich Szenarien:

Möglichkeit 1:Der Preis der Ware, in diesem Fall Obst, fällt.

Bekommt der Händler zum Zeitpunkt der Ernte das Obst am breiten Markt billiger, wird er es dort kaufen.Er hat somit einen Verlust in Höhe der Prämie (die Du anfangs bekommen hast) realisiert. Dies bedeutet Du, der Bauer, musst dein Obst nicht zum vereinbarten Preis verkaufen. Du kannst warten, bis die restlichen Bauern ihr Obst verkauft haben. Wenn wieder die Nachfrage über das Angebot dominiert, kannst Du dein Obst zu einem höheren Preis verkaufen. Den Betrag, den du anfangs vom Händler bekommen hast, kannst Du in jedem Fall behalten.

Möglichkeit 2: Der Preis der Ware, in diesem Fall Obst, steigt.

Ist der Preis vom Obst zum Zeitpunkt der Ernte gestiegen, wird der Händler sein Recht wahr nehmen. Er kauft bei dir das Obst zum vorher vereinbarten Preis. Da der Preis gestiegen ist, kann er es zu einem höheren Preis weiterverkaufen, als er es gekauft hat, und macht somit einen Gewinn.  Du hast zwar die Pflicht ihm das Obst zum vereinbarten Preis zu verkaufen, musst aber nicht traurig sein, denn Du bekommst den Preis, den Du vor der Ernte ausgehandelt hast. Dass der Preis am Markt jetzt höher ist, kann dir egal sein. Die Optionsprämie, die du anfangs vom Händler bekommen hast, kannst Du in jedem Fall behalten.

Du siehst, eigentlich ist ein Optionshandel gar nicht so schwer zu verstehen. Um das Ganze jetzt noch ein bisschen zu vertiefen, hier ein paar Fachbegriffe:

Short… Dies stellt immer die Verkäuferseite dar

Long… Dies stellt immer die Käuferseite dar

Put… Dies stellt immer die Verkaufsoption dar

Call… Dies stellt immer die Kaufoption dar

In unserem Beispiel oben ist der Bauer der Verkäufer (=Short) und der Händler der Käufer (=Long) der Kaufoption.Der Händler kauft sich das Recht eine Ware zum vereinbarten Preis zu kaufen. Er kauft also eine Kaufoption(=Call). Der Bauer verkauft die Kaufoption (=Call).

Händler : Long Call

Bauer: Short Call

Die Put-Option funktioniert nach dem ganz gleichen Prinzip. Der Bauer besitzt ein paar Obstbäume. Der Preis vom Obst ist momentan sehr hoch, und der Bauer befürchtet, dass der Preis bis zur Ernte fällt. Also geht er mit einem Händler ein Termingeschäft ein. Er zahlt dem Händler einen kleinen Betrag im voraus, damit dieser ihm die Ware später zum vereinbarten Preis abkauft.

Es ergeben sich wieder 2 mögliche Szenarien:

Möglichkeit 1:Der Preis der Ware, in diesem Fall Obst, fällt.

Der Händler hat sich durch das Termingeschäft verpflichtet die Ware zum vereinbarten Preis zu kaufen. Er kauft also eine Ware zu einem höheren Preis, als sie momentan wert wäre. Der Bauer freut sich, denn er kann sein Obst zu einem höheren Preis verkaufen, als es momentan wert wäre. Jedoch muss er von seinem Gewinn noch die Prämie abziehen, die er dem Händler im voraus bezahlt hat.

Möglichkeit 2: Der Preis der Ware, in diesem Fall Obst, steigt.

Das Obst ist nun noch mehr Wert als zum Zeitpunkt vor der Ernte. Das Termingeschäft verfällt also. Der Bauer wird sein Recht, das Obst zum vereinbarten Preis zu verkaufen, nicht wahr nehmen. Er kann die Ware jetzt am Markt zu einem höheren Preis verkaufen, muss allerdings noch die vorher gezahlte Prämie von seinem Gewinn abziehen. Der Händler muss die Ware also nicht kaufen, und kann die Prämie als Gewinn behalten.

In diesem Beispiel ist der Bauer der Käufer (=Long) und der Händler der Verkäufer (=Short) der Verkaufsoption.Der Bauer kauft das Recht eine Ware zum vereinbarten Preis zu verkaufen, falls sie unter den Preis fällt. Er kauft also eine Verkaufsoption(=Put). Der Händler verkauft die Verkaufsoption (=Put).

Händler: Short Put

Bauer: Long Put

Man merke: Beide Beispiele stellen ein und das selbe Prinzip dar. Einziger Unterschied: Beim Call setzt man auf steigende Preise, beim Put auf fallende Preise. Ich hoffe ich konnte das einigermaßen verständlich erklären. Wenn man dies zum ersten Mal liest, kann das Ganze ganz schön verwirrend wirken. Aber ich möchte Dich ermutigen, nicht gleich aufzugeben. Wenn man sich ein bisschen einliest, und die Fachbegriffe wiederholt, ist das Prinzip eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Und ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern, dass sich das Lernen finanziell lohnen wird.

Was hältst du von meinem Beispiel? Hab ich es verständlich genug erklärt? Freue mich auf Kommentare

mfG

4 Kommentare
  1. Christian
    Christian sagte:

    HalliHallo,

    also für Jemanden, der sich das erst Mal mit Optionen beschäftigt ist das eine sehr gute Erklärung bzw. Metapher. Ich gehöre auch zu denen, die sich frisch dafür interessieren und es mal angehen möchten. Vor allem finde ich es beeindruckend wie hier Rendite gemacht werden kann. Okay, ganz passiv ist es auch nicht, da ja regelmäßig “optioniert” (*g*) werden muss, doch für ein paar Klicks so hohe Rendite finde ich beeindruckend.

    Weiter so und vor allem viel Erfolg

    Christian

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Christian,

      Freut mich, dass dir der Text weiter helfen kann :)
      Die Renditen sind echt nicht zu verachten. Ich bin gespannt ob ich 2017 auch wieder so ein Ergebnis wie 2016 realisieren kann.
      Wünsche dir auf deinem weiteren Weg alles gute!

      mfG Chri

  2. Anton
    Anton sagte:

    Hallo Christopher,

    sehr interessante Einführung! Ich bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen und Optionshandel klingt wirklich interessant. Sehe ich das richtig, dass man eigentlich gar kein Geld verlieren kann bei einer Call Option? Fällt der Preis, behalte ich meine Aktien und bekomme die Prämie. Steigt der Preis, wird die Option in Anspruch genommen und ich muss meine Aktien verkaufen, habe aber trotzdem die Prämie. Zwar wäre es schöner, die Aktie für den jetzt höheren Preis zu verkaufen bzw. sie zu behalten, aber trotzdem habe ich Gewinn gemacht. Mir entgeht bloß ein noch höherer Gewinn durch den höheren Aktienkurs. Sehe ich das richtig?

    Ich mache mich jetzt mal ran und lese hier alles von hinten nach vorne, bin sehr gespannt!

    Viele Grüße

    Anton

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo Anton,

      Das hast du richtig verstanden. Ein Covered Call bietet dir kein zusätzliches Risiko. Entweder der Preis der Aktie fällt und du behältst die komplette Prämie, oder die Aktie steigt, du behältst die komplette Prämie und verkaufst deine Aktien. (im Idealfall mit Kursgewinn).

      Danke fürs kommentieren :)
      mfG Chri

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