Wird Monsanto von Bayer übernommen? – Wie ich womöglich profitiere

Hallo,

Viele haben es sicher schon mitbekommen. Für alle, die noch nichts davon gehört haben: Der deutsche Riesen-Konzern Bayer will den amerikanischen Saatgut-Hersteller Monsanto übernehmen. Mit dieser Übernahme würde Bayer das weltgrößte Unternehmen im Bereich der Argrarwirtschaft werden. Anfangs wurde ein Angebot von 62 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 55 Milliarden Euro, gemacht. Bereits mit dieser Summe wäre es die teuerste Übernahme der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Monsanto

Anders ausgedrückt: Bayer bietet 122 Dollar pro Aktie des Saatgutherstellers. Als die Meldung veröffentlicht wurde bedeutete das einen Preis der 37% mehr als der zu diesem Zeitpunkt aktuelle Aktienkurs. Monsanto jedoch ging nicht auf dieses Angebot ein, steht aber weiteren Verhandlungen positiv gegenüber.

Monsanto, das Böse?

Vor allem im europäischem Raum gilt Monsanto als ein Unternehmen welches wohl die Menschheit vergiften würde. Zumindest behauptet das die Mehrheit. Durch ihr Herbizid “Roundup” wurde Monsanto weltberühmt, eher im schlechten Sinne. Dies lässt die Aktionäre von Bayer natürlich nichts Gutes erwarten. Der gute Ruf von Bayer könnte zerstört werden, fürchten die Anteilseigner. Als die Meldung zur möglichen Übernahme bekannt wurde, sank der Kurs von Bayer gleich einmal heftig. Der Kurs von Monsanto  jedoch ist natürlich angestiegen. Ich verstehe sowohl die Argumente vom Bayer-Management als auch jene der Investoren. Ich bin kein Fan von den Herbiziden und der Gentechnik, jedoch glaube ich, dass Bayer das Unternehmen so lenken würde, dass es für die Menschheit eine bessere Zukunft gibt, als wenn Monsanto alleine weiter macht. Ist das ein deutscher Satz?… Ich weiß es nicht! ;) Monsanto selbst sieht sich als die Rettung der Menschheit. Dies hat natürlich auch seine Berechtigung, da wir immer mehr Menschen werden, und die Flächen für den Ackerbau kleiner werden. Wer nun Recht hat? Ich weiß es nicht..

Ich versuche eine Chance zu nutzen

Da ich glaube, dass Bayer nicht so einfach aufgeben wird, und das Unternehmen schlussendlich trotzdem schlucken wird, habe ich mich für ein Investment entschieden. Ich würde keinem meiner Leser raten diesen Schritt auch zu gehen. Ich habe keine Ahnung, wie sich die Sache entwickeln wird, trotzdem möchte ich eine Chance nutzen als einfach zusehen. Die Dividendenrendite von Monsanto beträgt aktuell etwa 2% pro Jahr. Das ist schon einmal ein gutes Zeichen für mich. Sollte die Übernahme nicht stattfinden streiche ich die nächste Dividende ein. Meinen Exit-Plan beschreibe ich später.

Ich habe 50 Stück Monsanto-Aktien zum Preis von 112 Dollar gekauft. Meine gesamte Position beläuft sich also auf 5600 US-Dollar.

Aktuell befindet sich der Kurs unter meinem Einstiegspreis, das macht mir aber nichts. Ich warte gespannt auf weitere Schritte von Bayer. Sehen wir uns an, was bei der Übernahme für mich herausspringen könnte.

Bayer AG

Bildquelle: //www.bayer.at/

Was springt bei der Übernahme für mich heraus?

Das Angebot von 122 Dollar je Aktie wurde nicht angenommen. Das lässt mich hoffen, dass Bayer ein größeres Angebot offerieren wird. Nehmen wir an  der Konzern würde sogar 130 Dollar je Aktie bezahlen. Steigt der Kurs anschließend auf dieses Niveau versuche ich auszusteigen. Ich würde sogar sagen ab 10% Rendite bin ich raus. Beim Kurs von 130 US-Dollar hätte ich einen Gewinn von 900 €. Die Bayer Aktionäre werten die Übernahme momentan sehr negativ, was den Kurs hinunter drückt. Sollte es wirklich zur Übernahme kommen rechne ich persönlich mit einem weiteren Einbruch der Bayer-Aktie. Darin bin ich aber nicht investiert, also kann mir das eigentlich egal sein.

Exit-Plan bei Scheitern der Übernahme

Natürlich habe ich mir auch eine Exit-Strategie überlegt, sollte der Deal platzen, und die Monsanto Aktie wieder einbrechen. Ich beobachte das ganze Geschehen aufmerksam. Ich lese mir alle relevanten Meldungen durch und warte auf ein weiteres Statement der Bayer AG. Sollte der Deal wirklich platzen, verkaufe ich einen Call auf die Monsanto Aktie. Hier hätte ich schon mal eine kleine Einnahme zu verzeichnen. Ist der Kurs mehrere Tage und Prozent eingebrochen kaufe ich den Call mit Gewinn zurück und verkaufe den nächsten. Dies mache ich solange, bis die Aktie sich leicht erholt.

Hier werde ich mir überlegen, ob ich weitere 50 Stück kaufe, und anschließend am Point of Break Even einen Call verkaufe, um bei Erreichen des Strikes die Aktien wieder los zu werden.

Es ist wichtig einen Plan zu haben. Trotzdem noch einmal zur Erinnerung: Ich würde niemanden zu diesem Schritt raten. Um trotzdem von der Übernahme zu profitieren, würde ich bei der Meldung eines höheren Angebots einen Put auf die Monsanto Aktie verkaufen. Hier hat man immer die Möglichkeit zu rollen, sollte doch etwas schief gehen.

Für alle Börsen-Neulinge: Ich glaube, dass dies ein gutes Beispiel darstellen kann, um etwas über Kurse bei Übernahmen zu lernen. Achtet einfach auf die Meldungen, und versucht zu erraten, in welche Richtung sich der Kurs bewegen wird. Ich mache hier gerade nichts anderes. Niemand weiß, wohin sich der Kurs bewegt. Es kann auch sein, dass der Kurs fällt, auch wenn die Übernahme bestätigt wird. Möglicherweise sitzt eine Bank auf sehr vielen Anteilen, und möchte diese aus einem anderen Grund loswerden. Wer weiß es schon.

Ich glaube einfach daran, dass sich hier für mich eine Chance aufgetan hat, die ich nicht verpassen möchte. Dies ist eine spekulative Handlung. So etwas wird es in meiner Laufbahn an der Börse nicht oft geben. Ich sehe mich selbst als Investor. Diese Spekulation ist eine Ausnahme. Wäre ich der Leser dieses Blogs, würde ich diese Aktion nicht nachahmen!

Ich hoffe ihr verzeiht mir meinen kleinen spekulativen Ausflug. Was haltet ihr von meinem Exit-Plan. Würdest Du mir eine andere Strategie empfehlen? Ich bin für jede Kritik offen. Freue mich auf Kommentare!

mfG Chri

 

2 Kommentare
  1. DaK0si
    DaK0si sagte:

    Gute Überlegungen zu dem Bayer-Deal. Ich glaube, dass da aber noch einiges an Zeit vergehen wird, bis das ganze unter Dach und Fach ist und bis dahin wird die Aktie ziemlich schwanken (der Deal wird bestimmt genauestens beobachtet werden und jede noch so kleine Meldung wird Kursbewegungen nach sich ziehen, denke ich).

    Deine Exit-Strategie finde ich sehr bemerkenswert, aber da kann es unter Umständen recht schnell gehen mit den Auf- und Abwärtsbewegungen.

    Ansonsten gilt: Risk is part of the game ;-)

    • Chri
      Chri sagte:

      Hallo ;)

      Du hast recht, aber Schwankungen sind nichts böses, im Gegenteil. Je höher die Schwankung, desto mehr Optionspremie bekomme ich, also entspanne ich mich einfach, und warte was passiert, hab ja keinen Stress. Von mir aus können die auch Monate brauchen bis sie sich einig werden. ;)

      Danke fürs vorbeikommen! :)

      mfG Chri

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